+
Im „Weilheimer Buchmarkt“ rüstet man sich bereits für den Umzug. Im Bild: Prof. Gerald Hauer (l.), Ursula Hauer und Horst Wanetschek. Letzterer ist Gründer des Buchmarkts, welcher von 2000 bis 2012 im Regionalzentrum St. Anna sein Domizil hatte. 2012 zog er in die Agentur für Arbeit um. Bücher kosteten dort in der Regel jeweils einen bis fünf Euro. 

Rotary Club Weilheim

Buchmarkt braucht dringend neues Domizil

Weilheim - Der „Weilheimer Buchmarkt“ ist „auf Herbergssuche“. Die karitative Institution muss ihr Domizil in der Agentur für Arbeit räumen.

 Die fünf Räume, in denen derzeit noch Zehntausende von Büchern und anderen Medien die Regale füllen, werden künftig von der Agentur selbst sowie vom Jobcenter Weilheim-Schongau benötigt. Es bestehe jetzt „ein größerer Eigenbedarf“, so die Agentur in einer Pressemitteilung, in verschiedenen Arbeitsgebieten – unter anderem im Flüchtlingsbereich – werde das Personal aufgestockt.

„Wir sind bis ins Herz getroffen“, sagt Hauer über die Kündigung der Räume. Allerdings habe er auch Verständnis für die Entscheidung der Arbeitsagentur, die seines Wissens mindestens 20 neue Mitarbeiter bekommt.

Ende Februar muss der Buchmarkt des „Rotary Clubs“ aus dem Gebäude an der Karwendelstraße ausgezogen sein. Doch wo gibt es passende neue Räume? Hauer und seine Mitstreiter haben noch keine neue Bleibe in Aussicht. Sie hoffen nun, dass sich jemand meldet, der in Weilheim Platz für die vielen Bücher und anderen Medien bieten kann – und zwar möglichst kostenlos.

Rund 170 000 Euro hat der „Weilheimer Buchmarkt“ seit seiner Gründung im Jahr 2000 für den Sozialfonds des „Rotary Clubs“ und damit für den guten Zweck gesammelt. Die „Weilheimer Tafel“ profitierte davon genauso wie der „Hospizverein Pfaffenwinkel“ und das Schülercoaching in der Kreisstadt. Inzwischen kommt der größte Teil der Buchmarkt-Einnahmen aus dem Handel im Internet, der allerdings nicht von der Karwendelstraße aus, sondern hauptsächlich von Räumen an der Johann-Baur-Straße aus abgewickelt wird. Viele Bücher bekomme der Buchmarkt nicht nur einmal geschenkt, und daher böte sich der Verkauf via Internet an, sagt Ursula Hauer. Sie ist zusammen mit Hanne Wittermann für den Verkauf an Internetportale zuständig. Buchmarkt-Gründer Horst Wanetschek nutzt darüber hinaus die Möglichkeit, gespendete Bücher bei „Amazon“ anzubieten.

Doch der direkte Verkauf bei den Märkten, wie sie zuletzt circa zweimal jährlich in den Räumen der Arbeitsagentur stattfanden, darf laut Gerald Hauer nicht wegfallen. Pro Wochenendöffnung kauften etwa 200 bis 300 Menschen ein. Hauer ist optimistisch, dass sich ein Ersatz für die fünf Räume mit ihren rund 140 Quadratmetern findet. Auch in diesem Fall gelte der Satz: „Wir schaffen das.“

Für Samstag, 30. Januar, plant der „Rotary Club“ einen Räumungsverkauf in seinen Räumen in der Arbeitsagentur. Dann können die Besucher von 9 bis 18 Uhr noch einmal dort stöbern. Bücher – vom Krimi über den Reiseführer bis zum Kinderbuch und Antiquarisches wie Neues – finden sie beim Buchmarkt genauso wie CDs, DVDs, Schallplatten und Noten.

Kontakt

zum Buchmarkt-Team über Telefon 0881/8664 und 0162/ 9420113. Bücherspenden können rund um die Uhr bei der Sammelstelle an der Johann-Baur-Straße 24 (Seiteneingang) in Weilheim abgelegt werden.

Stephanie Uehlein

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz wegen Drogenfahrt
Ein Großaufgebot der Polizei rückte beim McDonald‘s in Penzberg an. Es wurden zwei Autos und mehrere Personen wegen Drogen durchsucht. Die Polizisten wurden fündig.
Großeinsatz wegen Drogenfahrt
Kein Verbot für Oldtimertreffen
Das Oldtimertreffen der „Gasoline Gang“ in Peißenberg ist beliebt. Zumindest bei vielen. Aber eben nicht bei allen. Ein Anwohner hatte dagegen geklagt. Nun kam es zur …
Kein Verbot für Oldtimertreffen
Raisting wieder Bayernliga-Meister
Der neue Meister ist der alte: In einem spannenden Saisonfinale verteidigte das Luftpistolenteam aus Raisting seinen Titel in der Bayernliga.
Raisting wieder Bayernliga-Meister
Zuwachs fürs Gewerbegebiet
Das neue Antdorfer Gewerbegebiet „Steinbacher Weg“ bekommt weiteren Zuwachs: Ein Penzberger Fuhrbetrieb kann sich dort ansiedeln.
Zuwachs fürs Gewerbegebiet

Kommentare