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Bundestagswahl 2021: Alle Kandidaten im Wahlkreis Weilheim im Überblick

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Von: Andreas Baar

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Landkreis – Am 26. September ist Bundestagswahl. Das Gelbe Blatt stellt alle Kandidaten aus dem Wahlkreis Weilheim vor. Wir haben ihnen drei Fragen gestellt. Hier ihre Antworten.

Bundestagswahl 2021: Alexander Dobrindt (CSU)
1 / 12Alexander Dobrindt (CSU) ist seit 2002 Mitglied des deutschen Bundestags und tritt zum sechsten Mal an. Der 51-jährige Peißenberger holte stets das Direktmandat im Wahlkreis Weilheim. Dobrindt ist auch Vorsitzender der CSU-Landesgruppe in Berlin. © GB
Bundestagswahl 2021: Sigrid Meierhofer (SPD)
2 / 12Sigrid Meierhofer (SPD) aus Garmisch-Partenkirchen tritt das erste Mal für den Bundestag an. Die 65-jährige Ärztin war bis 2020 Bürgermeisterin in Garmisch. © GB
Bundestagswahl 2021: Gerrit Huy (AfD)
3 / 12Gerrit Huy (AfD) tritt das erste Mal für den Bundestag an. Die 68-jährige Mathematikerin kommt aus Inning am Ammersee. © GB
Bundestagswahl 2021: Karl Martin Sielmann (FDP)
4 / 12Karl Martin Sielmann (FDP) tritt das zweite Mal nach 2017 für den Bundestag an. Der 60-jährige Diplomat kommt aus Garmisch-Partenkirchen. © GB
Bundestagswahl 2021: Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski (Bündnis 90/Die Grünen)
5 / 12Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski (Grüne) kandidiert das erste Mal für den Bundestag. Die 37-jährige Angestellte kommt aus Weilheim. © GB
Bundestagswahl 2021: Rolf Walther (Die Linke)
6 / 12Für Rolf Walther (Die Linke) ist es heuer die erste Kandidatur für den deutschen Bundestag. Der 74-jährige Prokurist ist auch Kreisrat und kommt aus Ohlstadt. © GB
Bundestagswahl 2021: Arnold-Günther Reuss (Freie Wähler)
7 / 12Arnold-Günther Reuss (Freie Wähler) tritt das erste Mal für den Bundestag an. Der 38-jährige Fachangestellte im Patentwesen kommt aus Weilheim. © GB
Bundestagswahl 2021: Maiken Winter (ÖDP)
8 / 12Maiken Winter (ÖDP) tritt das zweite Mal für den Bundestag an. Die 53-jährige Biologin wohnt in Raisting. © GB
Bundestagswahl 2021: Johann Gattinger (Bayernpartei
9 / 12Johann Gattinger (Bayernpartei) tritt das erste Mal für den Bundestag an. Der 72-Jährige ist Lehrer im Ruhestand und wohnt in Obersöchering. © GB
Bundestagswahl 2021: Juina Wessel (dieBasis)
10 / 12Juina Wessel (dieBasis) kandidiert das erste Mal für den Bundestag. Die 58-jährige Sozialpädagogin wohnt in Penzberg. © GB
Bundestagswahl 2021: Werner Knigge (Volt)
11 / 12Werner Knigge (Volt) kandidiert zum ersten Mal für den Bundestag. Der 61-jährige selbstständige Unternehmenstrainer wohnt in Penzberg. © GB
Bundestagswahl 2021: Ricard Ryssel (Parteifrei)
12 / 12Ricard Ryssel (Parteifrei) tritt erstmals für den Bundestag an. Der 49-jährige selbstständige Unternehmensberater kommt aus Seehausen. © GB

