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Noch auf der Probebühne: Katalin Fischer (links vorne) ist als Regisseurin gern nah bei ihren Schauspielern – hier noch in Probenkostümen (v.l.) Barbara Hölzl, Gabi Fischer, Yasmin Afrouz, Guido Verstegen, Mario Pascalino und Rebecca Mack von Elmenau.

theater im bernrieder sommerkeller  

Das komische Drama mit der Liebe

Seit 2010 bereichert die „Virtuelle Companie“ um Katalin Fischer die Bühnen. Am Freitag feiert ihre Komödie „Sommernacht“ Premiere in Bernried.

Bernried – „Ich habe mir den ,Sommernachtstraum’ von Shakespeare und ,Wer hat Angst vor Virginia Woolf’ von Edward Albee durchgearbeitet und hatte die Idee, Teile aus beiden Stücken miteinander zu kombinieren. Allerdings sind die schönen alten Shakespeare-Übersetzungen aus heutiger Sicht schwer zu handhaben. Also habe ich gedanklich Motive aus den Stücken herausgenommen und neu nachgedichtet“, erklärt Katalin Fischer die Entstehung ihres Stücks.

In Bernried hat sich ihre „Virtuelle Companie“ bereits 2012 einen Namen gemacht. Damals ging es um die Schuldfrage am Tod Jesu. Diesmal, so die Regisseurin, soll das Thema etwas leichtfüßiger daherkommen: „Es geht um Lieben und Nichtlieben – temporeich und bildgewaltig. Und Puck, der flinke Waldgeist trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er sagt: ,Alle reden von Liebe! Und am Ende ist immer Krieg’“. Genau das ist der „schwarze Faden“, so Fischer, der sich durch das Stück zieht – und trotzdem darf, ja soll gelacht werden. Dafür sorgen die Pointen im Text und die Schauspieler – ein Ensemble aus professionellen und semiprofessionellen Akteuren –, die bei der ersten Durchlaufprobe sichtlich Spaß an ihren Doppelrollen als Liebende, Elfen oder Spaßmacher haben.

Nicht einfach zu spielen sind die eingestreuten zynisch-witzigen Dialoge, angelehnt an Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ – jenem berühmten Beziehungskrieg zwischen George, dem humanistisch angehauchten Professor, und seiner Frau Martha, der einst mit Elisabeth Taylor und Richard Burton verfilmt wurde. Doch sogar in höchst dramatischen Situationen gelingt den Darstellern eine wehmütige Leichtigkeit, die durch Beziehungskrisen den verzweifelten Wunsch nach Liebe durchschimmern lässt.

„Der Sommerkeller ist wunderbar und hervorragend für Theateraufführungen geeignet“, schwärmt die Regisseurin. Dort kommt auch Technik zum Einsatz: Zwischen den einzelnen Szenen, quasi als Videokommentar zum Bühnengeschehen, zanken sich die berühmten Puppentheaterfiguren Punch und Judy im Hintergrund – und ein explosiver, virtueller Showdown ist für die Schlussszene angekündigt. Für das Bühnenbild ist die Designerin Micu Nora Schaab aus Ludenhausen zuständig. Kostüme und Requisiten gestaltet die Dießener Künstlerin Nani Weixler, für die Technik sorgt Jürgen Gerum.

Vor und nach den Vorstellungen bewirten die Theaterleute das Publikum an der Bar im Sommerkeller mit Getränken. „Während der intensiven Probenzeit haben wir nicht nur zusammengearbeitet, sondern auch zusammen gekocht, gegessen und gelebt. Wir sind fast zu einer Kommune geworden“, sagt Katalin Fischer.

Aufführungen von „Sommernacht“ sind am Freitag und Samstag, 20./21. und 27./28. Oktober, jeweils um 20 Uhr im Sommerkeller am Rathaus Bernried. Vorverkauf bei „Papier & so“ in Bernried, Kartenreservierung unter Telefon 08807/7228.

-Ursula Nagl-

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