Breitfilz-Anlage in Penzberg: Ein Verein hat sich nun gegründet, der einen Pachtvertrag mit der Stadt abschließen will.
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Breitfilz-Anlage: Ein Verein hat sich nun gegründet, der einen Pachtvertrag mit der Stadt abschließen will.

Schrebergärten in Penzberg

Breitfilz: Debatte um Biotop-Nähe

  • vonWolfgang Schörner
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Bei der Breitfilz-Anlage geht es voran: Zum einen haben sich die Kleingärtner des „Teams Breitfilz“ zu einem Verein zusammengeschlossen. Zum anderen hat die Stadt Penzberg einen Bebauungsplan mit erweitertem Geltungsbereich ins Verfahren geschickt, um die Schrebergartenanlage im Breitfilz zu legalisieren. Allerdings gibt es auch Kritik.

Penzberg – Erst im Juni hatte die Stadt für die Breitfilz-Anlage ein Brandschutzkonzept vorgestellt, das einen Löschwassertank und einen Ausbau der Wege vorsieht. Nun schickte der Stadtrat einen geänderten Bebauungsplan ins Verfahren. Dieser Plan ist eine Voraussetzung dafür, dass die die „Freizeitgärten“ im Breitfilz wieder genutzt werden dürfen. Seit zweieinhalb Jahren ist dies, als Folge einer Anordnung des Landratsamtes, im Prinzip nicht möglich. Seither gibt es keine gültigen Pachtverträge.

Diskussion um Bebauungsplan: Kritik an Biotop-Nähe

An dem erweiterten Bebauungsplan für das künftige „Sondergebiet für Freizeit und Gärten“ gab es in der jüngsten Stadtratssitzung allerdings Kritik, genauer gesagt am vergrößerten Geltungsbereich. Dieser umfasst nun am Rand auch Flächen, die sich mit kartierten Biotop- und FFH-Flächen überlappen. Seitens der Rathaus-Abteilung für Grünordnungsstelle im Rathaus hieß es dazu, dass sich auf diesen Erweiterungsflächen bereits Kleingartenparzellen befänden, weswegen möglicherweise keine neue, also zusätzliche Artenschutzprüfung (eine Prüfung nach dem Ursprungsplan läuft seit 2019) nötig sein könnte.

In der Sitzung monierte Katharina von Platen (Grüne), dass sich die Stellungnahme der Grünordnung-Abteilung „so signifikant geändert“ habe. Vorher sei sie kritisch gewesen, nun aber unkritisch, sagte sie. John-Christian Eilert (Grüne) monierte, dass die kartierte Biotopflächen in den Geltungsbereich genommen wurden. Martin Janner (Penzberg miteinander) sagte, es sei eine ausgewogene Lösung nötig, die den Schutz des Breitfilz-Hochmoors gewährleiste. Er sehe keinen zwingenden Grund für die Erweiterung des Geltungsbereichs. Janner forderte einen Puffer zu den Gärten. „Meiner Ansicht nach ist das jetzt zu nah.“ Er schlug auch vor, Leuten mit Hütten nah am Moor eine Ersatzfläche anzubieten.

Stadtbauamt: Untersuchung durch Behörde

Stadtbaumeister Justus Klement verteidigte dagegen das Vorgehen. Er bestätigte zum einen, dass eine Biotopfläche nicht mit einer Nutzung überlagert werden könne. Zum anderen sagte er, dass es Fälle gebe, in denen früher kartierte Biotope nicht mehr zu finden seien. Untersucht wird dies ihm zufolge – auch wenn nicht mit einer neuen Artenschutzprüfung – im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens. Die Naturschutzbehörde, sagte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU), werde prüfen, ob es sich bei den kartierten Flächen noch um Biotope handelt. Hardi Lenk (SPD) erklärte den erweiterten Geltungsbereich auch damit, dass auf diese Weise die ökologischen Schutzstreifen mitbehandelt werden können. „Die Freizeitanlage wächst nicht“, so Klement. „Es ist keine Landnahme.“ Am Ende schickte eine Mehrheit den erweiterten Bebauungsplan ins Verfahren.

„Freizeitgärten Breitfilz“: Neuer Verein hat sich gegründet

Mit Spannung erwartet wird das Ergebnis – es liegt wohl in einigen Monaten vor – beim „Team Breitfilz“. Dort ist man mittlerweile auch einen Schritt weiter. Wie Paul Hattemer mitteilte, hat sich das Team in den Verein „Freizeitgärten Breitfilz“ verwandelt. Er selbst wurde zum Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter ist Walter Höck. Marianne Resl wurde Geschäftsführerin und Kassenwartin. Beisitzer sind Thomas Zenyel, Rudi Fesl und Christof Ludewig. Gründungsmitglied Yusuf Türkyilmaz habe den Vorstand aus gesundheitlichen Gründen wieder verlassen müssen, so Hattemer.

Im Werden, so Hattemer, seien zudem Vereinssatzung, Gartenordnung und Pachtvertrag mit der Stadt. Interessenten für eine künftige Vereinsmitgliedschaft und für eine Gartenparzelle können sich laut dem Vorsitzenden bereits jetzt beim Verein bewerben. Sogenannte Unterpachtverträge ließen aber noch auf sich warten. Dies ist laut Hattemer erst möglich, wenn die Verbote aufgehoben sind und der Pachtvertrag zwischen Verein und Stadt unterschriftsreif ist.

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