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Setzen auf Persönlichkeiten: (h.v. l.) Jörg Mitteldorf, Jerome Obermeier, Roland Seidl, Stefan Fischer, Markus del Fabbro, Andreas Hinteregger jun., Franz Greinwald jun., Sylvia Steigenberger, (v.v.l.) Bijan Eskandarafshar, Petra Malcharek, Martina Hermer-Winkler und Patricia Greinwald. 

Bürgerliste Bernried setzt auf Persönlichkeiten

Ohne Wahlprogramm ins Rennen

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Ohne Bürgermeisterkandidat, ohne Wahlprogramm und ohne parteipolitische Orientierung, einfach nur mit Namen. So wird die „Bürgerliste Bernried“ bei der Kommunalwahl 2020 antreten. Bei der Aufstellungsversammlung wurde erwartungsgemäß Markus del Fabbro auf Listenplatz eins gewählt.

Bernried – „Der Abend wird vielleicht etwas steif. Aber wir müssen das Protokoll wahren“, kündigte Markus del Fabbro prophylaktisch an, als er die 21 Stimmberechtigten begrüßte, die zur Aufstellungsversammlung der „Bürgerliste Bernried“ in Gasthaus „Drei Rosen“ gekommen waren. Doch die Vorstellungsrunde der Kandidaten und das Walprozedere ging innerhalb einer Stunde relativ straff über die Bühne. Die Versammlung segnete die von den Initiatoren der Bürgerliste (del Fabbro, Patricia Greinwald und Jörg Middeldorf) zusammengestellten Wahlvorschlag samt Platzierungen im Block ab – und zwar einhellig.

Auf der Liste finden sich unter anderem ein Berufsfeuerwehrler (Andreas Hinteregger jun.), eine Verwaltungsfachwirtin (Martina Hermer-Winkler), eine Steuerberaterin (Sylvia Steigenberger) und ein IT-Freiberufler (Bijan Eskandarafshar). Auf Listenplatz eins wurde del Fabbro gewählt. Der Inhaber einer Innenausbaufirma sitzt bereits seit knapp zwölf Jahren im Gemeinderat. Zunächst für die CSU, seit knapp zwei Jahren als partei- und fraktionsloses Gremiumsmitglied. Del Fabbro will weiterhin „Verantwortung übernehmen“ und sich „für das Gemeinwohl“ einsetzen. Die Gemeinderatsarbeit sei zwar aufwendig und zeitintensiv, aber sie mache auch Spaß. Del Fabbros Kritik: „Einige im Gemeinderat nehmen es mit der Anwesenheit nicht ganz so ernst.“

„Kommunalwahlen sind Personenwahlen“

Gemeinderatserfahrung hat auch Listenkandidat Nummer zwei gesammelt. Roland Seidl saß von 2008 bis 2014 bereits eine Periode im Gremium, nämlich für die Überparteiliche Freie Wählergruppe (ÜFW). Er habe der ÜFW zwar nicht im Bösen den Rücken gekehrt, „aber es hat nicht mehr so gepasst“, resümierte Seidl bei der Vorstellungsrunde. Mit seiner Kandidatur auf der Bürgerliste wolle er „herausfinden, „ob Kommunalwahlen wirklich Personenwahlen sind“.

Persönlichkeiten in den Vordergrund stellen und Parteistrukturen auf der gemeindlichen Ebene aufbrechen, genau das ist die Intention der Bürgerliste – zumindest die langfristige. „Unser Ziel ist irgendwann eine einzige weiße Liste. Parteien und Wählergruppen sollen auf Ortsebene irgendwann einmal Geschichte sein“, erklärte del Fabbro. Die Bürgerliste biete Kandidaten eine neutrale Plattform, um ohne Wahlkampfgetöse in den Gemeinderat zu kommen. Je erfolgreicher man 2020 sei, umso mehr würde man die etablierten Gruppierungen dazu zwingen, über eine Einheitsliste nachzudenken.

Del Fabbro und seine Mitstreiter empfehlen den Wählern übrigens, keine Listenkreuze zu machen, sondern alle Wahlvorschläge nach geeigneten Persönlichkeiten zu durchforsten. Doch auch die Bürgerliste hat sich für den Eventualfall gewappnet. Weil man die vorgegebene Listenzahl (14) mit elf Kandidaten nicht voll ausschöpft, verständigte sich die Versammlung einstimmig auf Mehrfachnennungen. Bei Listenkreuzen geht damit keine Stimme verloren.

Bernhard Jepsen 

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