Neusee in Bernried

„Wir müssen jetzt handeln“

Bernried - Der Neusee in Bernried  soll vor dem Einlassen des Wassers ausgeholzt werden. Jetzt gibt es grünes Licht  für die Grundweihersanierung. 

Es sind nicht nur die alten Baumbestände, die Bernrieds Gemeindegebiet landschaftlich prägen, sondern auch die Vielzahl an größeren und kleineren Weihern. Die Gewässer sind aber nicht immer eine Freude, wie sich am noch immer trockengelegten Neusee zeigt. Der Weiher soll in diesem Jahr aber wieder bespannt, also mit Wasser befüllt, werden. „In den nächsten Tagen werden wir endgültig eine vertragliche Einigung mit der Eigentümerfamilie Limbecker unterzeichnen“, bestätigte Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger im Gespräch mit der Heimatzeitung. Inhaltlich wird es darauf hinauslaufen, dass die Gemeinde die behördlichen Auflagen zur Dammsanierung übernimmt und im Gegenzug das zu Gut Adelsried gehörende Gewässer als fiktive Ökoausgleichsfläche nutzen darf.

Bevor allerdings das Wasser wieder in den Neusee eingelassen werden kann, muss nicht nur der nördliche Dammabschnitt instandgesetzt, sondern auch die mit Weidenbäumen und Schilf nachgewachsene Vegetation am Weihergrund entfernt werden. „Wenn wir das drin lassen“, so Steigenberger, „dann würde das nach dem Bespannen eine braune, stinkende Brühe geben.“ Allerdings drängt langsam die Zeit. Am ersten März beginnt bekanntlich die Vogelbrutzeit, in der Ausholzarbeiten untersagt sind: „Wir müssen jetzt handeln“, weiß Steigenberger.

Ebenfalls auf dem Programm steht heuer die Sanierung des Grundweihers. Die Gemeinde hat nach langem Hin und Her mit den Behörden eine Kompromisslösung ausgehandelt. Ursprünglich sollte der Damm um mehr als fünf Meter verbreitert werden. Dazu wären rund 3000 Kubikmeter an Füllmaterial nötig gewesen. Vom ortsbildprägenden Weiher oberhalb des Unterdorfes wäre nicht mehr viel übrig geblieben. Nun sollen es lediglich 1500 Kubikmeter sein, die verbaut werden. Verwendet wird dazu der Aushub vom Wasserwerkbau. Der Abraum lagert bis dato noch auf einem großen Haufen im Bernrieder Park. Genehmigungsrechtlich ist in puncto „Grundweihersanierung“ inzwischen alles in trockenen Tüchern. „Wir haben unabhängig vom späteren Bewilligungsbescheid für die Zuschüsse die Erlaubnis zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erhalten“, berichtet Steigenberger. An Kosten rechnet der Rathauschef mit einer Summe zwischen 100 000 und 150 000 Euro.

Bernhard Jepsen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Warum es ausgerechnet in Weilheim ein WWF-Büro gibt
In Bayern gibt es nur ein Büro des WWF, eine der größten Natur- und Umweltschutzorganisationen weltweit. Warum diese ausgerechnet in Weilheim einen Sitz hat, verriet Dr. …
Warum es ausgerechnet in Weilheim ein WWF-Büro gibt
Unwetter-Alarm für die Feuerwehren
Das Unwetter hat die Penzberger Feuerwehr in Atem gehalten. Im ganzen Stadtgebiet rückten die Helfer aus. 33 Aktive mit sieben Fahrzeugen waren fast drei Stunden im …
Unwetter-Alarm für die Feuerwehren
Karlstraße in Penzberg: Vollsperrung verlängert
Die Vollsperrung der Karlstraße in Penzberg auf Höhe des Schulzentrums wird voraussichtlich zwei Tage länger dauern als ursprünglich geplant.
Karlstraße in Penzberg: Vollsperrung verlängert
Vor 125 Jahren rührte sich was in der Stadt
Vor 125 Jahren berichtete die Weilheimer Zeitung über den Alltag in der Stadt: Einbrüche, Waldfeste und Werbung fürs Ammer-Bad beschäftigten die Menschen. Es rührte sich …
Vor 125 Jahren rührte sich was in der Stadt

Kommentare