Alexander Dobrindt (CSU)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Gemeinsam haben wir viel erreicht! Die in Bau befindlichen Ortsumfahrungen in Oberau, am Kramer in Garmisch, am Wank in Partenkirchen und am Auerberg in Eschenlohe werden unsere Heimat endlich von Stau und Lärm entlasten! Weilheim verdient ebenfalls weniger Durchgangsverkehr – ob und in welcher Variante entscheidet die Stadt maßgeblich selbst. Die erfolgte Modernisierung der Pfaffenwinkelbahn bringt uns einen echten barrierefreien Mobilitätsfortschritt. Und der Ausbau der Werdenfelsbahn schafft neue Möglichkeiten für Pendler und Gäste in unserer Heimat. Der Halbstundenrhythmus auf der Strecke bis Murnau kommt ab 2025 und muss perspektivisch nach Garmisch-Partenkirchen möglich sein.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Unser Ansatz ist, Ambition, Anreize und Akzeptanz verbinden und für Klimaschutz begeistern statt bestrafen. Wir sollen einen Steuernachlass beim Klimasparen im eigenen Haushalt. Tragfähige Lösungen können nicht durch Verbote, sondern nur durch technologischen Fortschritt entstehen. Wir setzen auf mehr Elektromobilität im Verkehr der Zukunft, den Ausbau der Photovoltaik und eine nachhaltige Fortentwicklung der CO2-Bepreisung. Außerdem kann ich mir einen früheren Ausstieg aus der Kohleverstromung vorstellen.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Wir wollen in der kommenden Wahlperiode mehr als 1,5 Millionen neue Wohnungen bauen, den sozialen Wohnungsbau mit 5 Milliarden Euro fördern und bessere Abschreibungsbedingungen für den Neubau von Mietwohnungen und die degressive Afa für den Mietwohnungsbau umsetzen.

Sigrid Meierhofer (SPD)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Zunächst einmal halte ich den Bau des Auerbergtunnels für einen großen Fehler, weil damit zusätzlicher Verkehr auf dem Weg nach Süden unter Umgehung der ständig verstopften A8 angezogen wird. Wenn er nicht mehr zu verhindern ist, müssen alle planerischen Möglichkeiten zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs genutzt werden, beispielsweise durch „schmerzhafte“ Geschwindigkeitsbeschränkungen oder ein entsprechendes Parkraummanagement. Dann braucht es unbedingt einen deutlich attraktiveren öffentlichen Verkehr. Dafür sind ein Ausbau des Netzes, eine Erhöhung des Takts und schnellere Verbindungen bei deutlich günstigerem Preis als bisher unumgänglich. Zusätzlich sollten für die Kommunen weitere Förderprogramme aufgestellt werden zur Ausweitung und Gestaltung von Flächen für Fußgänger und Fahrradfahrer.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Vorrangig braucht es den politischen Willen wirklich etwas zu verändern. Dann ist die Mobilitätswende von großer Bedeutung. Notwendig sind aber auch eine Energie- und eine Wärmewende, also vor allem Strom aus nachwachsenden Rohstoffen und eine effiziente Wärmeerzeugung zum Beispiel über Blockheizkraftwerke oder die Nutzung von Fernwärme. Unsere Ernährung sollten wir dahingehend ändern, dass Regionalität und Qualität die wichtigsten Kriterien beim Einkauf werden; da haben wir noch einen großen Nachholbedarf. Und für eine nachhaltige Bepflanzung und Pflege unserer Grünflächen im Ortsbereich sollten die Kommunen Vorreiter und Beispiel sein. Ziel sollte eine Kreislaufwirtschaft mit geringem Ressourcenverbrauch sein.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Aus meiner Sicht ist entscheidend, dass Kommunale Wohnungsbaugesellschaften oder die Kommunen selbst Bauland erwerben und damit günstigen Wohnraum schaffen. Das am 1. Juli in Kraft getretene Baulandmobilisierungsgesetz ermöglicht bessere Vorkaufsrechte bei Liegenschaftsverkäufen für Kommunen und enthält Planungsinstrumente für den Bau von günstigem Wohnraum. Nun braucht es die Zustimmung der Landesparlamente. Die ist in Bayern nicht zu erwarten, da der Freistaat im Bundesrat versucht hat, das Gesetz zu blockieren. Deshalb ist eine Gesetzesänderung notwendig, um diese Instrumente unabhängig von den Landesregierungen nutzen zu können.

