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Grüße aus Argentinien: Das „Munich Tango Ensemble“ mit Sängerin Sandra Nahabian im Barocksaal des Klosters. 

Bernried

Auch ohne Tanz ein Genuss

Bernried - Das „Munich Tango Ensemble“ bot im Barocksaal des Klosters ein Konzert - und glänzte dabei auch ohne Tanzschritte.

Dass am Sonntagabend im Barocksaal des Klosters Bernried nicht getanzt wurde, lag nicht an der Musik. Die rund 60 Zuhörer des „Munich Tango Ensembles“ hatten schlicht zu wenig Platz. Mitreißend war das Konzert auf jeden Fall. „Tango ist Tanz“, sagte Ezekiel Lezama (Bandoneon), musikalischer Leiter und Gründer der Gruppe. Er erklärte, dass der markante Tango-Rhythmus hauptsächlich in den 1930er bis 50er Jahren in Buenos Aires bei Tanzveranstaltungen entstand, den so genannten Milongas. Hier entwickelte sich der Tango zu seiner Perfektion.

Zur Stammbesetzung des „Munich Tango Ensembles“ gehören neben Lezama noch Bernhard Seidel (Kontrabass), Pablo Havenstein (Piano) und Ferenc Kölcze (Violine). Aber da Tango auch von Spontaneität und Improvisationslust lebt, kommen häufig andere Musiker hinzu. So auch an diesem Abend: Fernando Giardini aus Buenos Aires hatte sein Bandoneon mitgebracht, Ilona Cudek spielte Violine, und „special guest“ war Sängerin Sandra Nahabian – eine unglaubliche Bereicherung: Mit ihrer tiefen, rauchigen Stimme gab die Argentinierin, die seit 20 Jahren in München lebt, der Musik Seele.  Neben Tangoklassikern und Eigenproduktionen waren bei diesem Konzert auf Einladung der „Fördergemeinschaft Musikkreis Bernried“ – natürlich – Werke von Astor Piazzolla zu hören, dem „Vater“ des Tango Nuevo: In der Kombination von Folklore und Jazzelementen fand er einst eine neue Tonsprache, die im eigentlichen Sinne des Tango nicht tanzbar ist, aber zum konzentrierten Hören anregen soll. Für die räumlichen Gegebenheiten an diesem Abend also perfekt. 

Text: Regina Wahl-Geiger

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