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Die vor allem mit jungen Weiden-Stämmen nachgewachsene Vegetation am Neusee wurde in der Frostperiode entfernt. 

Neusee Bernried

„Wir müssen jetzt schnell sein“

Im  Bernrieder Gemeinderat war der trockengelegte Neusee zwei Jahre lang Dauerbrenner.  Das scheint nun vorbei zu sein.

Bernried – Laut Bürgermeister Josef Steigenberger ist die vertragliche Übereinkunft mit der Eigentümerfamilie Limbecker nun endgültig unter Dach und Fach. Demnach darf die Kommune den Neusee künftig als fiktives Ökoausgleichskonto für Flächenversiegelungen zum Beispiel im Zuge der Ausweisung von neuen Wohnbaugebiete nutzen. Im Gegenzug übernimmt die Gemeinde die behördlich geforderte Sanierung des nördlichen Dammbereichs – und diesbezüglich drängt die Zeit: „Wir müssen spätestens im Mai wieder Wasser in den Neusee bringen, sonst wird das dieses Jahr wieder nichts“, erklärte Steigenberger.

Erste Vorarbeiten zur sogenannten Wiederbespannung des Weihers wurden bereits getätigt. In der Frostperiode hat die Kommune den zugewachsenen Grund ausholzen und mulchen lassen – und zwar in Eigenregie: „Das Landratsamt hat mich angerufen und gesagt: ,Damit müssten wir jetzt beginnen’. Da hab’ ich nur geantwortet: ,Ja, haben wir schon‘“, berichtete Steigenberger im Gemeinderat.

Nun müssen noch im nördlichen Dammbereich Bäume entfernt und einzelne Stämme auf ihre Standsicherheit überprüft werden. Dann kann die eigentliche Sanierung beginnen. Geplant ist der Bau eines großzügigen Notauslasses, der im Ernstfall 12 Kubikmeter Wasser in der Sekunde abführen kann und auf ein sogenanntes 5000-jähriges Hochwasser ausgelegt ist. „Das ist in etwa der Zeitraum von der letzten Eiszeit bis jetzt“, erklärte Steigenberger schmunzelnd. Nach der konzeptionellen Planung soll am Notauslass des Weihers ein robustes Betonbauwerk entstehen.

Der Haken an der Sache: Der nördliche Teil des Neusees ist nur über einen einfachen Forstweg zu erreichen, der für die Betonmischfahrzeuge aber zu eng ist. „Das heißt, wir müssen den Weg erst ausbauen, damit man mit dem schweren Gerät überhaupt an den Weiher kommt“, so Steigenberger, der in der Angelegenheit aber aufs Tempo drücken will: „Wir müssen jetzt schnell sein, auch wenn nicht alles so reibungslos läuft. Ich werde jetzt täglich im Wasserwirtschaftsamt anrufen“, versprach der Rathauschef augenzwinkernd.

Bernhard Jepsen

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