Gerrit Huy (AfD)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Wir wollen die heimische Bevölkerung in den verkehrsgeplagten Gebieten entlasten durch geeignete Stadt- und Dorfumfahrungen, teilweise auch Untertunnelungen, sowie den Ausbau der Bahninfrastruktur. Insbesondere soll die Engstelle der Werdenfelsbahn zwischen Huglfing und Murnau zweigleisig ausgebaut werden.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Weder Mensch, Natur, Industrie noch Wohlstand wollen wir einem aussichtslosen Kampf gegen den Klimawandel unterordnen, sondern uns seinen Herausforderungen anpassen: durch geeignete Pflanzen in Feld und Wald, durch Verbesserung von Flutschutzmaßnahmen und moderne Technologien grundlastfähiger Energieerzeugung, die unsere Stromversorgung auch in Zukunft sicherstellen und uns wieder unabhängig von Stromimporten machen. Die CO2-Besteuerung wollen wir rückgängig machen, damit Autofahren, Heizen und Fleischessen bezahlbar bleibt für den Bürger. Unser „menschgemachter“ Anteil am atmosphärischen CO2 beträgt gerade einmal 0,00003 Prozent. Selbst wenn wir ihn komplett abschaffen würden, hätte das keine spürbaren Auswirkungen auf die Welttemperatur. „Dümmste Energiepolitik der Welt“ nennt das Wallstreet Journal unseren gleichzeitigen Ausstieg aus Atom- und Kohlestrom. Er hat uns die höchsten Strompreise der Welt beschert, und das ändert sich auch nicht dadurch, dass die EEG-Umlage zukünftig nicht mehr vom Stromkunden, sondern vom Steuerzahler bezahlt werden soll. Es zahlt immer der Bürger..

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Die eigenen vier Wände bieten den besten Schutz vor Altersarmut. Wir wollen es deshalb wieder leichter machen, Wohneigentum zu erwerben, indem wir – auch aus Staatsbesitz – zusätzliches Bauland ausweisen, die Grundsteuer abschaffen und auch die Grunderwerbssteuer für eigengenutzte Immobilien. Im Rahmen eines neuen Wohnbauprogramms können zudem bis zu zehn Prozent des Objektwerts durch staatliche Bürgschaften als Eigenkapitalersatz abgesichert werden. Baurichtlinien sollen entschlackt und das Bauen verbilligt werden. All diese Maßnahmen zusammen werden es wieder viel mehr Menschen ermöglichen, eigenen Wohnraum zu erwerben. Im Mietbereich wollen wir Wohnungsbaugenossenschaften stärken, indem wir sie bei der Baulandvergabe bevorzugen. Für bedürftige Mieter soll das Wohngeld erhöht werden.

Martin Sielmann (FDP)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Ich setze auf Straße, Schiene und den ÖPNV. Wir brauchen die gleichzeitige Fertigstellung von Auerberg- und Wanktunnel, damit sich das Stauende nicht von Eschenlohe nach Partenkirchen verlagert. Ich setze mich für den Halbstunden-Takt aller Bahnen und will W-LAN und Klimaanlagen in den Zügen. Ebenso brauchen wir die Vertaktung der Busse mit der Bahn. Generell gilt, den ÖPNV zu digitalisieren, so dass die Kunden zukünftig nicht mehr zu den Bussen, sondern die Busse zum Kunden kommen. Der Fahrservice Omobi in Murnau macht es vor..

