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Der Unternehmer Hermann Gerlinger (hier vor Schmidt-Rottluffs Gemälde „Rote Düne) stellt dem Bernrieder Mueum seine „Brücle“-Sammlung zur Verfügung.

Umzug der großen Gerlinger-Sammlung ins Buchheim-Museum

„Als käme ein neues Museum hinzu“

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Das Buchheim-Museum schwebt auf Wolke 7: Mit dem Umzug der großen Gerlinger-Sammlung „Die Maler der Brücke“ nach Bernried komme inhaltlich quasi „ein neues Museum hinzu“, jubelt der Direktor.

Bernried – Glückliche Zeiten im „Buchheim-Museum der Phantasie“: Die Besucherzahlen, die 2013 auf ein Tief von rund 55 000 gesunken waren, steigen kräftig, seit auch Leihgaben gezeigt werden (was die Satzung der Buchheim-Stiftung lange Zeit verbot). 2014 kamen knapp 75 000 Besucher, 2015 schon über 91 000, und vergangenes Jahr waren es genau 97 221, wie Direktor Daniel J. Schreiber am Dienstag bei einer „Medienkonferenz“ bekannt gab. Ein echter Hit ist die Hundertwasser-Schau, die kommenden Sonntag endet. Sie zog binnen viereinhalb Monaten über 50 000 Gäste an. Und auch das neu geschaffene „Labor der Phantasie“ sei ein Magnet: „Weit über 100 Menschen“, so Schreiber, nutzen „an einem normalen Wochenendtag“ die Möglichkeit, dort selbst künstlerisch tätig zu werden.

Und jetzt auch noch der gewaltige Zuwachs an Werken von Malern der Künstlergruppe „Brücke“ wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff: Dass der Würzburger Unternehmer Hermann Gerlinger (85) dem Buchheim-Museum für mindestens zehn Jahre seine über 1000 Werke umfassende „Brücke“-Sammlung leiht – eine der weltweit bedeutendsten Privatsammlungen –, verdoppelt dessen Bestand. „Wir schätzen uns glücklich“, sagte am Dienstag Dr. Walter Schön, der Vorstandsvorsitzende der Buchheim-Stiftung. Und Direktor Schreiber jubelte: „Das ist, als käme ein neues Museum hinzu.“

Auch Gerlinger zeigte sich in Bernried hochzufrieden: Seine vor fast 60 Jahren begonnene „Brücke“-Sammlung hatte seit 2001 ihr Domizil im Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale – doch vergangenen November kündigte der Sammler den Leihvertrag, weil er mit der Präsentation unzufrieden und ein Selbstporträt Schmidt-Rottluffs verloren gegangen war. „Ich hatte Angebote von vielen Museen“, sagte Gerlinger am Dienstag, aber das Buchheim-Museum sei „mit großem Abstand am besten geeignet“: „Ich bin mir sicher, dass der Zusammenschluss der beiden Sammlungen eine ganz neue, erhellende Sicht auf die Kunst der ,Brücke’ ermöglicht.“ Der 85-Jährige betonte, wie nahe er sich dem Sammler Lothar-Günther Buchheim fühle. „Ich wollte einfach Bilder um mich haben, keine Kunstschätze horten“, habe Buchheim an seinem 85. Geburtstag gesagt. Und ihm selber gehe es ähnlich, so Gerlinger: „Es steht niemandem zu, eine Sammlung wie diese für sich zu reservieren. Sie gehört der Öffentlichkeit.“

Museumsdirektor Schreiber will in Bernried mindestens eine Ausstellung im Jahr aus Gerlingers Fundus bestreiten, Auftakt ist die große Sonderschau „Brückenschlag“ ab 28. Oktober. Auch eine „dauerhafte Präsenz“ der Sammlung im Museum sei verabredet. Schreiber plant eine „qualitative Verdichtung“ und auch häufigere Wechsel im Expressionistensaal, er will die Bilder aus Buchheims und aus Gerlingers Sammlung – beide sind etwa gleich stark – „miteinander sprechen lassen“. Auch Forschungsaufgaben und Publikationen seien mit der Dauerleihgabe verbunden. Die ist auf zehn Jahre fixiert – mit möglicher Verlängerung. „Wir sind auf gutem Wege, dass mehr daraus wird“, so Gerlinger auf Nachfrage.

Das Buchheim-Museum, sagt Schreiber, baue durch den Zuwachs seine „Bedeutung als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland – neben dem Lenbachhaus mit seinem Schwerpunkt zum ,Blauen Reiter’ – weiter aus“. Dazu leisten 2017 weitere spektakuläre Ausstellungen einen Beitrag, etwa eine große Nolde-Schau ab 23. Juli. Und auch an der traditionellen „Bernrieder Kunstausstellung“ nimmt das Museum im August erstmals teil. (Mehr über das Jahresprogramm 2017 lesen Sie morgen auf „Kultur & Leben“.)

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