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Das Buchheim-Museum liegt abseits des Dorfes – jetzt gibt es Bestrebungen, es besser anzubinden. 

Vorschläge de TU München

Museum und Dorf besser verbinden

Bernried - Studenten der TU München entwickelten Vorschläge, wie man Dorf und Museum verbinden kann. Der Vortrag fand im Gemeinderat großen Anklang.

Das auf Bernrieder Flur gelegene Buchheim-Museum ist ein Besuchermagnet und für Kunstinteressierte eine echte Attraktion. Für das Klosterdorf ist die 2001 eröffnete Einrichtung natürlich ein Glücksfall. Doch die Einbettung des Museums in die gemeindlichen Strukturen ist irgendwie noch nicht ganz gelungen. Die abseitige Lage zwischen dem nördlichen Ortskernrand und Höhenried ist diesbezüglich nicht gerade optimal und macht auch die gedanklich-ideelle Integration schwierig. In der jüngsten Gemeinderatssitzung brachte Bürgermeister Josef Steigenberger die Problematik auf den Punkt: „Wenn man heute als Besucher im Dorf unterwegs ist, dann geht man nicht unbedingt ins Museum. Und wenn man im Museum ist, dann geht man nicht unbedingt ins Dorf.“

Aber was tun? Steigenberger und Museums-Direktor Daniel J. Schreiber sind schon seit längerer Zeit am Überlegen, wie Besucher das Dorf und das Museum in einer Art Symbiose gemeinsam erleben können. Dabei geht es laut Rathauschef zum Beispiel um die Fragen, wie das Umfeld des Museums speziell für Kinder und Jugendliche attraktiver gestaltet oder wie das Wegenetz verbessert werden könnte.

Die Gemeinde hat bei der regionalen „Leader“-Aktionsgruppe bereits wegen EU-Fördergeldern angeklopft – und positive Resonanz erhalten: „Man hat uns gesagt, dass eine Bereitstellung von Mitteln für so ein Projekt vorstellbar wäre. Aber es braucht ein Konzept dazu“, erklärte Steigenberger im Gemeinderat – und erste Ideen gibt es bereits.

Eine Studentengruppe der TU München hat sich unter Anleitung von Landschaftsarchitektin und Professorin Regine Keller mit dem Thema intensiv befasst. Einer der entwickelten Vorschläge: einzelne Exponate aus dem Museum temporär an frequentierten Plätzen im Dorf ausstellen – um so die Neugierde auf einen Museumsbesuch zu wecken. „Es geht nicht darum, etwas im großen Stil umzubauen, sondern um kleine Dinge“, erklärte Keller bei ihrem Gastvortrag im Gemeinderat. „Langfristig“ sei es unter anderem vorstellbar, den Weg vom Bahnhof Richtung Museum durchgängiger zu gestalten.

Auch bei der Verbindung zwischen dem Bernrieder und Höhenrieder Park am Seeufer entlang gebe es Verbesserungspotenzial: „Da gibt es Lücken. Kurz vor dem Museum merkt der Fußgänger: ,Da fehlt etwas‘“, verwies Keller auf die natürlichen Barrieren. Die studentischen Vorschläge, so betonte die Professorin, seien lediglich eine erste Ideensammlung und würden die Gemeinde zu nichts verpflichten. Im Sommer werde man eine Ausstellung der Studien-Arbeiten und Workshops zum Thema organisieren.

„Es geht ganz langsam los“, so Keller über den Stand des Entwicklungsprozesses: „Es gibt noch kein fertiges Konzept, über das der Gemeinderat jetzt abstimmen soll.“ Offiziell laufen die Planungen als Projekt des Buchheim-Museums.

„Wir müssen uns jetzt unterhalten, wie interessant wir das finden und wie man eventuell EU-Fördergelder dafür bekommt“, so Steigenberger über das weitere Prozedere – wobei Kellers Vortrag im Gemeinderat schon einmal großen Anklang fand. „Die Idee, die Leute auf das Museum neugierig zu machen, finde ich ganz toll“, reagierte Andreas Lütke (ÜFW) ebenso begeistert wie der Rathauschef: „Das ist hochspannend und könnte für unseren Ort eine Aufwertung bringen – vor allem touristisch.“

Bernhard Jepsen

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