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Der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner (3.v.r) traf sich mit Gleichgesinnten an der Trasse einer möglichen Westumfahrung an der Ammer.

Besichtigungstour des Landesvorstands

Bund Naturschutz: Mobilitätswende statt Umfahrung Weilheim

Der Bund-Naturschutz-Landesvorstand hatte bei einer Besichtigungstour durch den Kreis Weilheim-Schongau auch einen Stopp in Sachen „Umfahrung Weilheim“.

Weilheim – Die Vertreter des Bund Naturschutz (BN) trafen sich an der Ammer nördlich von Weilheim, wo die lange Westumfahrung den Fluss queren könnte. Und sie waren sich einig: Hier darf keine Umfahrung gebaut werden. Der Wasserexperte im Vorstand, Sebastian Schönauer, sieht allein beim Wasser zwei Gründe, die die lange Westumfahrung ausschließen: Die Straße würde östlich der Ammer das Wasserschutzgebiet von Wielenbach beeinträchtigen, westlich des Flusses wäre die Retentionsfläche durchschnitten, die Hochwasser aufnehmen kann. Beides sei eine Gefahr und daher nicht zulässig.

Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos: Artenvielfalt wäre gefährdet

Für Reinhold Schumacher, den Vorsitzenden der „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“, spielt vor allem die Artenvielfalt in diesem Gebiet eine große Rolle. Diese wäre durch den Bau einer Straße erheblich gefährdet, was auch für die Ost-Varianten der Entlastungsstraße gelte.

Karin Knöthig von der Bürgerinitiative „Heimat 2030“ lehnt alle Umfahrungsvarianten ab. Der Flächenverbrauch sei zu groß, so ihre Begründung. Anfreunden könnte sich sich allenfalls mit einer Untertunnelung der Stadt.

BN-Landesvorsitzender: Jede neue Straße produziert mehr Verkehr

Der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner ist ebenfalls gegen jede Trasse. Jede neue Straße produziere mehr Verkehr, so seine Begründung. Auch ein Tunnel schade den Menschen, da „die Abgase in der Stadt an die Oberfläche kommen“. Besser als Straßenbau sei „eine Mobilitätswende“. Vermeidung von unnötigem Verkehr sei dafür ebenso wichtig wie der Ausbau der Radwege und des öffentlichen Personennahverkehrs. Für besonders wichtig hält Mergner „den Bau eines zweiten Gleises“ zwischen Tutzing und Garmisch-Partenkirchen, um die Kapazität der Bahn zu erhöhen und mehr Pendler auf die Schiene zu bringen.

BI-Vertreterin: Null-Lösung als beste Lösung

Angesichts des Bewusstseinswandels in den Bereichen „Artenvielfalt“, „Klimawandel“ und „Naturschutz“ hält es Knöthig nicht für sinnvoll, jetzt noch Straßen zu bauen. Diese würden erst fertig werden, wenn sie nicht mehr benötigt würden. Eine Null-Lösung beim Straßen-Neubau sei die beste Lösung. Sie schlägt daher vor, „auf Zeit zu spielen“. Die Gegner der Umfahrung hätten kommendes Jahr bei den Kommunalwahlen gute Chancen, ihre Ziele zu erreichen. Was die Bürgerinitiative „Heimat 2030“ genau vorhat, wollte sie jedoch nicht sagen.

Alfred Schubert

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