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Vorarbeit: Vor der Sanierung wurde der nördliche Neusee-Damm gerodet. 

Nun doch:

Ein bisschen Wasser für den Neusee

Neues vom Neusee: Entgegen den ursprünglichen Überlegungen wird am trockengelegten Weiher westlich von Bernried nun doch ein wenig Wasser eingelassen.

Bernried – Das Provisorium soll die Zeit bis zum Abschluss der Planungen für die behördlich geforderte Dammsanierung überbrücken und zumindest im Umfeld des durchfließenden Bachlaufs ein Nachwachsen der Vegetation verhindern. „Der Teileinstau bringt nicht viel, aber wenigstens ein bisschen was“, erklärte Bürgermeister Josef Steigenberger im Bernrieder Gemeinderat.

In der Frostperiode hatte man die nachwachsenden Weidentriebe bereits abgeholzt und die Weiher-Fläche eingemulcht. Doch die Sanierungsplanungen ziehen sich in die Länge – auch wenn „alle mit „Hochdruck dran arbeiten“, wie Steigenberger versicherte. Mit „alle“ meinte der Rathauschef auch die behördlichen Stellen: „Der Neusee ist ein Politikum. Das scheucht auch das Wasserwirtschaftsamt“, so Steigenberger im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die Sanierung betrifft hauptsächlich den nördlichen Dammbereich. Der dort platzierte Grundablass, der noch aus dem 18. Jahrhundert stammt, muss samt Mönch komplett erneuert werden. Zudem soll ein aufwendiges Überlaufbecken aus Beton errichtet werden. Eine Prognose, wann die Sanierungsarbeiten beginnen können, will Steigenberger nicht geben: „Das traue ich mich nicht mehr.“ Ob der Neusee 2017 noch komplett bespannt werden kann? „Das ist vage“, sagt Steigenberger. Einige Gemeinderäte haben Sorge, „dass das Biotop ‘Neusee‘ auf Jahre hin kaputt ist“ (Christine Philipp; Bernrieder Liste) oder der Säuregehalt des Weihers nach der Wiederbespannung aufgrund der nachwachsenden Weidenvegetation zu hoch sein könnte (Dr. Wolfgang Mutter; FDP). Unklar ist übrigens auch noch die Höhe der Kosten für die Dammsanierung: „Ich habe die vage Befürchtung, dass wir nicht weit weg von einer halben Million Euro sein werden“, sagt Steigenberger.

Mit der Eigentümerfamilie Limbecker hat man sich darauf geeinigt, dass die Gemeinde die komplette Finanzierung für die Dammertüchtigung übernimmt. Staatliche Zuschüsse gibt es dafür nicht. Der Grund: In Gegenleistung zur Dammsanierung nutzt die Kommune den Weiher als ökologische Ausgleichsfläche. „Damit fällt man aus der Förderung raus“, so Steigenberger.

Bernhard Jepsen

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