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Energetische Sanierung unserer Häuser, Förderung des ÖPNV und der Bahn, steuerliche Erleichterungen und Zuschüsse für die, die das umsetzen. Ausbau der Solarenergie, aber keine Windparks in unseren Landkreisen WM und GAP. Ein besserer, effizienterer Katastrophenschutz, um mit Extremwetterereignissen klarzukommen, so wie sie jüngst in Westdeutschland wieder passiert sind.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Senkung oder Familienrabatte bei der Grunderwerbssteuer. Weiterhin für Familien: Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent, statt von bisher 19 Prozent auf die grundlegenden Bauleistungen wie Fundament, Heizung, Fenster, Dach etc.. Möglichkeit, der steuerlichen Abschreibung von Zinsen für Baugeld für Familien. Förderung des sozialen und des kommunalen Wohnungsbaus der Kommunen durch Bundeszuschüsse. Förderung des Erbbaurechts. Verbesserte steuerliche Abschreibung für den Mietwohnungsbau durch Private.

Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski (Grüne)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Dringend müssen wir in eine gute, zuverlässige Bahn investieren. Wir fordern ein zweites Gleis für die Werdenfelsbahn, einen Halbstundentakt soweit möglich und die vollständige Elektrifizierung. Auch brauchen wir deutlich bessere West-Ost-ÖPNV-Verbindungen. Des Weiteren möchten wir Bahnhöfe als Knotenpunkte örtlicher Mobilität stärken. Wir sollten die Digitalisierung nutzen und in eine Vielzahl an On-Demand Systemen (Beispiel Omobi) und Bike/Carsharing investieren. Ankommende an Bahnhöfen sollen schnell und günstig weiterkommen. Nicht zuletzt wollen wir die Mobilität per Rad fördern. Dazu gehört unser Vorschlag einer Prämie für den Erwerb von Lastenfahrrädern, welche auch am Land helfen, Einkäufe, Kinder und kleinere Lasten zu transportieren. Wir brauchen sichere, gut aufbereitete Radwege inner- und zwischenorts.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Wir müssen an allen großen Hebeln ziehen, denn die Klimakrise ist da. Neben der Verkehrswende sind das die Energie- und Finanzwende. Solarstrom soll auf jedem geeigneten Dach produziert werden. Bereits versiegelte Flächen (Parkplätze) sollen zu PV-Kraftwerken werden. Zwei Prozent der Bundesfläche wollen wir für Windkraft nutzen. Bürger sollen in die Planung und den Betrieb durch Bürger – Energieprojekte einbezogen werden und finanziell profitieren. Wir brauchen eine höhere CO2-Bepreisung und soziale Ausgleichsmechanismen. Staatliche Investitionen müssen vermehrt in Projekte gehen, die das Klima schützen. Die EU-Nachhaltigkeitskriterien bei Kreditvergaben sollen auch in Deutschland angewandt werden.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Durch Bürgergenossenschaften sowie ein kommunales Vorkaufsrecht können wir den Wohnraum stärker am Bedarf der Allgemeinheit orientieren. Energetische Sanierungen müssen entbürokratisiert werden und den Eigentümern möglichst viele Freiheit in der Umsetzung lassen. Ohne eine starke, lokale Handwerksbranche sind keine Wohnungen zu bauen oder energie-effizient zu sanieren. Die Ausbildung in Handwerksberufen muss daher attraktiver gemacht werden und Handwerker müssen in der Bürokratie entlastet werden. Auch die bessere ÖPNV-Anbindung jenseits der Ballungszentren spielt eine wichtige Rolle für bezahlbaren Wohnraum

