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Lange Zeit auf dem Trockenen: der Neusee bei Bernried war wieder Thema im Gemeinderat. 

Neusee Bernried

Die Dämme sind stabil

Beim Neusee in Bernried ist jetzt alles in Ordnung - fast. Bürgermeister Steigenberger kritisierte das Vorgehen des Wasserwirtschaftsamtes. 

Bernried – Neues vom Neusee: Eine Standfestigkeitsprüfung hat ergeben, dass die Dämme an dem größtenteils trockengelegten Weiher stabil sind. Das zumindest berichtete Bürgermeister Josef Steigenberger bei der jüngsten Sitzung des Bernrieder Gemeinderats: „Man muss an den Dämmen nix Großes mehr tun. Das macht die Investitionen in die Sanierung der Weiheranlagen etwas billiger“, so der Rathauschef.

Der Neusee, der zu Gut Adelsried gehört, ist seit knapp drei Jahren ein Politikum. Die Behörden hatten 2014 aufwendige Ertüchtigungsmaßnahmen angemahnt, die die Eigentümerfamilie Limbecker aber nicht tragen wollte. Sie ließ den Weiher notgedrungen ab, worauf die Gemeinde wiederum um den Verlust eines großflächigen Biotops fürchtete. Nach langem Hin und Her mit den Ämtern einigte man sich schließlich darauf, dass die Kommune für die Sanierungsarbeiten aufkommt und im Gegenzug den Neusee als Ökoausgleichsfläche nutzen kann. Konkret müssen der Mönch (regulierbarer Ablauf) und der rund 250 Jahre alte Grundablass erneuert werden. Außerdem steht der Bau eines Überlaufbeckens auf dem Programm.

Aber hat der Weiher wirklich abgelassen werden müssen, wenn die Dämme doch stabil sind und die Bauarbeiten noch gar nicht begonnen haben? Für Markus del Fabbro gab es bei der Ratssitzung auf diese Frage keine zwei Meinungen: „Das ganze Theater hätte man sich sparen können, wenn man gleich eine Standsicherheitsprüfung gemacht hätte“, kritisierte der CSU-Gemeinderat. „Die Behörden waren selber erschrocken, als die Limbeckers 2014 den Stöpsel gezogen haben“, erklärte Steigenberger. Die Vorgehensweise der Eigentümerfamilie sei aber nachvollziehbar gewesen, schließlich habe es von der zuständigen Fachbehörde eine klare Ansage und Aufforderung zur Sanierung gegeben: „Das war wohl eine Überreaktion des Wasserwirtschaftsamtes“, monierte Steigenberger. Die Situation am Neusee habe jedoch auch in der Fachbehörde zu einem „Umdenkprozess“ geführt: „Bei den anderen Weihern auf unserem Gemeindegebiet gibt es diese Probleme nicht“, stellte der Rathauschef fest. Steigenberger versicherte, dass man die Bauarbeiten am Neusee so schnell wie möglich über die Bühne bringen wolle. Sollte der Startschuss für das Sanierungsprojekt erst nächstes Jahr fallen, werde man sich um eine Genehmigung zur zwischenzeitlichen Volleinstauung des Neusees bemühen.

Bislang ist der Weiher nur auf einer kleinen Teilfläche wiederbespannt (befüllt) worden, so Steigenberger bei der Sitzung.

Bernhard Jepsen

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