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Der Festzug der Bernrieder Feuerwehr führte durchs Unterdorf zum Sommerkeller.

Feuerwehr Bernried feierte 140-Jähriges

Feuerwehr geht „stramm auf die 200 zu“

Feuerwehr und Wasser, das gehört ja irgendwie zusammen. Aber am Samstagnachmittag waren die Bernrieder  bei ihren Feierlichkeiten zum 140-jährigen Gründungsjubiläum ziemlich froh, dass Petrus trotz der schlechten Wettervorhersagen die Schleusen dicht hielt. Sowohl der Kirchen- als auch der Festzug gingen bei sonnigem Herbstwetter über die Bühne – respektive durchs Dorf.

Bernried – Zusammen mit den Abordnungen zahlreicher Feuerwehren aus der Umgebung und der befreundeten Feuerwehr aus Bernried in der Oberpfalz ging es vom Dorfplatz hinunter nach St. Martin zum Gottesdienst, der laut Pfarrer Mladen Znahor „eine angemessene Form“ war, um das Feuerwehrjubiläum zu feiern. Der Geistliche verwies in seiner Predigt auf den Feuerwehr-Leitspruch „Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr“: „Wer Menschen zur Seite steht, der steht an der Seite Gottes“, würdigte Znahor das Engagement der Feurwehrler: „Ihre Einsatzberichte sind gelebtes Evangelium.“

Zur weltlichen Feier ging’s nach dem Gottesdienst und einer Festzugschleife durchs Unterdorf zum Sommerkeller. Das historische Bierdepotgewölbe, das von der Gemeinde schrittweise zum Veranstaltungszentrum ausgebaut wird, wurde 1860 errichtet – also nur 17 Jahre vor der offiziellen Gründung der Bernrieder Feuerwehr. Eine Parallele, die Bürgermeister Josef Steigenberger in seinem Grußwort aufnahm: „Es muss eine Zeit gewesen sein, in der sich viel bewegt hat, in der man Ideen hatte und es Innovationen gab. Das ist bemerkenswert“. Der Rathauschef stand standesgemäß in Feuerwehruniform am Rednerpult. Steigenberger ist bei der Wehr nach wie vor aktiv und rückt zu Einsätzen mit aus.

Was sich im Laufe der 140-jährigen Geschichte der Bernrieder Feuerwehr geändert hat? „Nix“, konstatierte Steigenberger. Natürlich seien die technischen und bürokratischen Abläufe wesentlich komplexer geworden, „aber die Idee des Helfens, die ist geblieben“.

Um das ehrenamtliche Feuerwehrsystem würde Deutschland die ganze Welt beneiden, betonte Steigenberger. Und wie sieht seiner Meinung nach die Zukunft der Bernrieder Wehr aus? „Das 150-jährige Jubiläum schaffen wir leicht – und dann geht’s stramm auf die 200 zu“, so der Bürgermeister.

Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta widersprach Steigenberger nicht: „Die Feuerwehr wird noch sehr alt werden. Die Hilfsbereitschaft als große Konstante wird in die Zukunft weitergetragen.“ Sobotta wandte sich auch direkt an die versammelten Feuerwehrler: „Kommt mir bitte immer wieder gesund heim – nicht nur von euren Einsätzen.“ Einem Feuerwehrler war das am Samstag allerdings nicht vergönnt. Nach der Ankunft des Festzugs am Sommerkeller erlitt der junge Mann einen Schwächeanfall. Per Rettungswagen wurde er ins Krankenhaus nach Tutzing abtransportiert.

Bernhard Jepsen

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