Das Theresia-Petsch-Haus wurde gestern feierlich eröffnet. Links: Armin Heil, Stiftungsvorstand und Geschäftsführer der Ambulanten Krankenpflege Tutzing.
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Das Theresia-Petsch-Haus wurde feierlich eröffnet. Links: Armin Heil, Stiftungsvorstand und Geschäftsführer der Ambulanten Krankenpflege Tutzing.

Einweihung in Bernried

Theresia-Petsch-Haus: Ein Gebäude für die ältere Generation

In Bernried wurde das Theresia-Petsch-Haus eingeweiht. Es beherbergt neben 24 Wohnungen für ältere Menschen und zwei Pflege-Appartements auch eine Tagespflege und einen Seniorentreff.

Bernried – Nach einer für ein Objekt dieser Größe relativ kurzen Bauzeit von 20 Monaten wurde am gestrigen Freitag das Seniorenzentum „Theresia-Petsch-Haus“ in Bernried eingeweiht. Das Haus am Grundweiher kann damit laut dem Stiftungsvorstand und Geschäftsführer der Ambulanten Krankenpflege Tutzing, Armin Heil, am 1. Dezember seinen Betrieb aufnehmen.

Bereits in den 1990er Jahren gab es laut Altbürgermeister Josef Steigenberger Pläne für den Bau eines Seniorenheims. Diese wurden aber nicht intensiv verfolgt. Erst nach der Erstellung des Zukunftsbilds 2002 wurden die Pläne wieder aufgegriffen.

Der symbolische erste Spatenstich war am 13. März 2020. Im Laufe der Bauarbeiten gab es Probleme, weil wegen der Corona-Pandemie einige Materialien nicht termingerecht lieferbar waren. Dennoch konnte der geplante Fertigstellungstermin eingehalten werden.

Auch an die ältere Generation denken

Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Thomas von Mitschke-Collande, sieht ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem darin, dass Staat und Kommunen zwar für die Bereitstellung der für die junge Generation notwendigen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen sorgen müssen, nicht aber für die Infrastruktur, die ältere Menschen zum Leben benötigen. Dies sollte aus seiner Sicht eine kommunale Pflichtaufgabe werden. „Hier ist die Politik gefordert“, so der Vorsitzende.

Bei dem Gebäude handelt es sich laut Bauleiter Robert Fäustle um einen Massivbau aus Beton mit Vollwärmeschutz. Das Haus steht auf einem 3500 Quadratmeter großen Grundstück. Auf den fünf Ebenen sind in den drei Obergeschossen 24 seniorengerechte Wohnungen mit ein bis drei Zimmern. Ihre Größen liegen zwischen 49 und 85 Quadratmetern. Im Erdgeschoss werden 420 Quadratmeter für die Tagespflege genutzt, 210 Quadratmeter für den Seniorentreff. Im Keller ist neben technischen Funktionsräumen und Lagerabteilen für die Bewohner eine Tiefgarage für 60 Fahrzeuge.

60 Quadratmeter Solarthermieanlage auf dem Dach

Wichtig war den Bauherren laut von Mitschke-Collande die Nachhaltigkeit des Gebäudes. Auf dem Dach befindet sich eine 60 Quadratmeter große Solarthermieanlage, die Wärme für Heizung und Warmwasser bereitstellt; den restlichen Wärmebedarf deckt eine Gasbrennwertheizung ab. Die Verkabelung für die Nachrüstung einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung für den Eigenverbrauch ist laut Fäustle bereits installiert.

Zwölf Wohnungen gehören der Gemeinde Bernried, zwölf der Theresia-Petsch-Stiftung. Beide vergeben jeweils ihre Wohnungen an ältere Bürger. Die genaue Bausumme wurde nicht genannt, sie soll jedoch im oberen siebenstelligen Bereich liegen. Ein Teil des Geldes stammt aus einer zweckgebundenen Spende von Theresia Petsch, die im Alter von fast 100 Jahren kinderlos verstorben ist. Zum Abschluss der Einweihungsfeier sprachen der katholische Pfarrer Peter Brummer, der als Seelsorger auch die Tagespflege betreut, und seine evangelische Kollegin Beate Frankenberger ein Dank- und Segensgebet.

Alfred Schubert

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