In diesen Bereichen Weilheims sieht das Parkraumkonzept prinzipiell Anwohnerparken vor. Doch tatsächlich besteht nur teilweise Bedarf dafür. grafik: stadt WM/archiv mm
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In diesen Bereichen Weilheims sieht das Parkraumkonzept prinzipiell Anwohnerparken vor. Doch tatsächlich besteht nur teilweise Bedarf dafür.

Der Bedarf ist offenbar nicht sehr groß

Soll es in Weilheim mehr Anwohnerparken geben?

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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In der Altstadt wurde bereits 2018 das Anwohnerparken eingeführt. Doch Weilheims „Gesamtparkraumkonzept“ sieht eigentlich noch für fünf weitere Stadtbereiche Autostellplätze vor, die für Anwohner reserviert sind. Wie es dort um die Umsetzung steht, war jetzt Thema im Verkehrsausschuss.

Weilheim – „Anwohnerparken light“ so hat unsere Zeitung beschrieben, was der Verkehrsausschuss des Weilheimer Stadtrates im Oktober 2018 festgelegt hat: die Ausweisung von Parkplätzen für Bewohner des Altstadtgebietes innerhalb der Stadtmauern. Denn die Schaffung weiterer Anwohnerparkzonen, die das 2017 beschlossene „Gesamtparkraumkonzept“ fürs Stadtgebiet anregt, wurde zunächst vertagt. Nun gab es nach längerer Zeit mal wieder einen umfassenden Bericht zu diesem Thema im Verkehrsausschuss. Und dabei wurde deutlich: Der Bedarf an zusätzlichen Anwohnerparkbereichen ist offenbar nicht sehr groß.

In der Altstadt hat sich das Ganze laut Ordnungsamts-Leiter Andreas Wunder gut eingespielt. Im Jahr 2019 habe die Stadtverwaltung dort 84 Parkausweise an Anwohner ausgegeben (gegen eine Gebühr von 30 Euro jährlich), im Jahr darauf hatten nurmehr 67 Betroffene einen solchen Ausweis beantragt. Die ihnen vorbehaltenen Stellplätze beim Finanzamt am Oberen Graben sowie auf dem Parkplatz „Unterer Graben Süd“ hätten stets ausgereicht. Insbesondere auf Letzterem „war immer Luft“, sagte Wunder, das hätten regelmäßige Kontrollen bestätigt.

Eine Neuausweisung von Anwohnerstellplätzen ist dem Ordnungsamts-Chef zufolge am ehesten zwischen Mittlerem Graben und Kaltenmoserstraße angebracht –in dem Viertel, das im Parkraumkonzept als Gebiet C ausgewiesen ist. „Parkdruck“ erzeugen hier laut Wunder vor allem „Berufs- und Fachoberschüler, die in diesen Wohngebieten Parkmöglichkeiten suchen“. Doch dieser Druck werde sich nach Fertigstellung des Berufsschulzentrums am Narbonner Ring wohl auflösen. Zudem werde das Parkhaus auf dem alten Stadtwerkegelände an der Krumpperstraße – für das gerade das Bebauungsplanverfahren läuft – „weitere Parkplatzmöglichkeiten für die Innenstadtbediensteten“ schaffen. Im Stadtrat wurde im Februar erneut bekräftigt, dass in diesem Viertel dann baldmöglichst Anwohnerstellplätze auszuweisen seien.

Parkplatzbedarf rund um den Bahnhof hat sich verringert

In den anderen Stadtteilen, für die das „Gesamtparkraumkonzept“ eigentlich Anwohnerparken vorsieht, besteht nach Überzeugung der Stadtverwaltung hingegen kaum Bedarf. Im Bereich des Öferls und der Hangstraße habe sich der Parkdruck durch das neue Parkhaus am Bahnhof und die Corona-Pandemie „erheblich reduziert“. Verändertes Pendlerverhalten und zunehmendes Homeoffice führten laut Wunder zu spürbar geringerem Parkplatzbedarf rund um den Bahnhof. So gebe es am Öferl aktuell „keinen Handlungsbedarf hinsichtlich des Anwohnerparkens“. Die Situation solle aber „nach Beendigung der Pandemie weiter beobachtet werden“.

„Nur ganz vereinzelte Anfragen von Anwohnern“ nach Parkausweisen gebe es nördlich der Oberen Stadt (Gebiet D). Dort rät Wunder auch klar davon ab, Anwohnerparkplätze auszuweisen, weil dann die gebührenpflichtigen Stellplätze vor den Geschäften in der Oberen Stadt entfallen müssten. „Da schadet man dem Einzelhandel, den man doch eher unterstützen will“, sagte der Ordnungsamts-Leiter im Verkehrsausschuss. Die „vereinzelten Parkprobleme der Anwohner in der Oberen Stadt“ seien zu lösen, in dem diese im künftigen Parkhaus an der Krumpperstraße Plätze anmieten.

Ähnlich die Lage südlich der Oberen Stadt (Gebiet E): Dort hätten die Anwesen teilweise rückwärtige Erschließungen und Parkmöglichkeiten; „ein Parkdruck der Anwohner war von Seiten des Ordnungsamtes bisher nicht feststellbar“, so Wunder. Hoher Parkplatzbedarf bestehe dort für die Angestellten und Besucher des Krankenhauses, für diese wären „neue Parkplätze äußerst wünschenswert, aber sicherlich schwer zu realisieren“.

Westlich des Unteren Grabens (Gebiet B) gibt es nach Wunders Einschätzung prinzipiell „kein Parkplatzproblem für die Anwohner“, weil diese für sich „ausreichend Parkplätze auf eigenem Grund geschaffen“ hätten. In diesem Bereich Anwohnerparken auszuweisen, sei also nicht notwendig und wäre laut Wunder sogar kontraproduktiv, weil dadurch „parkplatzsuchende Innenstadtbeschäftigte in andere Wohngebiete vertrieben“ würden.

Fazit des Ordnungsamts-Leiters: „Letztendlich muss man das Parkraumkonzept weiter beobachten und immer wieder prüfen.“ Dabei bat er Weilheims Bürger ausdrücklich, ihre Beobachtungen sowie eventuelle Nöte im Rathaus zu melden.

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