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Die neue Vorstandschaft der Penzberger Feuerwehr: (v.l.) Ulrich Kattler, Stefan Korpan, Petra Sobotta, Joachim Kollmuß, Michael Günl, Jan Heinemyer, Sabine Schweiger, Rüdiger Plankensteiner und Bastian Bergel.

Bilanz und neuer Vorsitzender

Freiwillig für Penzberg: Feuerwehr lässt sich von Corona nicht ausbremsen

  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Penzberg - Die Penzberger Feuerwehr zog Bilanz bei ihrer Versammlung. Gewählt wurde auch: Es gibt einen neuen Vorsitzenden.

Die Penzberger Feuerwehr hatte auch 2020, als Corona das Leben runter fuhr, gut zu tun. 170 Einsätze gab es. Diese Zahl nannte Kommandant Christian Abt bei der Jahresversammlung. Schon 102-mal rückten die freiwilligen Kräfte der Penzberger Feuerwehr in diesem Jahr aus. Diese Zahl meldet die eigene Statistik am vergangenen Mittwoch (25. August). Geht das so weiter, wird das Ergebnis von 2020 überboten. 170-mal wurde damals die Wehr gerufen (2019: 190). Kommandant Christian Abt legte bei der Versammlung im Gerätehaus seine Bilanz vor.

Christian Abt, Kommandant der Feuerwehr Penzberg, berichtete bei der Versammlung.

Der „größte Brocken“ mit 112 Einsätzen seien im vergangenen Jahr die Technischen Hilfeleistungen gewesen, erinnerte Abt. „Größtes Ärgernis“ bleiben aber die Fehlalarme: 33-mal alarmierten Brandmeldeanlagen und Heimrauchmelder im Jahr 2020 die Ehrenamtlichen umsonst (2019: 24). Aber verteufeln wollte der Kommandant diese Technik nicht. Immerhin seien die Melder mehr als sinnvoll – in den letzten zwei Jahren hätten sie in 25 Fällen „größeren Schaden verhindert“.

„Corona hat uns eingeschränkt“

Die Pandemie fuhr 2020 das Feuerwehr-Leben zurück. „Corona hat uns unheimlich eingeschränkt“, sagte Abt. Weniger Ausbildung und Übungen, eine konsequente Aufteilung auf zwei Gruppen ohne Kontakt zueinander, weniger Besatzungen in den Fahrzeugen. Abt notierte dennoch noch 2616 Einsatz- und 537 Übungsstunden (2019 waren es 4270 Einsatzstunden). Eine Erfahrung hat der Kommandant in den zwei Jahren machen müssen: „Überdurchschnittlich viele Kaminbrände“ fielen an. Außerdem entzündeten sich immer wieder mal Akkus von E-Bikes. Abts Appell: Akkus immer draußen laden und nur, „wenn man daheim ist“.

Regelmäßig üben: Training in einem leerstehende Haus an der Sindelsdorfer Straße in Penzberg.

Penzbergs Feuerwehr zählt aktuell 111 Aktive, der Frauenanteil liegt gemäß Kommandant bei 18 Prozent. Dazu kommen elf Mitglieder in der Jugend sowie elf Buben und neun Mädchen in der Kinderfeuerwehr. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) würdigte den freiwilligen Einsatz und seitens der Stadt die Zusammenarbeit mit der Wehr: „Ihr macht das alles in Eurer Freizeit“, sagte Korpan in Richtung der Aktiven. Ein Einsatz, der „nicht bezahlbar“ sei, so das Stadtoberhaupt.

Neues Domizil bleibt Thema

So sehr er das Engagement lobt, so sehr trat der Rathauschef jedoch beim Blaulichtzentrum in der Layritzhalle auf die Bremse. Der Bedarf sei zwar da, aber ein neues Domizil in der Halle „einfach ein Kostenfaktor“, so Korpan. „Das ist nicht machbar.“ Man setzte jedoch „alles dran“, eine Lösung zu finden, versprach er, schränkte jedoch gleich ein: „Es muss finanzierbar sein.“ Da möchte der Kreisbrandrat lieber endlich Taten sehen: „Wir haben Willensbekundungen 15 Jahre lang gehört, jetzt müssen wir Geschwindigkeit reinbekommen“, mahnte Rüdiger Sobotta, ehemaliger Kommandant in Penzberg, hörbar missgelaunt an. Ansonsten gab es lobende Worte von Sobotta zu vernehmen: Im Gegensatz zur Politik sah man mit dem eigenen Feuerwehr-Stufenplan vom März 2020 in der beginnenden Corona-Krise „einen Schritt voraus“ gewesen.

Kollmuß neuer Vorsitzender

Dem 100 Mitglieder zählenden Verein steht nun Joachim Kollmuß vor. Der bisherige Vize wurde zum Nachfolger der ehemaligen Bürgermeisterin Elke Zehetner an die Spitze gewählt. Üblicherweise besetzt diesen Posten Penzbergs Rathauschef – doch der 2020 ins Amt gewählte Korpan hatte auf eine Kandidatur verzichtet und ließ sich lieber zum stellvertretenden Vorsitzenden küren. Kollmuß „macht eine sehr gute Arbeit“ und sei in der Materie drin, begründete Korpan seinen Entschluss.

Die neue Vorstandschaft

Joachim Kollmuß (Vorsitzender), Stefan Korpan (stellvertretender Vorsitzender), Michael Günl (Kassier), Sabine Schweiger (stellvertretende Kassierin), Petra Sobotta und Ulrich Kattler (beide Revisoren) sowie Bastian Bergel und Jan Heinemeyer (beide Vertrauenspersonen der Mannschaft) und Rüdiger Plankensteiner (Vertrauensperson der Führungsdienstgrade).

„Viel auf den Weg gebracht“

Elke Zehetner hatte zuvor nach sieben Jahren an der Vereinsspitze eine zufriedene Bilanz gezogen. Man habe „viel als Feuerwehr auf den Weg gebracht“, sagte sie. Das reichte vom Entenrennen über die Teilnahme am Stadtjubiläum bis hin zum „Törggelen-to-go“ im vergangenen Jahr und der Gründung einer „Feuerwehrbande“ als Kindergruppe. Am Ende gab es für die scheidende Vorsitzende Beifall und Blumen.

Fahrzeugweihe steht an

Am Sonntag (5. September) steht schon das nächste freudige Ereignis für die Penzberger Wehr an: Zum Jahrtag ist eine Fahrzeugweihe geplant.

Quelle: DasGelbeBlatt

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