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bernrieder Park und Höhenrieder Parkanlage

Von den Baumriesen gelernt

Bernried - Das Umweltprojekt „Bernrieder Vorsprung“ gibt es seit fünf jahren. Nun wurde  Bilanz gezogen.

Beide weisen einen reichhaltigen Bestand an Methusalembäumen auf, doch es gibt einen Unterschied: Die biologische Artenvielfalt in den Uralt-Habitaten ist in der Höhenrieder Parkanlage deutlich höher als im weiter südlich gelegenen Bernrieder Park. Ein Grund dafür ist vermutlich, dass letzterer landwirtschaftlich intensiv genutzt wird.

Das zumindest ist eine der Erkenntnisse, die im Rahmen des vom Bayerischen Naturschutzfonds finanziell unterstützten Projekts „Bernrieder Vorsprung – Baumriesen, Naturerbe und Artenvielfalt am Starnberger See“ gewonnen wurden. Fünf Jahre lang wurden unter Regie von Projektkoordinatorin Christina Voormann und der Trägergemeinschaft (unter anderem Gemeinde Bernried, Bund Naturschutz, Wilhelmina-Busch-Woods-Stiftung) die zahlreichen Uralt-Bäume auf dem Gelände des in den See hineinragenden Geländesporns (daher der Name „Bernrieder Vorsprung“) kartiert, Fachsymposien abgehalten, und erste Pflegemaßnahmen wurden über die Bühne gebracht.

Der Schwerpunkt lag aber auf der Bestandsanalyse und der Entwicklung von Erhaltungsstrategien: „Es ging darum, von den Baumriesen zu lernen – und wir haben gelernt“, betonte Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger bei der Projekt-Abschlussveranstaltung. Was genau gelernt wurde, das bekamen die rund 50 Besucher im Schloss Höhenried in drei Fachvorträgen zu hören. Da war von Schutzzonen rings um die Stämme die Rede, von stufenweisen Kronenrückschnitten, von Lebensräumen für „xylobionte Käfer“ sowie von Pilzen und „Mykorrhiza“ als Grundbausteine für die Vitalität von Bäumen.

Doch es gab auch Kritik bei der Veranstaltung: Der Weilheimer Architekt Heiko Folkerts verwies bezüglich des Bernrieder Parks auf den Charakter als denkmalgeschützte Gartenanlage. Die Bäume dürften beispielsweise nicht durch Strauchunterpflanzungen „entstellt“ werden: „Ich lobe die Bestrebungen für den Baumerhalt, aber es muss mehr Rücksicht auf die Parkpflege genommen werden“, so Folkerts.

Eine Besucherin wollte wissen, ob die intensive Landwirtschaft im Bernrieder Park beendet werde. Eine konkrete Antwort bekam sie nicht. Das Thema erfordert Diplomatie, weil es alte Nutzungsrechte gibt. „Es laufen Gespräche mit dem Hofgut“, ließ Voormann wissen.

Und wie geht es mit dem „Bernrieder Vorsprung“ nun weiter? „Wir dürfen es nicht beenden. Es muss weitergehen“, erklärte Bürgermeister Steigenberger: „Ob es uns gelingt, wieder ein Projekt draus zu machen, wissen wir aber noch nicht.“

Bernhard Jepsen

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