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So soll der Bahnhofsvorplatz nach den neuesten Plänen aussehen.

Gemeinderat

Zweite Bernrieder Ortsmitte - am Bahnhof

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In Bernried wird überlegt, im „Oberdorf“ eine zweite Ortsmitte neben dem alten Ortskern im „Unterdorf“ zu schaffen. Im Fokus steht dabei der Bahnhofsvorplatz.

Bernried – Schon im September 2019 hatte Bahnhofseigentümer Jürgen Kindervater einen Entwurf für eine bauliche Erweiterung am Bahnhofsvorplatz präsentiert. Demnach sollte ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen – und zwar unmittelbar neben dem Bahnhofsgebäude in südöstlicher Richtung. Der Neubau wäre vor allem für die im Bahnhof untergebrachte Schokoladenmanufaktur wichtig. Nur mit erweiterten Räumen macht es für den Betrieb Sinn, am Standort festzuhalten.

Kritik zeigte Wirkung

Doch der Gestaltungsvorschlag hatte im Gemeinderat keinen großen Anklang gefunden. Vor allem Walter Westermeier (SPD) bemängelte, dass der geplante Neubau durch seine Nähe und Ausmaße (der Baukörper war nur einen Meter niedriger als der Bahnhof konzipiert) die „solitäre Situation“ des denkmalgeschützten Bahnhofs als freistehendes Gebäude massiv beeinträchtigen würde. Westermeiers Kritik zeigte offenbar Wirkung: Kindervater hat nun über ein neues Planungsbüro eine komplett veränderte Gestaltung präsentiert. Der Konzeptentwurf sieht nun vor, das Wohn- und Geschäftshaus (rund 33 Meter lang und 9,5 Meter hoch) gegenüber dem Bahnhof an die östliche Seite des Bahnhofsvorplatzes zu platzieren. Das dort stehende Nebengebäude, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht, soll dafür weichen und um 90 Grad versetzt an das südliche Platzende verlegt werden.

Lob vom Bürgermeister

„Das ist eine verträgliche Lösung – ohne Eingriffe in den Baumbestand“, lobte Bürgermeister Josef Steigenberger im Gemeinderat die überarbeitete Planung. Der Platzcharakter werde durch die gewählte Anordnung der Baukörper „am deutlichsten gefasst“.

Historisches Bahnhofsgebäude

Auch Westermeier zeigte sich zufrieden: „Die Solitär-Situation des Bahnhofsgebäudes wird mit der neuen Planung gewahrt.“ Der SPD-Gemeinderat regte zudem an, den Neubau nicht zu weit in Richtung Bahnhofstraße hineinragen zu lassen. Von Osten her solle die Sichtachse auf das historische Bahnhofsgebäude erhalten bleiben. 

Segen für Vorbescheid

Der Gemeinderat erteilte schließlich einhellig sein gemeindliches Einvernehmen für den von Kindervater gestellten Antrag auf Vorbescheid.

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