Rolf Walther (Die Linke)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Die Linke hat ein detailliertes Konzept für den Talkessel Garmisch-Partenkirchen und das Loisachtal vorgelegt (www.zukunftwerdenfels.de). Trotz steigender Besucherzahlen könnte sich Garmisch-Partenkirchen von der touristischen Blechlawine befreien. Diese Chance sollte ergriffen werden. Generell müssen die Anreize und Angebote verbessert werden. Besucherlenkung durch gezielte Bahnverbindungen, Sonderzüge, Ticketsysteme, Zubringerservice, Park & Ride, durch Veranstaltungen und Anziehungspunkte. Es gibt eine Vielzahl positiver Stellschrauben. Und letztlich müssen die politischen Weichen anders gestellt werden. Die Mittel für den Bahnausbau müssen vervielfacht werden. Es muss ein Umsteuern beim Güter- und Personenverkehr geben. Und die Verfahren sind drastisch zu beschleunigen. Es kann nicht sein, dass wir heute den Halbstundentakt beschließen, der aber dann verfahrensbedingt frühesten 2045 Realität wird.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Wir brauchen ein CO2-Monitoring vor Ort. Und den Ehrgeiz jeder Kommune klimaneutral zu werden. In der Aktionsgemeinschaft „Klimaneutral vor Ort“ versuchen wir dies zu bewegen. Bisher werden beispielsweise nur zehn Prozent der Dächer für Photovoltaik genutzt. Da ist viel Luft nach oben. Der ÖPNV muss Vorgaben bekommen: Einsatz von Elektro- und Hybridbussen, Leihfahrräder an allen Bushaltestellen, einheitliche Buchungs-Apps und Tickets. Auch die Stärkung der regionalen Vermarktung und kurzer Transportwege ist wichtig. Viele Stellschrauben, um die man sich konkret und vor Ort kümmern muss. In Bernried gibt es dafür einen offenen Arbeitskreis mit Mandatsträgern und Bürgern. Andere Kommunen sollten diesem vorbildlichen Beispiel folgen.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Stopp öffentlichen Grund und Boden an private Bauherren zu verkaufen. Die Kommunen haben durch kommunalen Wohnungsbau nachhaltig und bezahlbar für Mietwohnungen zu sorgen. Die Wohnungsknappheit ist politisch verursacht, kann aber durch jede einzelne Kommune wirksam und binnen weniger Jahre gemindert werden. Und natürlich sind die gesetzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Mietenstopp, Mietendeckel, Unterbindung von Zweckentfremdung, Veränderungssperren, Zweitwohnungsabgaben, aber auch Vereinfachungen im Baurecht und in den Gestaltungssatzungen.

Arnold Reuss (Freie Wähler)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Die ortsnahe Ostumfahrung MIT Tunnel muss für Weilheim kommen! Handlungsbedarf sehen wir auch im Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs: Zum Beispiel wäre eine zumindest teilweise Zweispurigkeit der Werdenfelsbahn zur Taktverdichtung gut – die Ergebnisse der aktuellen Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen sind hier abzuwarten. Auch eine flächendeckende Anwendung einer digitalen Tourismusampel würde schon so manchen Ansturm durch den Ausflugsverkehr vermeiden.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat für uns höchste Priorität: Eine regionale, dezentrale Energiewende mit einem Mix aus Wind, Wasser und Solar in Form von Bürgerkraftwerken muss konsequent umgesetzt werden – dabei darf der Denkmalschutz dem Umweltschutz nicht im Wege stehen! Für den klimafreundlichen Umbau des Verkehrssektors kann die Wasserstoff-Mobilität ein wichtiger Baustein sein. Wir sind überzeugt, dass auf lange Sicht Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sind, sondern untrennbar zusammengehören.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Wir wollen erreichen, dass Flächen zielgerichtet und nachhaltig in Anspruch genommen werden: Bei Bauvorhaben muss mutig in die Höhe sowie in die Tiefe gebaut werden. Zudem wollen wir das Konzept der „Sozialgerechten Bodennutzung“ (SoBoN) als ein wichtiges Instrument bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum verpflichtend umgesetzt sehen.

