Besuch beim Gögerlfräulein

Weilheim - Zu einem kleinen Wanderparadies entwickelte sich Weilheim in den vergangenen Monaten. Selbst Pilgerwege der „Heiligen Landschaft“ machen Station..

Als es in Weilheim darum ging, neue Wanderwege für das „Wanderwegenetz Pfaffenwinkel“ auszuweisen, musste die Stadt nicht lange überlegen: Das Gögerl, der 624 Meter hohe Hausberg Weilheims, war geradezu prädestiniert für einen so genannten Themenweg. Denn dort findet sich eine ungewöhnliche und seltene Kombination von landschaftlicher Schönheit, reicher und vielfältiger Flora und Fauna und kulturgeschichtlichen Denkmälern, garniert mit einer Gaststätte - und alles in unmittelbarere Stadtnähe

Inzwischen ist am und ums Gögerl ein kleines Wanderparadies entstanden, das, so Susanne Lengger, Geschäftsführerin vom „Tourismusverband Pfaffenwinkel“, speziell auf Familien zugeschnitten ist. Eine Spielburg an jenem Platz, an dem einmal die „Gögerlburg“ gestanden haben soll, gehört ebenso dazu wie eine Stelle zur Erinnerung an das legendäre Gögerfräulein und zwei Schaukel-Liegen.

Doch es geht um mehr als nur ums Wandern, es geht auch um Heimatkunde. Auf einer Hinweistafel an der Spielburg wird zum Beispiel erklärt, warum gerade auf dem Gögerl im Mittelalter Befestigungsanlagen erbaut wurden: „Man kann von hier aus weit sehen und war wegen der steilen Hänge nur schwer angreifbar. Im Tal verlief eine wichtige Straßenverbindung von Italien bis nach Augsburg, die von hier aus kontrolliert werden konnte“.

Von den Burgen auf dem Gögerl und dem Hechenberg ist schon lange nichts mehr zu sehen, nur Wälle im Erdreich erinnern noch an sie. Deswegen, so Lengger, werden die Kinder angeregt, im Wald selbst kleine Wallanlagen aus Erde zu bauen. Denn, wie es auf der Tafel heißt, „Befestigungsanlagen aus dieser Zeit waren von Wällen aus Erde und Holz umgeben“.

Die Kosten für die Umsetzung des von dem Weilheimer Landschaftsarchitekturbüro „Vogl + Kloyer“ entworfenen Konzepts für den „Gögerl-Weg“ lagen laut Susanne Lengger bei rund 34 000 Euro netto. Rund 40 Prozent davon wurden aus Leader-Mitteln der Europäischen Union finanziert. Gesteuert wurde die Fördeurng von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Auerbergland-Pfaffenwinkel, die in Schongau eine Geschäftsstelle hat. Insgesamt wurden im Landkreis laut Projektleiterin Kerstin Hosse in den vergangenen sieben Jahren von der EU 37 Einzelprojekte der verschiedensten Art mit 2,1 Millionen Euro unterstützt.

Laut Lengger sind mit dem neuen Themenweg am Gögerl drei weitere Wanderwege verbunden, die zum Teil bis in den Hardt führen. Näheres dazu, etwa über ihre Länge und die zu überwindenden Höhenmeter, findet sich auf einer neuen, detailreichen Hinweistafel am Gögerl-Parkplatz.

Weilheim hat aber auch mitten in der Stadt zwei Stationen der am Hohen Peißenberg zusammenlaufenden Pilgerwege der „Heiligen Landschaft“. Eine davon befindet sich an der Kirche St. Pölten. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Stadtpfarrer Engelbert Birkle entworfen und bietet neben Rastplätzen auch eine Art Pilgerbuch. An einer anderen der insgesamt drei Pilgerroute steht am Friedhof eine Bank. In Deutenhausen soll zudem eine Tafel aufgestellt werden.

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