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Vereint im Protest: Vertreter des Helferkreises mit Veronika Bischoff (Mitte), Asylbewerberinnen und (links hinten) Robert Zucker, Geschäftsführer der Klinik Höhenried.

Unterkunft in Höhenried

Helferkreis Asyl: Proteste gegen Verlegung vorerst erfolgreich

Höhenried/Bernried – Der Helferkreis in Bernried beklagt, dass die Asylbewerberinnen „von heute auf morgen“ nach Herzogsägmühle umziehen sollten und protestierte:

Die Proteste haben Erfolg gezeigt – zumindest kurzfristig. Der Landkreis hat die Verlegung von zwei Asylbewerber-Familien gestoppt, die von Höhenried nach Herzogsägmühle umziehen sollten.

Rund zwei Dutzend Helfer und Betroffene hatten sich am Mittwochmorgen vor dem Atrium-Gebäude auf dem Gelände der Klinik Höhenried versammelt, um gegen die Verlegung einer Somalierin und einer Nigerianerin und ihren Kindern zu protestierten. Das Landratsamt reagierte und stoppte die Aktion – allerdings nur vorübergehend: Denn in den nächsten Wochen sollen alle der rund 15 Frauen mit ihren Kindern, die in Höhenried leben, verlegt werden. Dafür hat der Helferkreis Bernried, der die Demo organisiert hat, wenig Verständnis. Gar kein Verständnis hat er für die Kurzfristigkeit der Aktion: „Die Mutter hat am Tag zuvor um 15 Uhr erfahren, dass sie am nächsten Morgen verlegt werden soll. Sie sollte von heute auf morgen aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen werden. Das geht so nicht“, sagt Veronika Bischoff vom Helferkreis. Der setzt sich dafür ein, dass der zum 31. Oktober endende Mietvertrag zwischen Landkreis und Klinik Höhenried verlängert wird, damit die Frauen mit ihren Kindern dort bleiben können. Die hätten sich bestens eingelebt, zudem brauche eines der Kinder dringend regelmäßige medizinische Behandlung, so Bischoff.

„Das Problem verstehe ich, aber der Mietvertrag läuft nun mal zum 31. Oktober aus“, sagt Helmut Hartl, für das Asylwesen zuständiger Sachgebietsleiter. In dem eigens errichteten Gebäude in Herzogsägmühle würden die Frauen wesentlich komfortabler untergebracht. Dort gebe es einen Hausmeister, einen Betreuer, einen Lebensmittelladen und einen Shuttlebus nach Schongau und Peiting. Das Gebäude in Höhenried, in dem auch einige Mitarbeiter der Klinik wohnen, sei von der Substanz her nicht optimal; ein Abriss sei im Gespräch gewesen. „Am Anfang war uns dieses Gebäude auch recht und lieb, aber die Situation hat sich geändert“, so Hartl, der den Helferkreis lobte, weil dieser die Asylbewerber bestens betreue.

Wegen des Mietvertrags gibt es allerdings Widerspruch: Robert Zucker, Geschäftsführer der Klinik Höhenried, weist darauf hin, dass sich der Mietvertrag automatisch um ein Jahr verlängert hätte, wäre er nicht vom Landratsamt gekündigt worden. Zucker bedauert dies. „Die waren doch bei uns bestens aufgehoben und haben sich wohlgefühlt.“ Noch gestern hatte er sich für das Fortlaufen des Mietvertrags eingesetzt – vergeblich.

In Absprache mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß setzte die Behörde die Verlagerung wegen der Proteste nun für einige Wochen aus. Das bestätigt auch Josef Steigenberger, Bürgermeister von Bernried. Er hat sich persönlich bei Landrätin Jochner-Weiß beschwert. „Die Art und Weise stört mich, weder Gemeinde noch Helferkreis waren informiert. Das geht so nicht.“ Die Landrätin habe ihm versprochen, dass dies nicht mehr vorkommen werde, künftig gelte eine Vorlaufzeit von mindestens 14 Tagen, so Steigenberger, der grundsätzlich Verständnis für die Pläne das Landratsamts zeigte, die Menschen in größeren, modernen Einrichtungen unterzubringen. Gleichzeitig dürfe man aber die vielen Helfer vor Ort nicht vor den Kopf stoßen. Auch die Gemeinde sei in Vorleistung getreten, man habe Platz im Kindergarten für die Söhne und Töchter der Asylbewerberinnen geschaffen und Busse für Schulkinder organisiert. In Bernried leben derzeit rund 50 Asylbewerber: in Höhenried, im Kloster und auf Gut Unterholz.

von Johannes Thoma

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