Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst
+
Blick in die Vergangenheit: So sah das damalige BHS-Verwaltungsgebäude kurz nach seiner Errichtung vor rund 55 Jahren aus. 

BHS-Bürogebäude

Herrschaftlich und erschütterungsfest

Peißenberg - Vor 55 Jahren wurde das BHS-Bürogebäude errichtet.  Zeit für Erinnerungen an damals – und einen Blick in die Zukunft.

Es gibt Leute, die es kaum erwarten können, bis ihr Arbeitsleben endet und die Rentnerzeit beginnt. Bei Helmut Pattberg war das anders. „Ich habe nicht gerne aufgehört“, erzählt der ehemalige Ingenieur und Architekt. Von 1971 war Pattberg für die „Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke AG“ – kurz BHS – tätig. Dass dem 69-Jährigen sein Job „unwahrscheinlich gut gefallen“ hat, das lag vermutlich auch an dem attraktiven Arbeitsumfeld, das ihm in Peißenberg geboten wurde. Zwar war Pattberg deutschlandweit viel auf Baustellen unterwegs, doch wenn er im BHS-Hauptquartier an der Bergwerkstraße 14 zugegen war, dann hatte er von seinem komfortablen Büro in einem der oberen Stockwerke freie Sicht auf die Bergkette. „Ich habe das Haus wirklich gern gehabt“, sagt Pattberg über das ehemalige BHS-Gebäude, das bis heute ein markantes Element in Peißenbergs Ortssilhouette ist – und das nun in eine moderne Wohn- und Büroanlage umgestaltet werden soll (wir berichteten).

Die Skelettbauweise, die es ermöglichte, die Wände individuell zu verschieben, das großzügige Treppenhaus mit seinem Rundgang und repräsentativem Entree, der große Sitzungssaal im dritten Stock, all das ist Pattberg in Erinnerung geblieben: „Das Haus hatte etwas Hochherrschaftliches – damals war eben für so etwas noch das Geld da“, erzählt der gebürtige Peißenberger.

Mit „damals“ meint Pattberg das Baujahr 1960. Die zu dieser Zeit noch in Staatsbesitz befindliche BHS musste ihren Hauptsitz an der Münchener Ludwigstraße verlassen, weil die dortige Universität Platzbedarf anmeldete. Man entschied sich, einen Teil der Verwaltung an das BHS-eigene Bergwerksgelände nach Peißenberg auszulagern. „Beim Bau wurden viele architektonische Elemente von der Ludwigstraße übernommen“, weiß Pattberg. Dass das Peißenberger Bergwerk bereits 1971 schließen würde und die Standortentscheidung der BHS nicht unbedingt von Weitblick geprägt war, daran dachte damals noch niemand: Der Büroturm wurde wegen des nahegelegenen Grubenbetriebs sogar erschütterungssicher gebaut. „Jeder hat noch von der Kohle geschwärmt und gedacht, das Bergwerk bleibt ewig bestehen“, erzählt Pattberg.

Blick in die Zukunft: So soll der ehemalige BHS-Büroturm künftig mit Blickrichtung Norden aussehen. Im Sommer 2017 soll der Umbau fertig sein.

Aus „ewig“ wurden gerade einmal elf Jahre – und auch die später privatisierte BHS gibt es heute nicht mehr. Sie wurde Ende 2013 innerhalb des Mutterkonzerns „Evonik“ aufgelöst. Schon Jahre zuvor war damit begonnen worden, den BHS-Liegenschaftsbesitz zu vermarkten. Lediglich Immobilien, die Profit versprachen, wurden vom Konzern gehalten. Dazu gehörte ursprünglich auch der BHS-Büroturm.

2008 wurde das Gebäude saniert und energetisch auf Vordermann gebracht. Doch das Konzept, allein Büroflächen anzubieten, ging nicht auf: „Dafür ist der Bedarf in Peißenberg einfach nicht da“, sagt Immobilienmakler Wolfgang Sartory, der von „Evonik“ im Sommer 2014 beauftragt wurde, einen Käufer respektive Investor für eine alternative Planung zu suchen. Und Sartory wurde mit Rainer Schwinghammer auch fündig.

Nachdem das behördliche Planverfahren zunächst ins Stocken geraten war (wir berichteten), hat der Oberhausener Bauunternehmer kürzlich vom Landratsamt die Baugenehmigung für die Umgestaltung des BHS-Turms erhalten. Bis zum Sommer 2017 sollen 24 Wohn- und fünf Büroeinheiten entstehen. Die massive Grundsubstanz des Gebäudes wird dabei erhalten bleiben: „Der Rohbau steht praktisch schon“, sagt Schwinghammer.

Helmut Pattberg ist mit der architektonischen Neuplanung zufrieden. „Mir gefällt das recht gut“, lobt er, „Vor allem die neue Dachgestaltung ist wirklich toll.“ Die Vermarktung der Wohnungen – je nach Etage und Quadratmeter liegen die Preise zwischen 122 500 und 195 500 Euro – ist voll im Gange. Über 50 Prozent der Einheiten sind schon vergeben. „Wir haben viele Käufer auf der Liste, die früher bereits in dem Gebäude gearbeitet haben“, sagt Schwinghammer – das bringt Pattberg fast ein bisschen in Zugzwang, gibt der ehemalige BHS-Mitarbeiter mit einem Schmunzeln zu: „Eigentlich müsste ich mir dann auch noch eine Wohnung nehmen.“

Bernhard Jepsen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Und ewig grüßen die Radwege
Tagt der Verkehrsausschuss, kommt das Thema „Radwege“ auf den Tisch. In der Maisitzung ging es um einen zwischen Bärenmühle und Lautenbachmühle an der Deutenhausener …
Und ewig grüßen die Radwege
Drei Verletzte bei Kollision in Penzberg
Drei Leichtverletzte, darunter zwei Kinder, und ein hoher Sachschaden - das ist die Bilanz eines Unfalls in Penzberg.
Drei Verletzte bei Kollision in Penzberg
Schlechter Besuch war eine Ausnahme
Es war einfach zu heiß, deshalb blieben die Besucher beim Peißenberger Maimarkt aus. Der Termin soll indes bleiben. 
Schlechter Besuch war eine Ausnahme
3,7 Millionen fürs Wasser
Rund 3,7 Millionen Euro hat sich die Gemeinde Polling die Ertüchtigung ihrer Wasserversorgung kosten lassen. Vorerst letztes Projekt war der Bau eines Brunnenhauses an …
3,7 Millionen fürs Wasser

Kommentare