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Einsatz zeigten beim Spatenstich (v.l.) Ruth Schönenberger, Armin Heil, Rainer Wiesmeier, Thomas Jakob, Marlene Greinwald, Peter Brummer, Josef Steigenberger, Thomas Mitschke-Collande und Robert Fäustle. 

Spatenstich für Theresia-Petsch-Haus

Wohnheim als „gelebte Nächstenliebe“

Es ist ein Projekt, das ein „Meilenstein“ in der Betreuung von Senioren und der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Bernried und Tutzing sein soll: Das Theresia-Petsch-Haus am Grundweiher in Bernried. Vor kurzem fand der offizielle Spatenstich für das mehrere Millionen Euro teure Vorhaben statt.

Bernried – Nein, Josef Steigenberger versuchte beim Spatenstich für die betreute Wohnanlage im nördlichen Teil des Postgartenareals erst gar nicht, die Vergangenheit zu beschönigen: Er habe sich vor ein paar Jahren nicht vorstellen können, dass Bernried und Tutzing einmal ein gemeinsames Projekt schultern würden, konstatierte der Bernrieder Bürgermeister noch vor der Wahl. Die beiden Gemeinden trennen zwar räumlich nur wenige Kilometer, aber es liegt die Landkreisgrenze dazwischen – und auch gesellschaftlich war der Austausch bislang nicht unbedingt rege: „Wenn die Tutzinger zu uns raufkommen wollen, ja schön. Aber das war´s dann auch“, scherzte Steigenberger bei seiner „Festrede“: Die Bauarbeiten seien zwar erst „a bisserl gestartet“, dennoch sei der Spatenstich ein „festlicher Anlass“.

Auf dem 3500 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber dem neuen Präventivzentrum der Klinik Höhenried sollen bis Ende November 2021 insgesamt 18 Tagespflegeplätze und 25 betreute Wohneinheiten entstehen. Auch das „Soziale Netz Bernried“ ist in das rund acht Millionen Euro teure Projekt mit einem Seniorentreff integriert. Realisiert und finanziert wird das Ganze durch die Theresia-Petsch-Stiftung in Kooperation mit der Ambulanten Krankenpflege Tutzing und der Gemeinde Bernried.

Die beiden Orte, so betonte Steigenberger, wachsen durch das Wohnheim „ganz gewaltig zusammen“.

Es geht um Nächstenliebe

Auch Tutzings katholischer Pfarrer und Pflegevereinsvorstand, Peter Brummer, der von Steigenberger als „Motor“ des Projekts und „Brückenbauer“ zwischen Tutzing und Bernried gewürdigt wurde, sprach von einem „großen Schritt“. Im Zusammenhang mit dem Wohnheim gehe es um nichts weniger als „gelebte Nächstenliebe“. Ähnlich äußerte sich Thomas von Mitschke-Collande. Die Schaffung von Infrastruktur für ältere Menschen sei im Gegensatz zur Kinderbetreuung noch keine Pflichtaufgabe für Kommunen: „Aber das wird kommen“, prognostizierte der Stiftungsratsvorsitzende. Das Wohnheim sei so gesehen ein „Paradebeispiel“ für die professionalisierte Seniorenbetreuung.

Obwohl einige rechtliche Hürden genommen werden mussten, sei das Projekt in „Rekordzeit“ von anderthalb Jahren geplant worden. „In Tutzing oder im Landkreis Starnberg wäre das nicht möglich gewesen“, erklärte Mitschke-Collande. Im Tutzinger Ortszentrum hätte sich vielleicht eine Seniorenresidenz für Vermögende finanziell gerechnet – „aber das war genau das, was wir nicht wollten“, so Mitschke-Collande. Das Wohnheim solle einer breiten Bevölkerungsschicht zugute kommen. „Dass das Haus im Herbst 2021 eingeweiht werden kann, dafür brauchen wir Fortune und Gottes Segen. Geh’ mas an“, so Mitschke-Collande.

Bernhard Jepsen

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