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Mit dem Boot lässt sich das „Spaceship“ vor dem Buchheim-Museum erreichen. 

kunst auf dem see

Landegenehmigung fürs Raumschiff

Auf dem Starnberger See ist ein „Spaceship“ gelandet. Es ging am Sonntagnachmittag vor dem Buchheim-Museum in Bernried vor Anker.

Bernried– Natur und Raum sind die zentralen Themen des international arbeitenden Künstlers Markus Heinsdorff, der für seine Arbeit in verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Kulturen 2015 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Mit seiner Aktion „Spaceship – Ein Raumschiff landet auf dem Wasser“ wirft Markus Heinsdorff einen Blick in die Zukunft, wie „die Welt erlebbar bleiben könnte“ in Anbetracht steigender Meeresspiegel und heftiger Überschwemmungen.

Die Installation wurde ausschließlich aus Recyclingmaterial hergestellt und war 2016 als temporäres Leichtbauobjekt vor der Pinakothek der Moderne zum Thema „Low-cost-Bauen“ zu sehen. Aber „da sich Kunst immer weiter entwickelt“, so Heinsdorff, modifizierte er sein Werk für das Leben auf dem Wasser mittels alter Ölfässer als Schwimmhilfe. Die Installation wurde von dem 63-Jährigen, der Architektur und Fotografie in seine Arbeiten einbezieht, mit allem ausgestattet, was er zum Leben braucht: dem Wohnraum im oberen Teil, in dem zwei Seiten mit altem Segeltuch bezogen wurden, einer Solardusche, einer Aussichtsplattform und einem angehängten Gemüsegarten, in dem derzeit Salat und Kräuter wachsen. Die Energie liefert die Sonne.

Ganz praktisch denkt der Künstler in Richtung Überschwemmungsgebiete, „wo man darüber nachdenken könnte, Häuser aufschwimmen zu lassen“, anstatt sie mit Schutzummantelungen zu versehen.

Vor einem Jahr hatte sich Heinsdorff mit Daniel Schreiber, dem Leiter des Buchheim-Museums, getroffen, und dieser „war sofort total begeistert von der Idee, das ,Spaceship’ auf dem Starnberger See landen zu lassen“, so der Künstler. Doch bis es so weit war, mussten Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Heinsdorff bedankte sich gleich zu Beginn beim Landratsamt für die Unterstützung für dieses Projekt.

Der Museumssteg war voll besetzt mit Schaulustigen, als die Installation bei strahlendem Sonnenschein mit Klängen eines an Bord befindlichen Trompeters von der Bernrieder Marina aus von einem Motorboot an seinen Bestimmungsort gezogen wurde. Zuvor hatte die Bewerbung der Aktion unter den Museumsbesuchern für allerhand Spannung und Gesprächsstoff gesorgt, manche erwarteten die spektakuläre Landung des Raumschiffs aus der Luft, wie etwa die Schüler einer italienische Schulklasse auf Ferienreise, die das Museum an diesem Tag auf dem Programm hatten.

Der Künstler selbst wird an den Wochenenden 4./5., 11./12., und 18./19. August, jeweils von 13 bis 17 Uhr, auf dem „Spaceship“ sein, das noch bis zum 6. Oktober vor dem Buchheim-Museum vor Anker liegt. Für jene, die sich die Installation näher betrachten wollen, liegt ein rotes Ruderboot als Zubringer am Ufer bereit.

 Myrjam C. Trunk

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