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Das Schwierigste ist geschafft: Die „MS Phantasie“ hat den steilen Abhang zum Starnberger See unbeschadet überwunden.
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Viele Helfer waren nötig, um das Schiff sicher über Land zu ziehen. Im Hintergrund ist das Museum zu sehen.
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In knapp zwei Wochen wird das Schiff auf das vorbereitete Fundament gehoben und dann zu einer Malschule werden.
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Letzter Hafen „Buchheim-Museum“

Die „MS Phantasie“ sitzt auf dem Trockenen

Die „MS Phantasie“ hat nach ihrer letzten Fahrt über den Starnberger See nun endgültig am Buchheim-Museum angelegt: Reißfeste Stahlseile, gute Nerven und maschinelle Power waren gestern nötig, um das ausrangierte Ausflugsschiff in Bernried an Land zu ziehen.

Bernried – Irgendwie erinnerte die Szenerie, die sich gestern auf dem Gelände des Buchheim-Museums abspielte, an den Kultfilm „Fitzcarraldo“. Wie in dem Kino-Streifen von Regisseur Werner Herzog musste ein Schiff den Berg hinaufgezogen werden. Doch im Gegensatz zum Film gab es zwei Unterschiede: Bauunternehmer Walter Eberl, der für die Abwicklung der Trockenlegungsaktion beauftragt wurde, war wesentlich entspannter als Schauspieler Klaus Kinski - und er trug auch keinen weißen Anzug.

„Gib Gas, Christian!“ Eberl dirigierte verbal und mit Handzeichen den Zugraupenfahrer. Zur Stabilisierung und zur seitlichen Schubkraft hing die „MS Phantasie“ über Stahlseile zusätzlich noch an zwei Baggern. Die Reedelegung im Museumspark war generalstabsmäßig geplant worden. Mit einem Schleppschiff wurde die „MS Phantasie“ bereits am Dienstag von Starnberg aus nach Bernried gezogen. Zuvor war bereits eine Stahlschienenkonstruktion am Schiffsrumpf angebracht worden. Über Holzbalken wurde das Boot schließlich an Land gezogen. Ein durchaus heikles Unterfangen. „Der Einzige, der gesagt hat, dass es funktioniert, das war der Walter Eberl“, scherzte der Haunshofener Transport-Unternehmer, Georg Schuster, der mit seiner Firma und dem Erdbau-Unternehmen „Tafertshofer“ aus Huglfing für die maschinelle Power sorgte.

Nun, auch Dirk Musche glaubte an den Erfolg der Aktion: „Das Ganze sieht einfach aus, ist aber sehr kompliziert“, erklärte der Statiker, der die Stahlkonstruktion entworfen hat. Das größte Problem war, die 20 Meter lange und 34 Tonnen schwere „MS Phantasie“ die steile Uferböschung hinaufzuziehen. Das Gewicht sorgte für eine extreme Hangabtriebskraft. Der „Worst-Case“ wäre es laut Musche gewesen, „wenn der Kahn abreißt und zurück ins Wasser rauscht“.

Als die „MS Phantasie“ auf der Böschungskante balancierte, wurde es spannend. „Oh, jetzt geht mir schon ein bisschen die Pumpe“, sagte Musche und fasste sich ans Herz. Doch Raupe und Bagger zogen das Schiff in sicheres Terrain. „Super, Gewonnen. Der Rest ist nur noch ein Spaziergang. Gott sei Dank!“, war Musche erleichtert.

Walter Eberl gönnte sich derweil eine Fleischpflanzerl-Semmel. „Das war eine geniale Idee von ihm, das Schiff nicht nur zu ziehen, sondern auch leicht anzuheben“, lobte Musche den Bauleiter – und der gab die warmen Worte gleich weiter: „Wir hatten perfekte Maschinisten – ein paar Verrückte, die alles mitmachen.“

Eberl erzählte schmunzelnd, dass er in solchen Projekten jede Menge Erfahrung habe: „Ich ziehe mein Angelboot immer mit der Hand aus dem Wasser. Da hab’ ich mir gedacht: Das geht bei der ,MS Phantasie‘ sicher auch.“ Doch für Small-Talk blieb nicht viel Zeit. Ein paar Meter zum künftigen Standort des ausrangierten Schiffes fehlten noch. „Wir ziehen das Schiff jetzt gleich rauf und gehen dann erst zum Kaffeetrinken“, lautete die Order von Georg Schuster.

Um 12.30 Uhr war die „MS Phantasie“ schließlich an ihrem „Endhafen“ im Museumspark angelangt. Dort wird sie am 6. November im Beisein vom bayerischen Finanzminister Albert Füracker in ihr neues Fundament gehoben. Und aus dem ehemaligen Motorschiff „Phantasie“ wird dann die Malschule „Phantasie“ – „ein Ort zur Entfaltung der künstlerischen Freiheit“, wie es in einer Pressemitteilung des Buchheim-Museums heißt.

Bernhard Jepsen

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