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Voll besetzt waren die Reihen im Buchheim-Museum beim Gespräch mit Hundertwassers einstigem Manager Joram Harel (l.) und Direktor Daniel J. Schreiber.

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„Ins Herz der Menschen“

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Ein „Hundertwasser-Rundgang“ mit Joram Harel, dem jahrzehntelangen Freund und Manager des weltberühmten, im Jahr 2000 verstorbenen Künstlers: Das war eine verlockendes Angebot des Buchheim-Museums.

Bernried –  Doch eine beschauliche Führung durch die Hundertwasser-Schau „Schön & Gut“ war nicht möglich – zu groß war der Andrang und ist der Erfolg dieser Sonderausstellung. 33 000 Besucher wurden bisher gezählt – binnen vier Monaten.

Zwischen Hundertwassers Gemälden, Architekturmodellen, Postern und Teppichen ging es am Sonntag so zu, dass Direktor Daniel J. Schreiber statt des Rundgangs ein Gespräch mit Harel im vergleichsweise ruhigen Expressionistensaal anbot. Und auch das verfolgten rund 200 Zuhörer. Sie erfuhren zwar nichts Privates und im Grunde auch nichts Neues über Hundertwasser, bekamen aber das Bild eines Vollblutkünstlers vermittelt: „24 Stunden am Tag“ sei dieser mit seiner Kunst beschäftigt gewesen, so Harel: „Vielleicht war er deshalb so erfolgreich, weil er sich so an die Dinge heranklammerte.“ Auch von seinen Ausstellungen habe Hundertwasser „starke Vorstellungen“ gehabt; sie sollten etwa – um Nähe zur Natur zu vermitteln – stets „voll mit Bäumen“ sein. Ansätze dazu finden sich auch im Buchheim-Museum. Harel, heute Nachlassverwalter des Künstlers und Vorstandsvorsitzender der „Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung“ in Wien, nannte die Ausstellung in Bernried „in ihrer Wirkung fantastisch, einmalig“.

Architektur hat Hundertwasser laut Harel „nur notgedrungen gemacht“ – um Architekten zu beweisen, dass Linien nicht geometrisch sein müssten. Schon das erste „Hundertwasserhaus“ in Wien habe auch gezeigt, dass solch seelenvolle Architektur nicht teurer sei als herkömmliche. Museumsdirektor Schreiber rühmte Hundertwasser als „Vorbild“, dessen Kunst vorwegnehme, „wie die Welt eigentlich zu sein hätte“. Während viele seiner Kollegen in Hundertwassers Kunst Kitsch sähen, zeige auch der Andrang in Bernried: „Er trifft ins Herz der Menschen.“

Info

Einen weiteren „Hundertwasser-Rundgang“ mit einer Zeitzeugin bietet das Buchheim-Museum am kommenden Sonntag, 19. Februar, um 15.30 und 16.30 Uhr an – mit Petra Roßner-Dietz aus Lengmoos bei Wasserburg, Tochter des Kunstdruckers Günter Dietz, der mit Hundertwasser einst neue Druckverfahren entwickelte. Info: 08158/99700, www.buchheimmuseum.de.

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