Javier Gil Morillas Seniorenzentrum Penzberg
+
Javier Gil Morillas leitet nicht mehr das Penzberger Seniorenzentrum.

Wieder weg

AWO braucht neuen Heimleiter in Penzberg – Neubau verzögert sich

  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
    schließen

Penzberg – Die AWO muss sich für das Seniorenzentrum in Penzberg einen neuen Heimleiter suchen. Zudem gab es eine teure Verzögerung beim umfangreichen Neubau.

An der Gartenstraße wurde im vergangenen Dezember bei ungemütliche-winterlichen Bedingungen der Spatenstich für den umfangreichen Neu- und Umbau im AWO-Seniorenzentrum gefeiert. Ein Anwesender verströmte jedoch mit seiner offenen Art südländische Begeisterung ob seiner neuen Aufgabe. Javier Gil Morillas hatte erst im Juli 2020 die Heimleitung von Christian Schulz übernommen.

Der damals 32-jährige Morillas, gebürtiger Spanier aus Madrid und gelernter Sozialpädagoge, war zuvor vier Jahre lang im AWO-Dorf Hasenbergerl in München tätig gewesen. Doch nach nicht ein Mal einem Jahr – in die Zeit fielen auch zahlreiche Corona-Erkrankungen in der Einrichtungen und diverse Pandemie-Einschränkungen – hat Morillas wieder aufgehört. Dies wurde am vergangenen Dienstag am Rande der Sitzung des Penzberger Seniorenbeirats bekannt. Am 1. September hatte der ehemalige Heimleiter seinen letzten Arbeitstag an der Gartenstraße.

Überraschung für Geschäftsführer

Das bestätigt Hans Kopp, Geschäftsführer der AWO München Stadt, am Mittwoch auf Rundschau-Nachfrage. Morillas habe darum gebeten, wieder in seinen alten Bereich zurückkehren zu dürfen, so Kopp. „Das kam für uns überraschend.“ Man habe „viele Hoffnungen“ in den neuen Heimleiter gesetzt, so der Geschäftsführer.

Als „Geheimwaffe“ übernimmt laut Kopp der Penzberger Christian Schulz erneut die Geschäfte. Allerdings kommissarisch bis ein Nachfolger gefunden ist. Denn die AWO will die Personalia wieder neu besetzen. „Aber das ist nicht so ganz einfach von der Bewerberlage her“, räumt der Münchner Geschäftsführer ein.

2,5 Monate Verzug

Laut Kopp war die Stelle bereits diskret ausgeschrieben worden. Zwei engere Kandidaten gab es, doch beides klappte nicht. Man werde das Problem schnell lösen, gibt sich Kopp optimistisch. Aber einen Schnellschuss soll es nicht geben, man suche eine langfristige Lösung.

Zur personellen Problematik kam in der letzten Zeit ein bauliches Problem. Denn beim ehrgeizigen Neubau gibt es einen insgesamt zweieinhalbmonatigen Verzug, räumt Kopp ein. Grund war der bekanntlich schlechte Untergrund in Penzberg: Auf der AWO-Baustelle tauchte erst weicher Torf auf, dann kam zu allem Überfluss plötzlich massiver Fels dazu. Dieser musste erst mühsam abgetragen werden, dafür wurde eigens ein Bohrgerät aus Frankfurt angefordert.

Beim Spatenstich im Dezember 2020 herrscht noch eitel Sonnenschein – nur nicht beim Wetter.

600.000 Euro Mehraufwand

Der Zeitplan verzögert sich dadurch. Statt wie anfangs geplant im Juli/August 2022 wird man jetzt wohl erst im September kommenden Jahres fertig, rechnet der Geschäftsführer. Nichtsdestotrotz ist er optimistisch: „Wir sind eigentlich entspannt, dass wir die Frist einhalten“, sagt Kopp. Denn ohne Modernisierung und Neubau gibt es keine Genehmigung der Heimaufsicht des Landkreises. Ende 2022 läuft die Erlaubnis für das Bestandsgebäude und Ende 2024 für das denkmalgeschützte Pfründnerhaus aus.

Ärgerlich: Der Mehraufwand beim Bau ist mit „beträchtlichen Mehrkosten“ verbunden, erklärt der AWO-Geschäftsführer. Statt der kalkulierten 13,9 Millionen Euro für den Neubau, wird in München jetzt mit 14,5 Millionen Euro gerechnet. Der Ansatz für den Umbau des Bestandsgebäudes liegt weiterhin bei 2,7 Millionen Euro. Dort ist der erste Abschnitt mit 13 Zimmern abgeschlossen. Der Rest muss allerdings warten, weil die Bewohner dafür in den Neubau umziehen müssen.

63 Pflegezimmer im Neubau

Wie berichtet, entsteht ein dreigeschossiges Gebäude im Süden des Grundstücks. Es wird 63 Pflegezimmer, darunter 32 für Einzelbelegung, mit 83 Plätzen geben. Im Obergeschoss sind zehn Appartements für Betreutes Wohnen vorgesehen – dies war ein Wunsch der Stadt. Kurzeitpflege soll im Gesamtkomplex „eingestreut“ werden, hatte AWO-Vorsitzender Jürgen Salzhuber damals beim Spatenstich erklärt. Insgesamt ist das Heim auf 164 Bewohner ausgerichtet. Salzhuber nannte es „eine sehr gute Größe“.

Streit und Gerichtstermine hatten den Verkauf des städtischen Grundstücks im Jahr 2018 an die Münchner Thomas-Wimmer-Stiftung, deren Vorsitzender ebenfalls Salzhuber ist, begleitet. Die Stiftung finanziert das Millionenprojekt. Erst im Oktober 2019 hatte dann die von der Stadt gewünschte AWO München Stadt das Haus vom damaligen Betreiber Novita übernehmen können.

Quelle: DasGelbeBlatt

Auch interessant

Kommentare