Maiken Winter (ÖDP)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Angesichts der immer dramatischer sich zuspitzenden Klimakatastrophe ist es dringend an der Zeit, dass Straßenverkehrsplanungen sich nicht auf den individuellen Autoverkehr fokussiert, sondern alternative Mobilität bevorzugt. Es muss einfacher und billiger werden, Bus, Bahn und Rad zu benutzen als ein eigenes Auto. Das bedeutet konkret: Umsteigezeit verlängern, damit Anschlüsse erreicht werden können; Taktung der Werdenfelsbahn erhöhen; Bahnstrecke zweigleisig ausbauen, gleichzeitig müssen innerorts ausreichend Übergänge und Unterführungen geschaffen werden; Stillgelegte Bahnhalte reaktivieren, gleichzeitig soll es Expresszüge geben, die mit nur wenigen Stopps von Garmisch nach München fahren; Fuchstalbahn für Personenverkehr öffnen; Ost-West-Verbindungen durch bessere Busverbindungen erleichtern; Rufbusse wie beim Fahrservice Omobi in Murnau ausbauen; ÖPNV auch nach 22 Uhr gewährleisten. Eine Lösung für zu viele Autos ist nicht, mehr Platz schaffen für Autos, sondern: gute Alternativen anbieten!

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Wir müssen wirklich verstehen, dass wir im Begriff sind, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Alles was uns lieb ist, steht auf dem Spiel. Es sollte eine Selbstverständlichkeit werden, auf Dinge zu verzichten. Denn das, worauf wir heute verzichten müssen ist nichts im Vergleich zu dem, was wir verlieren werden. Meine Schwerpunkte wären daher: Massiver Ausbau der Umweltbildung in allen Bereichen – von Kindergarten bis Erwachsenenbildung; gesetzliche Verankerung wichtiger Maßnahmen – zum Beispiel Änderung der Straßenverkehrsordnung, der Baugesetze, unter anderem mit Fokussierung auf klimafreundliche Maßnahmen; bis 2025 fossile Energien und Benziner stoppen; stärkere und schnellere Erhöhung des CO2-Preises mit 100 Prozent Klimadividende. Ziel muss sein, dass die CO2-Konzentration der Erdatmosphäre möglichst schnell zurückgeht auf 350 ppm. Dazu benötigen wir auch aktive Maßnahmen, CO2 zu binden. Dazu würde ich vor allem auf Moor-Renaturierung und Humusbildung setzen.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Ich würde versuchen, den existierenden Wohnraum effektiver zu nutzen – wo gibt es unbewohnte Gebäude? Wo wohnen nur wenige Menschen auf viel Fläche? Anreize für Umbau, Förderungen von Lebensgemeinschaften – das sehe ich als geeignetsten Schritt um Wohnraum zu schaffen und den Flächenfraß zu minimieren.

Johann Gattinger (Bayernpartei)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Eine Entlastung unserer Region vom zunehmenden Verkehr ist schwierig, weil wir zum Freizeitgebiet des Münchner Raumes gehören. Ein Ausbau des Zugverkehrs wäre vorteilhaft: kürzerer Takt, Zweigleisigkeit, mehr Busse vom Bahnhof zu den touristischen Zielen mit günstigen Kombitickets. Auch Busse von München aus, zum der Beispiel Bergbus vom Alpenverein.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Klimaschutz bedeutet noch mehr erneuerbare Energien und entsprechende Förderprogramme: Windräder verantwortungsvoll ohne 10h-Regel, PV-Anlagen und Solarkollektoren auf jeden Neubau.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Bezahlbarer Wohnraum entsteht durch Eindämmung des Zuzugs zum Beispiel durch strengere Einheimischenmodelle. Förderung von Sozialwohnungen.

