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Übergabe der Unterschriften von    Oskar Handow  (BI „Heimat 2030,links“) an  Markus Loth (Bürgermeister) und  Michael Kordon (Leiter Staatliches Bauamt).

Weilheim 

Wunsch nach fairem Dialog

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Zwei Bürgerinitiativen machen Front: Sie übergaben 2582 Unterschriften  gegen  die geplante Ortsumfahrung Weilheims

Weilheim Zwei Bürgerinitiativen machen Front: 2582 Unterschriften überreichten die Bürgerinitiativen (BI) „Heimat2030“ – sie ist „gegen eine Umfahrung im Osten oder im Westen Weilheims und für eine offene und gewissenhafte Überprüfung der Unterfahrungslösung“ – sowie die „Bürgerinitiative Marnbach-Deutenhausen gegen eine Weilheimer Ostumfahrung“ an Bürgermeister Markus Loth.

Für die Bürgerinitiative „Heimat 2030“ stellte deren Sprecher Dr. Oskar Handow bei dem rund einstündigen Gespräch im Rathaus fest, dass, wenn es für Weilheim eine Lösung „für die mehr oder weniger starken Verkehrsprobleme“ gebe, dies eine gute sein müsse. Dazu wünschten sich die Bürgerinitiativen einen „fairen Dialog“ und „Transparenz bei der Planung“. Bislang habe es dazu aber wenig Bereitschaft. gegeben. Rund 2600 Unterschriften hätten nichts mit Egoismen zutun, wie von Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl beim Neujahrsempfang der BfW gesagt worden sei (wir berichteten).

Es sollte, so Handow, „die bestmögliche und zukunftsträchtigste Variante“ für die Ortsumfahrung gewählt werden. Dies sei nach Einschätzung von „Heimat 2030“ die Tieferlegung der B 2 auf ihrer jetztigen Trasse, auch weil dort kaum Wohnbebauung in erster Reihe zu finden sei.

Für die „Bürgerinitiative Marnbach-Deutenhausen“ stellte Josef Niedermaier fest, dass es nicht sein könne, dass die Stadt Weilheim vom Verkehr entlastet werde, Marnbach und Deutenhausen dadurch aber im Gegenzug belastet würden. Das sei bei der geplanten Ostumfahrung aber vorprogrammiert.

„An einer Entlastungsstraße halte ich fest“, stellte Bürgermeister Loth fest. Er spreche aber schon lange nicht mehr von einer Umfahrung, sondern nur noch von einer „Entlastungsstraße“, denn wichtig sei nicht, ob die Straße links oder rechts an der Stadt vorbeiführe oder auf welche Weise unten durch, wichtig sei die Entlastung.

Eine 100-prozentige Zustimmung werde es in Weilheim für keine Variante geben, sagte Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamtes, weil einer mehr und der andere weniger davon profitieren werde. Beim Staatliche Bauamt laufen die Fäden der Planung zusammen. Es müsse alle in Frage kommenden Varianten, die „alten“ Trassen von Ost- und Westumfahrung sowie die Tunnellösung und die Überdeckelung prüfen – in Hinblick auf neue gesetzliche Vorgaben im Europarecht ebenso wie auf die Ergebnisse der neuen Bundesverkehrszählung aus dem Jahr 2015, deren Ergebnisse demnächst vorliegen sollen. Abteilungsleiter Sven Maertz stellte fest, dass fachlich gesehen jede Unterfahrung ab einer Länge von 80 Metern als Tunnel gelte, was in Weilheim zu Missverständnissen führe.

„Wir stehen ganz am Anfang der Planung“, sagte Kordon, zum Schluss bleibe nach Abwägung aller Einwände und Anregungen von Behörden und der Stadt, im „optimistischen Fall“ eine Variante übrig. Zu der könne die Stadt dann Ja oder Nein sagen. Bauherr aber sei bei der B 2 der Bund, der habe das Sagen bei den Planungen.

Handow zeigte sich besorgt, dass erst Fakten geschaffen würden und dann die Bürger nichts mehr zu sagen hätten. Loth versprach weitere Gespräche mit den Bürgerinitiativen. Das erste wurde für Juni/Juli vereinbart, außerdem sagte er „Rufen Sie mich an, wenn was ist“.

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