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Die Gemeinderatskandidaten des Bernrieder Wählerbündnisses.

Kommunalwahl 2020

Bernried: Wählerbündnis will „Dynamik“ in Gemeinderat bringen

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Das Wählerbündnis „Bernrieder Liste“ und „Bündnis 90/Die Grünen“ ist nun offiziell besiegelt: Bei der Aufstellungsversammlung präsentierten sich 14 Kandidaten. Sie verstehen sich als „Wächter“ der Natur und des sozialen Miteinanders.

Bernried – „Warum werde ich Bürgermeister? Äh, warum möchte ich Bürgermeister werden?“ Es war ein Freudscher Versprecher von Bürgermeisterkandidat Franz Eder, der bei der Aufstellungsversammlung von „Bernrieder Liste“ (BL) und „Bündnis 90/Die Grünen“ für Gelächter sorgte. 

Selbstbewusstes Bündnis

Das Wahlbündnis zieht selbstbewusst in den Kommunalwahlkampf. Die Rahmenbedingungen sind gut. Grüne Politik ist angesagt. Achim Regenauer, einer von zwei amtierenden BL-Mandatsträgern, sprach von einer tief wirkenden „Dynamik“. Selbige müsse man nun nutzen, um im Bernrieder Gemeinderat mit einer personell breiteren Aufstellung „nachhaltig mehr bewegen“ zu können. Dabei gehe es nicht darum, andere Gruppierungen inhaltlich zu dominieren, sondern argumentativ zu überzeugen.

14 Kandidaten

Bei der knapp zwei Stunden dauernden Aufstellungsversammlung in der Torbogenhalle wurde bei der Vorstellungsrunde der 14 Kandidaten immer wieder betont, dass Klimaschutz bereits auf kommunaler Ebene beginne. Die erneuerbaren Energien, so hieß es, müssten im Klosterdorf systematisch ausgebaut werden, eventuell auch über eine Bürgerenergiegenossenschaft. Apropos „Bürger“: Deren Beteiligung an politischen Prozessen ist dem Wahlbündnis enorm wichtig. Zwar sei mit dem „Zukunftsbild Bernried“ ein Dialogprozess angeleiert, aber dessen Ergebnis nie umgesetzt worden: „Es ist in den vergangenen 20 Jahren in Bernried viel geredet, aber wenig getan worden“, kritisierte Franz Eder, der von den 26 anwesenden Stimmberechtigten als Bürgermeisterkandidat einhellig bestätigt wurde.

Landwirte im Blick

Eder bezeichnete sich in seiner „Bewerbungsrede“ als „Teamplayer“, der Verantwortung an Mitarbeiter delegiere. Das sei derzeit im Rathaus nicht der Fall. Als seine thematischen Steckenpferde bezeichnete der studierte Landwirt die Themen „Energie“ und „Ökologische Landwirtschaft“. In puncto „Biodiversität“ seien die Landwirte die „Schlüsselakteure“. „Wir werden den Landwirten etwas anbieten müssen“, erklärte Eder: „Wir wollen ja auch etwas von ihnen.“

Soziale Themen

BL und Grüne möchten aber ebenso mit „sozialen Themen“ punkten. Genannt wurde der Erhalt der Dorfgemeinschaft und der Charakter als familienfreundliche Gemeinde sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum: „Ich will nicht in einem Ort wohnen, wo nur noch Reiche sich das Leben leisten können“, betonte Eder. Der Fokus müsse auf eine „maßvolle Nachverdichtung“ gelegt werden: „Der Flächenverbrauch ist in Bernried viel zu hoch. Der Außenbereich muss tabu sein.“ Uwe Dommaschk, einer der beiden Sprecher des Grünen-Ortsverbandes, warnte vor einem Ausverkauf des Starnberger Sees: „Wir müssen uns Konzepte überlegen, wie man verhindert, dass die Kommunen rund um den See verstädtern.“

Keine Diskussion

Die Bewerberliste für den Gemeinderat wurde von der Versammlung ohne Diskussion abgesegnet. Die Kandidaten eins bis sieben werden dreifach gelistet. Mit Marina Saur, Lea Eder, Leon Kemmelmeier und „Nesthäkchen“ Maria Olschewski (19 Jahre) finden sich mehrere junge Gesichter unter den Kandidaten. „Dass wir so viel junge Leute haben, das war für mich die größte Motivation, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren“, erklärte Eder.

Bernhard Jepsen

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Lesen Sie auch: Bernrieder Bürgermeisterkandidat wurde vom amtierenden Bürgermeister empfohlen.

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