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Ihm fiel die Tür auf die Ferse

Minibar verletzt Hotelgast - der zieht vor Gericht

Bernried - Es ist ein kurioser Fall, der am Weilheimer Amtsgericht verhandelt wird. Angeblich wurde ein Mediziner durch die Minibar verletzt. 

Wenn es sich tatsächlich so zugetragen hat, wie der Angeklagte es in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Weilheim schilderte, ist das Öffnen der Minibar in einem Zimmer in einem Bernrieder Hotel für den 62-jährigen Mediziner schon besonders unglücklich gelaufen: Als er am ersten Abend seines Hotelaufenthalts im Juni 2015 die Minibar habe öffnen wollen, sei die Tür herausgebrochen und ihm auf die Ferse geknallt.

Das habe er Hotelmitarbeitern gemeldet und sei davon ausgegangen, dass die Türe repariert worden sei. Deswegen sei er am nächsten Abend, als er wieder die Minibar öffnen wollte, auch völlig unvorbereitet von der erneut herausfallenden Türe am Zeh getroffen worden. Dass die Geschichte ein wenig abenteuerlich scheint, war ihm dabei durchaus bewusst: „Ich weiß, es klingt absurd, es ist aber so“, sagte der Angeklagte vor Gericht.

Dort musste er sich wegen Betrugs verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, sich in dem Bernrieder Hotel eingemietet zu haben, obwohl er wusste, dass er die Rechnung nicht würde bezahlen können. Rund 1550 Euro an Kosten waren im Laufe der Tage zusammengekommen, in denen der Mediziner in dem Hotel gelebt und auch gespeist hatte.

Der Gast habe sich zu Beginn seines Aufenthaltes geweigert, die Kreditkarte zu hinterlegen, schilderte der damalige Hoteldirektor in seiner Zeugenaussage. Nachdem einige Tage vergangen gewesen seien, habe er probiert, den bis dahin fälligen Betrag bar zu erhalten – ohne Erfolg. „Er hat uns immer wieder vertröstet und uns versichert, dass er Geld habe“, so der ehemalige Hotelmanager. Dabei habe der Gast weiter das Restaurant besucht, manchmal auch in Begleitung einer Dame. „Es hieß immer, dass wir am nächsten Tag unser Geld bekommen würden.“

Irgendwann in dieser Zeit sei er darüber informiert worden, dass dem Gast die Minibar auf den Fuß gefallen sei und dieser Schadensersatz und Schmerzensgeld fordere. Diese Summe solle mit dem Betrag verrechnet werden, den der Gast noch schulde. Schließlich habe er veranlasst, dass das Zimmerschloss ausgetauscht werde, so der Hotelbesitzer. Da sei der Mediziner abgereist und nicht wieder im Hotel aufgetaucht.

Der Verteidiger des Angeklagten brachte vor, dass sein Mandant, der bereits einschlägig vorbestraft ist und auch schon in Untersuchungshaft gesessen hat, sehr wohl in der Lage gewesen sei, seine Rechnung zu bezahlen. Seine Kinder hätten ihm nach der U-Haft Geld zur Verfügung gestellt. Er habe nur nicht bezahlt, weil er zunächst den Vorfall mit der Minibar habe bereinigen wollen, sagte der Angeklagte.

Daraufhin beschloss Richterin Katrin Krempl, die Hauptverhandlung zu unterbrechen und eine Tochter des Angeklagten als Zeugin zu laden. „Wir brauchen die Tochter als Zeugin“, sagte sie. Wenn diese nämlich bestätigt, dass der Angeklagte genug Bargeld hatte, um die Rechnung bezahlen zu können, hätte er nicht über seine Zahlungsfähigkeit getäuscht und damit keinen Betrug begangen.

Das Verfahren dauert an.

Kathrin Hauser

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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