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Die Gründer der „Bürgerliste“: Markus del Fabbro, Patricia Greinwald und Jörg Middeldorf.

Vorbereitung auf Kommunalwahl in Bernried

„Bürgerliste“ als neutrale Plattform

Mit CSU, FDP, SPD, Bernrieder Liste und der Überparteilichen Freien Wählergruppe (ÜFW) gab es bislang fünf Gruppierungen auf Bernrieds kommunalpolitischer Bühne. Nun ist eine weitere hinzugekommen: Kurz vor Weihnachten hat sich die „Bürgerliste Bernried“ gegründet.

Bernried – Die Bürgerliste versteht sich als komplett neutrale Plattform, die ganz bewusst auf Partei- oder Vereinsstrukturen verzichtet. Gut ein Jahr ist es nun her, dass Markus del Fabbro der CSU-Fraktion im Bernrieder Gemeinderat den Rücken gekehrt hat.

Für die Christsozialen war das ein herber Schlag. Der Mitinhaber einer Trocken- und Akustikbaufirma gilt vor allem im Bauausschuss als ausgewiesener Experte und wichtiger Ratgeber. Doch del Fabbro konnte sich mit der Landespolitik der CSU nicht mehr identifizieren, speziell nicht mit der harten Linie in der Flüchtlingsfrage. Auch die Bemühungen um den Natur- und Artenschutz gingen ihm nicht weit genug.

Del Fabbro trat aus der CSU aus und verabschiedete sich konsequenterweise auch von der Ratsfraktion – obwohl es mit den Kollegen keinen Streit gegeben hatte. Seitdem sitzt del Fabbro als partei- und fraktionsloses Mitglied im Gemeinderat. ÜFW, FDP und die Bernrieder Liste haben ihm zwar eine neue politische Heimat angeboten, allerdings hat sich del Fabbro seine Eigenständigkeit bewahrt – und das ganz bewusst: „Ich will mich nicht irgendwo anpassen müssen“, erklärt er.

Und die von ihm betonte Unabhängigkeit soll nun zu einem Programm für Bernried werden: Gemeinsam mit Patricia Greinwald und Jörg Middeldorff hat del Fabbro kurz vor Weihnachten die „Bürgerliste Bernried“ aus der Taufe gehoben.

Die Intention: Eine Wahl-Vorschlagsliste für die Kommunalwahlen 2020 aufzustellen, auf der sich jeder wahlberechtigte Bernrieder für einen Sitz im Gemeinderat bewerben kann – und zwar unabhängig von der politischen Richtung oder einer eventuellen Parteienzugehörigkeit. Einzige Voraussetzung: Die Kandidaten müssen sich den demokratischen und rechtsstaatlichen Regeln verpflichtet fühlen.

Das Projekt „Bürgerliste Bernried“ hat ein ambitioniertes Fernziel: So wollen del Fabbro, Greinwald und Middeldorff auf kommunaler Ebene die Parteistrukturen in Bernried aufbrechen und beseitigen – soll heißen: Bei Gemeinderatswahlen sollen nur noch Personen und nicht Parteien oder Gruppierungen im Fokus stehen. Wunschvorstellung ist es, dass im Klosterdorf nur noch eine, wie sie del Fabbro nennt, „echte Bürgerliste“ aufgestellt wird.

Die 14 Kandidaten mit den meisten Stimmen sollen dann automatisch in den Gemeinderat einziehen. Schon zu seinen CSU-Zeiten hat del Fabbro ein solches Wahlprozedere vorgeschlagen, doch für CSU, FDP und SPD mit ihren Parteiapparaten im Hintergrund kam ein derartiges Konstrukt bis dato nicht in Frage. Auch bei der ÜFW, das weiß del Fabbro, sind nicht alle über seinen Vorschlag begeistert. „Für 2020 wird das sehr schwierig. Es ist eher ein mittel- bis langfristiges Ziel“, relativiert er. Allerdings: „Was man so hört, haben die Parteien und die ÜFW ziemliche Probleme ihre Listen vollzubekommen.“ Vor allem jüngere Bürger würden sich immer seltener an Parteien und Gruppierungen binden wollen. Eine neutrale Liste, so glaubt del Fabbro, sei für diese Klientel genau die richtige Anlaufstelle. Bei der „Bürgerliste Bernried“ müsse man weder Mitglied werden noch Beiträge zahlen.

Im März wollen del Fabbro und seine Mitstreiter zu einer Informationsveranstaltung einladen. Das Projekt steckt also noch weit in den Kinderschuhen. Deshalb winkt del Fabbro auch bezüglich der Frage ab, ob die Bürgerliste 2020 einen Bürgermeisterkandidaten stellen möchte: „Das wäre viel zu weit gegriffen“, erklärt er.

VON BERNHARD JEPSEN

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