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Stein des Anstoßes: Die für den allgemeinen Verkehr gesperrte Straße nach Raisting.

Bürgerversammlung Unterhausen

Raistinger Straße bleibt gesperrt

Unterhausen - Fast jeden Tag zeigt eine Unterhausenerin Autofahrer an, die die gesperrte Straße nach Raisting befahren. Trotzdem bleibt die Straße gesperrt.

Als Bürgermeister Markus Loth am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung in der Unterhausener Turnhalle den Jahresbericht vortrug, war es ein wenig wie bei Konzerten, wenn die Zuhörer die Vorgruppe über sich ergehen lassen, aber eigentlich alle auf die Hauptband warten. Das Hauptthema, weswegen rund 100 Besucher ins Sportheim nach Unterhausen gekommen waren, war die Sperrung der Raistinger Straße.

Bei der Stadt Weilheim war nämlich ein Antrag eingegangen, in dem 18 Unterhausener fordern, die Sperrung der Raistinger Straße, die bis zur Wielenbacher Ammerbrücke gilt, aufzuheben. Derzeit dürfen nur land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge diese Strecke nutzen. Für den allgemeinen Verkehr ist sie gesperrt. Der Grund für diesen Antrag ist etwas ungewöhnlich: Seit zweieinhalb Jahren zeigt eine Frau aus Unterhausen fast jeden an, der die Straße mit dem Auto oder einem anderen Kraftfahrzeug befährt

Unterhausenerin zeigt so viele an, dass es selbst die Polizei stört

Es hagelt so viele Anzeigen, dass es selbst der Polizei und der Stadtverwaltung zu viel wird: „Die Stadt Weilheim und die Polizei sind durch diese Unzahl von Anzeigen mordsmäßig belastet“, sagte der Leiter des Ordnungsamtes, Andreas Wunder, bei der Bürgerversammlung. Um auszuloten, wie die Unterhausener zu diesem Problem stehen, sollte schon in der Bürgerversammlung abgestimmt werden.

In der Turnhalle informierten sich 100 Unterhausener.

Dem Votum der Unterhausener Versammlungsteilnehmer kam besonderes Gewicht zu, weil vor 24 Jahren ebenfalls in einer Bürgerversammlung die Sperrung der Straße beantragt worden war. Damals fuhren rund 1400 Fahrzeuge pro Tag diesen Weg Richtung Raisting. Der Stadtrat erfüllte diesen Wunsch, woraufhin die Gemeinde Wielenbach ebenfalls die Straße von Wielenbach nach Raisting sperrte. Vergangenen November öffnete Wielenbach die Verbindungsstraße wieder. Wenn die Unterhausener mitgezogen hätten, wäre der Frau die Grundlage für die Anzeigen entzogen gewesen.

83 Prozent für den Erhalt des Fahrverbots

Obwohl die Stadt und die Polizei mit Anzeigen überschüttet werden, empfahl die Stadt, die Straße gesperrt zu lassen: „Wir können eine Öffnung nicht empfehlen“, sagte der Bürgermeister. Die Gefahr, dass sehr viele Autofahrer den Weg nutzen würden, sei zu groß.

Der Leiter der Polizeiinspektion Harald Bauer sagte, dass Kontrollen an der Stelle gezeigt hätten, „dass schon eine Vielzahl“ von Autofahrern das Verbot nicht beachteten. Auch der Unterhausener Stadtrat Dr. Claus Reindl, der und Ortsteilreferent Rupert Pentenrieder vertrat, sprach sich für die weitere Sperrung aus: Es habe in den vergangenen Jahren viele Bemühungen gegeben, den Ort von Verkehr zu befreien, die würden durch eine Öffnung der Straße konterkariert. „Es ist ärgerlich mit den Anzeigen, auf der anderen Seite ist es halt auch verboten, dort zu fahren“, gab er zu bedenken.

Das Votum anschließend fiel klar aus: Zehn Unterhausener stimmten für die Öffnung, 55 dagegen, einer enthielt sich der Stimme. Dieses Ergebnis wird nun dem Stadtrat mitgeteilt.

Kathrin Hauser

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