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Die Fällarbeiten in der Pähler Schlucht sind noch immer Gegenstand der Kritik. Das Bild entstand bei einer Begehung im Jahr 2014.

Bürgermeister plaudert Inhalt eines Gutachtens aus

Neuer Zündstoff in Sachen "Pähler Schlucht"

Bürgermeister Werner Grünbauer hat ohne Erlaubnis den Inhalt eines Gutachtens ausgeplaudert und damit für neuen Zündstoff in Sachen "Pähler Schlucht" gesorgt.

Auch, wenn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen Umweltstrafrecht in der Pähler Schlucht noch nicht abgeschlossen sind, gibt es neuen Zündstoff in der Sache. Bürgermeister Werner Grünbauer hat jetzt ein Gutachten der „Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft“ (LWF) öffentlich gemacht, zu dem das „Landesamt für Umwelt“ (LfU) noch Stellung nehmen wollte, bevor es dann wieder an die Staatsanwaltschaft zurückgeht, um in die Ermittlungen einzufließen.

Bürgermeister Grünbauer stellte das Gutachten der LWF in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vor und betonte, dass er sich durch dieses darin bestätigt sieht, dass die Fällarbeiten in der Pähler Schlucht in Ordnung waren. Damit verstieß er nach eigenen Worten zwar gegen die Weisung einer Behörde, doch offensichtlich war es ihm das wert.

Denn in diesem Gutachten kommt die LWF zu dem Ergebnis, dass die Schäden, die in dem FFH-Gebiet „Pähler Schlucht“ durch groß angelegte Fällmaßnahmen am Jahresbeginn 2014 entstanden sind, „nicht erheblich“ oder zumindest „nicht zweifelsfrei nachzuweisen sind“. Ein Auszug aus dem Gutachten: „Als Ergebnis kann zusammenfassend festgehalten werden, dass die Auswirkungen der forstlichen Hiebsmaßnahme in Bezug auf die naturschutzfachlich relevanten Waldschutzgüter in Anbetracht einer günstigen Prognose einer möglichen Regeneration aus forstfachlicher Sicht nicht erheblich, bzw. in Bezug auf die anderen Schutzgüter nicht eindeutig der forstlichen Hiebsmaßnahme zuzuordnen oder grundsätzlich nicht zweifelsfrei nachzuweisen sind.“

Das hat sich im ersten gemeinsamen Gutachten von LWF und LfU, das im August 2014 veröffentlicht wurde, noch ganz anders angehört: Laut Regierung von Oberbayern kam das Gutachten damals zu dem Ergebnis, dass Schlucht- und Hangmischwälder, Auenwälder, Kalktuffquellen und der Burgleitenbach durch die forstwirtschaftlichen Maßnahmen erheblich beeinträchtigt wurden. Das bestätigt auch das LfU auf Nachfrage dieser Zeitung. „Das Gutachten kam im Jahr 2014 unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Hiebsmaßnahme das vorgenannte Schutzgebiet erheblich beeinträchtigt.“

Deswegen hatte der BUND Bayern Strafanzeige wegen Verstoßes gegen Umweltstrafrecht gestellt. Im Rahmen der Ermittlungen gab die Staatsanwaltschaft München II nun ein neues Gutachten in Auftrag. „In diesem Rahmen hat sich die LWF nun erneut gegenüber der Staatsanwaltschaft geäußert“, wie eine Sprecherin der LfU mitteilt. Unabhängig davon sei auch das LfU von der Staatsanwaltschaft um eine ergänzende Stellungnahme gebeten worden. „Diese ist in Vorbereitung“, erklärte die Sprecherin.

Dem BUND als Prozessbeteiligtem wurde das Gutachten noch nicht zugänglich gemacht: „Dem BN ist diese Stellungnahme als Gerichtsbeteiligter noch nicht vorgelegt worden, weil das LfU noch Korrekturen anbringt“, so der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Dr. Helmut Hermann, gegenüber dieser Zeitung. „Das ist eigentlich alles internes Wissen und sollte so noch nicht an die Öffentlichkeit, bis das LfU geantwortet hat.“

Weil die Ermittlungen im Strafverfahren in Sachen „Pähler Schlucht“ noch laufen, gibt auch die Staatsanwaltschaft keine Auskunft über den aktuellen Stand des umweltstrafrechtlichen Verfahrens.

Kathrin Hauser

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