Juina Wessel (dieBasis)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Im Gegensatz zu den Umfahrungsprojekten der letzten Jahre würde ich auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs setzen. Hierzu gehört der Ausbau der Werdenfelsbahn mit einer schnelleren Taktung. Zusätzlich könnte eine bessere Zusammenarbeit zwischen Tourismusverbänden, Naturschutzverbänden und Behörden bezüglich Infrastruktur und Umweltbildung helfen, Anreize zu schaffen, dass Auto mehr stehen zu lassen, zum Beispiel durch den Ausbau des Radwegenetzes. Im öffentlichen Nahverkehr brauchen wir kreative Konzepte wie Sammeltaxis, Klein- und Linienbusse, die Landkreis übergreifend alltagstauglich getaktet sind. Auch die Aufwertung und Bewerbung der Naherholungsgebiete der Ballungszentren vor Ort könnten zur Entlastung beitragen.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Der Fokus liegt auf einer nachhaltigen Umweltpolitik. Dazu gehört die Umstellung der Produktion, der Wirtschaft, des Handels und des Verkehrs auf ökologische Nachhaltigkeit. Die Partei dieBasis setzt sich ein für Abfallvermeidung, für das Einsparen von Energie und Ressourcen, für nachhaltiges Wirtschaften und für die Aufklärung der Menschen über Kreisläufe, Wechselwirkungen und Zusammenhänge in der Natur. Wir sind für eine gezielte Waldaufforstung anstatt große Waldabschnitte zu fällen. Der Ressourcenverbrauch von Fleisch ist sehr hoch. Mit einer deutlichen Fleischkonsumreduzierung und einer artgerechten Tierhaltung kann man dem entgegenwirken. Durch Förderung regionaler Produkte oder Bildung von autarken Systemen oder Kommunen können lange Transportwege und CO2-Emissionen vermieden werden.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Bei der Planung von Wohnraum soll die Bevölkerung mehr eingebunden werden. Es soll die Spekulation mit Bauflächen unterbunden werden. Bei der Umwidmung von Naturflächen in Bauland darf kein Gewinn erzielt werden. Sozialer und ökologisch Wohnungsbau, der der Allgemeinheit ohne Gewinnabsicht dient, soll gefördert werden. Ebenso sollen gemeinnützige und genossenschaftliche Eigentumsformen gefördert werden. Wohnungsbaugenossenschaften sollen den Status der Gemeinnützigkeit erhalten. Private Investoren sollen beim Wohnungsbau einen festzulegenden Anteil neu errichteter Wohngebäude als Sozialwohnraum zur Verfügung stellen.

Werner Knigge (Volt)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Für das Problem braucht es komplexe Lösungen: Stärkung des Bahnverkehrs durch attraktive Preise für Wochenendausflügler und gute Anbindung an den örtlichen Busverkehr; Informationen (digital, Radio), insbesondere im Raum München über die Verkehrssituation in den Ausflugsgebieten; Park&Hike-Projekte mit Parkplätzen zwischen München und den Ausflugszielen sowie Umsteigemöglichkeiten auf Bahn und Bus.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Klimaschutz ist eine unserer wichtigsten Herausforderungen. Volt setzt sich dafür ein bis 2035 CO2- und bis 2040 klimaneutral zu werden. Dazu benötigen wir ein Umdenken in vielen Bereichen. Einige Beispiele: Eine gesamteuropäische Energiestrategie mit dem Ziel einer dezentralen Energieversorgung; Förderung europäischer Unternehmen und technischer Innovationen zum Erreichen der Klimaziele, ohne Arbeitsplätze zu gefährden und Effizienz einzubüßen; Förderung von Projekten für erneuerbare Energien; stärkere Digitalisierung, die zum Beispiel die Landwirtschaft unterstützt, effizienter und umweltverträglicher zu werden; Schaffen von Anreizen zur Nutzung des Umweltverbundes, also zu Fuß, per Fahrrad und ÖPNV; Erhöhung der Nutzungsdauer von Elektrogeräten; CO2-Bepreisung mit der Möglichkeit der Rückzahlung an die Bürger (Klimadividende); umweltbewussteres Verhalten eines jeden Einzelnen. Dabei kann klimabewussteres Leben auch durchaus ein Plus an Lebensqualität bedeuten. Zum Beispiel weniger Berufspendelverkehr durch vermehrtes Homeoffice, gesündere Ernährung. Verzicht auf Kunststoff.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Beim Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ stößt die freie Marktwirtschaft an Grenzen. Hier muss der Staat regulierend eingreifen. Angemessener und bezahlbarer Wohnraum ist für uns ein Grundrecht. Wir wollen eine neue öffentliche Wohngemeinnützigkeit etablieren. Das gelingt uns nur, wenn Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten. Sie sollen bezahlbare Bauflächen für Wohnungsbau bereitstellen, neue Formen des Zusammenlebens fördern und Wohnraum vor Missbrauch schützen. Wir stärken den nicht-profitorientierten Wohnungssektor. Dazu fördern wir Investitionen in den sozialen Wohnungsbau sowie Genossenschaften für dauerhaft bezahlbaren Wohnraum. Das Baurecht soll um Gemeinwohlbelange erweitert werden.

