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Ein Bräutigam musste sich vor dem Landgericht München II verantworten, weil er einen Gast getreten hatte. (Symbolfoto)

Landgericht München II hat Urteil gesprochen

Teures Hochzeits-Nachspiel für Bräutigam - er trat einen seiner Gäste

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Fast zwei Jahre nach einer aus dem Ruder gelaufenen Hochzeitsfeier in Höhenried hat das Landgericht München II jetzt ein Urteil gesprochen. Für den Bräutigam kommt das Nachspiel teuer.

Höhenried/Tutzing – An seine Hochzeit im Juni 2017 wird sich ein Bräutigam aus Tutzing wohl zeitlebens mit gemischten Gefühlen erinnern. Das Fest auf Schloss Höhenried artete wegen einer Rangelei zwischen zwei Männern, die sich um eine Frau stritten, ziemlich aus – bis der Bräutigam eingriff und einem der Männer einen achtfachen offenen Unterschenkelbruch zufügte. Die Folge: Der Tutzinger muss 10 000 Euro Schmerzensgeld an seinen Gast bezahlen. So entschied es jetzt eine Zivilkammer am Landgericht München II.

Grund war die ehemalige Lebensgefährtin eines Gastes

Das Brautpaar hatte noch nicht einmal zum Eröffnungstanz gebeten, da war angeblich die Stimmung schon vergiftet gewesen. Der Gast aus Esslingen geriet mit dem ehemaligen Lebensgefährten seiner Freundin aneinander. Zum Disput zwischen den beiden Männern war es gekommen, weil das spätere Opfer den ganzen Abend provoziert worden war. Er bekam den Stinkefinger gezeigt, ein Glas Wein ins Gesicht geschüttet und den Ellenbogen gegen die Brust.

Bräutigam versetzte dem Opfer einen Tritt, der zu offenem Bruch führte

Da platzte dem Gast aus Esslingen der Kragen und er verpasste seinem Gegenüber zwei Watschn. Der Bräutigam, der das Geschehen beobachtet hatte, zog die Kontrahenten auseinander und den Gast nach hinten. Der Mann stürzte und bekam vom Tutzinger noch einen Tritt versetzt, der letztendlich zu der schweren Verletzung führte.

Diesen Tritt hatte der Bräutigam stets bestritten. Einem Gutachter zufolge konnte die schwere Verletzung aber nicht alleine von einem Sturz herrühren, sondern musste Folge des Tritts sein, auch wenn kein anderer Gast den gesehen hatte. Das sei nicht überraschend, erklärte der Gutachter. Bei so einem tumultartigen Geschehen seien die Blicke eher auf Kopf und Brust gerichtet als auf den Wadenbereich. Das untere Bein sei aus der Entfernung der Zeugen kaum mehr einsehbar gewesen.

Opfer trägt Mitverschulden

Ursprünglich hatte der Kläger sogar 20 000 Euro Schmerzensgeld gefordert. Weil das Gericht aber bei ihm ein gewisses Mitverschulden sah – immerhin hatte er zuvor geschlägert –, gab es nur die Hälfte. Zudem muss er auch seinen eigenen Anwalt und einen Teil der Gerichtskosten tragen – ein durchaus erheblicher Betrag, weil zu den Gerichtskosten von 1113 Euro noch deutlich über 5000 Euro für die Kosten der Beweisaufnahme hinzukommen.

Lesen Sie auch: Laut Wirtschaftsplan werden die Peißenberger Gemeindewerke das Geschäftsjahr 2020 voraussichtlich mit einem negativen Gesamtergebnis von 935 000 Euro abschließen. Dennoch: Werkleiterin Ingrid Haberl sieht das Kommunalunternehmen (KU) auf einem guten Weg.

Geburten finden wie gewohnt im Schongauer Krankenhaus statt. Doch wegen Corona gibt es ein paar Änderungen. So muss der Papa gleich nach der Geburt wieder nach Hause gehen.

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