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Kostenintensive Arbeiten stehen im Kloster Bernried an, in dem die Missionsbenediktinerinnen seit 1972 ihr Bildungshaus St. Martin haben. 

Auch der Gemeinderat Bernried befasste sich mit dem Thema

Ins Kloster muss viel investiert werden

Konkrete Zahlen zu den Kosten gibt es noch nicht, aber im Kloster Bernried stehen dringende Arbeiten an. Investiert werden muss ein siebenstelliger Eurobetrag.

Drei Anträge auf „denkmalrechtliche Erlaubnis“, wie es im Amtsdeutsch heißt, standen in der jüngsten Sitzung des Bernrieder Gemeinderats auf der Tagesordnung. Konkret ging es dabei um das Kloster respektive Bildungshaus St. Martin. In der von den Missionsbenektinerinnen geleiteten Einrichtung müssen unter anderem Rauchmelder und Sicherheitsleuchten eingebaut werden. Zudem stehen Sanierungsarbeiten am Dach- und an der Außenfassade an. Für den Laien hört sich das Ganze zunächst nicht nach einem Großprojekt an – doch falsch gedacht: „Dahinter verbergen sich gewaltige Investitionen im siebenstelligen Bereich“, konstatierte Bürgermeister Josef Steigenberger im Gemeinderat.

Neben der Dachsanierung am historischen Teil des Klosters werden vor allem die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen massiv ins Geld gehen. Die Treppenhäuser müssen aufgrund der strengen gesetzlichen Vorschriften rauchdicht abgeschottet und die Flure mit Glaswänden nachgerüstet werden. „Das schmerzt finanziell und schaut auch nicht schön aus“, erklärte Steigenberger, „aber Sicherheit hat eben Vorrang - das ist schade, aber wahrscheinlich notwendig.“ Die Betonung legte der Rathauschef allerdings auf „wahrscheinlich“. „Wenn irgendwo ein Unglück passiert, dann wird sofort die große Keule geschwungen und die Behörden ziehen die Vorschriften gnadenlos hoch.“

Für das Kloster und das Bildungshaus hat das unangenehme Folgen. Der Meditationsraum etwa steht den Seminargästen derzeit nicht zur Verfügung, weil er aufgrund eines fehlenden zweiten Fluchtwegs gesperrt werden musste. „Das beeinträchtigt natürlich unsere Belegung“, beklagte Oberin Hedwig Willenbrink auf Nachfrage.

Ohne Aufrüstung des Brandschutzes könnte es auf Dauer sogar noch schlimmer kommen: „Wenn wir die Fluchtwege nicht bauen würden“, so Willenbrink, „dann müssten wir das ganze Bildungshaus schließen.“ Das ist natürlich für die Missionsbenediktinerinnen keine Option – genauso wenig wie für die Gemeinde.

„Es muss uns klar sein, dass es nicht mehr viele funktionierende Klöster gibt. Das sollte uns etwas wert sein“, signalisierte Steigenberger im Gemeinderat die Bereitschaft, eventuell auch kommunale Gelder für die Sanierung locker zu machen.

Konkrete Zahlen zur Kostenkalkulation gibt es derzeit noch nicht – oder sie werden öffentlich noch nicht kommuniziert. Das Sanierungsprojekt steckt noch im behördlichen Planverfahren. Unter anderem redet der Denkmalschutz hinsichtlich der farblichen Gestaltung der Innenflure ein Wörtchen mit. Aber die Amtsmühlen mahlen langsam: „Eigentlich hätte es schon längst losgehen sollen“, betonte Willenbrink, „aber von Seiten der Missionsbenediktinerinnen können wir da wenig machen.“

Die Absegnung der „denkmalrechtlichen Erlaubnis“ war im Gemeinderat übrigens nur eine Formalie. Die Anträge werden nun vom Denkmalamt geprüft.

Bernhard Jepsen

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