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Segen für die Unterkunft der „Füchse“: Diakon Robert Ischwang beim Weiheakt. foto: Jepsen

Bernrieder Waldhort eingeweiht

„Das wird eine Erfolgsstory“

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„Schöner kann man es gar nicht haben. Man erlebt die Kinder ganz anders als in einer gebäudebezogenen Einrichtung.“ Christian Allgeyer, der Leiter des neugegründeten Waldhorts in Bernried, kam bei der offiziellen Eröffnungsfeier aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Bernried – Seit Schuljahresbeginn haben die „Füchse“ ihr Quartier oberhalb des Grundweihers bezogen. Die 15 Kinder, die derzeit im Waldhort betreut werden, haben das Gelände bereits fest in Beschlag genommen und ein Baumlager sowie Tipis gebaut – das Areal ist ein wunderbarer Abenteuerspielplatz: „Die Kinder genießen es, draußen in der Natur zu sein. Sie sind hier schon richtig heimisch geworden – und wenn um halb fünf Uhr der Papa oder die Mama zum Abholen kommen, dann wollen sie gar nicht heimgehen“, erzählt Allgeyer. Bernrieds Vize-Bürgermeister Robert Schiebel fand in seinem Grußwort ähnlich lobende Worte für den vom Trägerverein „Waldkinder Bernried“ betriebenen Waldhort und sprach kurz und knapp von einem „Leuchtturmprojekt“. Das ist nicht übertrieben: Im Landkreis ist die Einrichtung mit ihrem naturpädagogischen Konzept bislang die einzige ihrer Art. Und es gibt ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Der Waldhort kommt ohne festes Gebäude mit Heizung, Strom und Wasseranschluss aus. Er läuft quasi autark. Zum Hausaufgaben machen und zum Mittagessen bei Regenwetter wurden von einer Leipziger Spezialfirma zwei Bauwägen angefertigt, die mit einem Holzofen beheizt und einer Solaranlage elektrifiziert sind. Als stilles Örtchen stehen zwei Komposttoiletten parat. Zur Ausstattung und Beschaffung der beiden Bauwägen hatte die Gemeinde im laufenden Haushalt einen Ansatz von knapp 130 000 Euro eingestellt. „Ich hoffe, dass Mensch und Natur gut harmonieren und der Platz eine Bereicherung erfährt“, erklärte Schiebel. Schiebel versicherte: „Der Waldhort wird eine Erfolgsstory. Der Mensch gehört in die Natur, denn dort sind die besten Bedingungen.“

Die Idee eine Waldhortgruppe einzurichten, ist in Bernried übrigens nicht ganz neu. Erste Ansätze gab es schon einmal in Kooperation mit der Bernrieder Mittagsbetreuung und den „Waldläufern“. Der Verein „Waldkinder Bernried“ verlor die Angelegenheit nicht aus den Augen. Es sollte für Schulkinder ein geregeltes Anschlussangebot zum etablierten Waldkindergarten installiert werden.

Nach einer vierteljährigen „Findungsphase“, wie es Vereinsvorstand Alexander Preuß in seiner Festrede formulierte, läutete schließlich Ende 2016 ein konkreter Antrag bei der Gemeinde das Vorhaben ein. Zunächst war als Domizil der alte Ochsenstall im Hofgut und ein ausrangierter Schiffscontainer im Gespräch, doch dann fokussierte man sich auf die Bauwagenlösung oberhalb des Grundweihers.

„Wir waren perplex und total dankbar, dass die Gemeinde das Projekt so befürwortet hat“, so Preuß. Die Abläufe hätten sich bereits gut eingespielt und auch die unbefristete Betriebserlaubnis liege nun vor: „Ich bin zuversichtlich, dass wir bald voll werden“, so Preuß. Mit derzeit 15 Kindern läuft der Waldhort noch defizitär. Die Maximalkapazität liegt samt Inklusionskind bei 23 Plätzen.

Bernhard Jepsen

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