Ricard Ryssel (Parteifrei)

Wie wollen Sie die Region beim zunehmenden Verkehrsaufkommen, gerade durch den Ausflugsverkehr, entlasten?

Ich freue mich über jeden Touristen, der unsere Landschaft liebt, hier Energie tankt und nebenbei die Wirtschaft stärkt. Solange die Natur geachtet und Regeln eingehalten werden. Trotzdem ist das Verkehrsaufkommen teilweise ein Problem. Deshalb ist der Ausbau der Werdenfelsbahn sehr wichtig, um mehr Kapazitäten während des Berufsverkehrs zu schaffen. Auch die Preise müssen passen. Nur so können wir Pendlern und Ausflüglern ein attraktives Angebot machen. Außerdem brauchen wir Umgehungsstraßen für vom Durchgangsverkehr stark belastete Orte, um Einwohner vor der Verkehrsbelästigung zu schützen. Eine kurzfristig deutliche Reduzierung des Individualverkehrs ist nicht zu erwarten.

Wo setzen Sie Schwerpunkte beim Klimaschutz?

Hauptverursacher des Klimawandels sind nicht Privatpersonen, sondern Großkonzerne einiger weniger Industrien außerhalb unseres Wahlkreises. Die Lösung liegt in der Kombination aus Sanktionierung umweltschädigender Industrien und Förderungen des ökologischen Handelns für Betriebe und Privatpersonen. Allerdings hat es Wetterphänomene wie Temperaturschwankungen, Extremwetterlagen und Hochwasser auch in den letzten Jahrhunderten gegeben. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Gerade beim Hochwasserschutz spielen renaturierte Flussläufe und eine Reduzierung der Bodenverdichtung durch landwirtschaftliche Großbetriebe eine entscheidende Rolle. Naturschonend agierende bäuerliche kleine und mittelgroße Betriebe wie in unserem Wahlkreis müssen finanziell stärker gefördert werden, statt EU-Subventionen an landwirtschaftliche Großbetriebe zu geben.

Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum in der Region schaffen?

Bezahlbarer Wohnraum ist ein Grundrecht für jeden Menschen. Die Schaffung von Mietwohnungen durch Privatleute und Genossenschaften muss stärker gefördert werden. Gemeinden sollten sich stärker engagieren, indem sie selbst Wohnraum schaffen und es ermöglichen, günstigen Grund für neue Wohnprojekte zur ermöglichen. Durch Bereitstellung gemeindeeigener Grundstücke oder pragmatische Genehmigungen beziehungsweise die Erschließung von Bauland. Dies auch für den Bau von Eigenheimen. Dabei ist natürlich die Auswirkung auf die Natur zu berücksichtigen. Kombinieren möchte ich dies mit Einheimischenmodellen, die den Wohnbedarf der ortsansässigen Menschen gegenüber dem starken Zuzug in unsere sehr attraktive Region bevorzugen.

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