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Corona-Demo in Penzberg: 1100 Menschen protestieren gegen Pandemie-Politik

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Von: Andreas Baar, Max Müller

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Rund 1100 Teilnehmer spazierten vergangenen Montag im Protest gegen die Corona-Maßnahmen. © Max Müller

Penzberg – Das Jahr 2022 begann in Penzberg mit einer Corona-Demo. Am Montagabend (3. Januar) zogen laut Polizei rund 1100 Teilnehmer durch die Innenstadt.

Angemeldet worden war die Protestkundgebung von einem Penzberger als „fortbewegende Versammlung“ am 27. Dezember beim Weilheimer Landratsamt. Nach einem Kooperationsgespräch zwischen Behörden und Veranstaltern wurde jedoch ein anderer Streckenverlauf festgelegt: Statt vom Stadtplatz über Bahnhofstraße hoch zum Kreisel ging es diesmal in eine andere Richtung. Über die Friedrich-Ebert-Straße, Sonnenstraße, Ludwig-März-Straße zurück zum Stadtplatz spazierten die Demonstranten, teilweise mit Kerzen, Trommeln und Kuhglocken ausgestattet.

Neue Route

Die bisherige Route war wegen ihrer Nähe zum Krankenhaus mit seinen Corona-Patienten kritisiert worden. Die Gründe für die jetzige Änderung waren allerdings logistischer Natur, wie von Penzbergs Ordnungsamtsleiter Joachim Bodendieck zu erfahren war: Der überlange Protestmarsch zum Jahresende habe sich auf der kurzen Strecke im Gegenverkehr getroffen, so Bodendieck. „Das war für die Aufrechterhaltung der Sicherheit nicht optimal.“

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Ansprache hören: Auf dem Penzberger Stadtplatz trafen sich die Teilnehmer zur „fortbewegenden Versammlung“. © Andreas Baar

Neben dem städtischen Ordnungsamt waren an diesem Abend acht Bauhofmitarbeiter im Einsatz. Auch ein Vertreter der Landratsamt schaute sich die Veranstaltung genau an. Ebenso vor Ort waren zahlreiche Polizeikräfte. Wie Einsatzleiter Armin Ritterswürden von der örtlichen Inspektion der Rundschau sagte, waren zusätzliche Unterstützungskräfte aus der Region sowie Kollegen von der Bereitschaftspolizei nach Penzberg beordert worden. Am Ende zählte die Polizei in der Spitze rund 1100 Teilnehmer. Es sei alles friedlich verlaufen, bilanzierte Ritterswürden tags darauf.

Aus Umfeld von „dieBasis“

Angemeldet worden war die Versammlung von Peter Steub aus Penzberg unter dem Motto „Gemeinsame Corona Diskussion fördern“. Steub – 31 Jahre alt und studierter Biochemiker, wie er eingangs seiner kurzen Ansprache auf dem Stadtplatz sagte – erklärte, dass er hier „nicht im Namen“ seiner Partei „dieBasis“ spreche. Der Penzberg ist zweiter Vorsitzender im Kreisverband Weilheim-Schongau/Garmisch-Partenkirchen. Schon der zweite „Spaziergang“ in Penzberg war privat von einer Person auf dem Umfeld der Partei angemeldet worden: der Penzbergerin und ehemaligen Bundestagskandidatin Juina Wessel.

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Die Polizei begleitet mit zahlreichen Kräften den Protestzug in Penzberg. Laut Einsatzleitung lief alles friedlich ab. © Andreas Baar

Steub erinnerte die Zuhörer daran, beim Marsch die Abstände einzuhalten, die Straße nicht zu verlassen und am Ende das Areal zügig zu verlassen. Er zog in seiner Rede einen weiten Bogen von „wissenschaftlicher Zensur“ im Umgang mit der Pandemie über seiner Meinung nach für Krankheitsnachweise nicht geeignete PCR-Tests und nicht durch das Grundgesetz gedeckte Corona-Regeln bis hin zu der Forderung nach einer „öffentlichen Debatte“ über Corona und Kritik an der Medienberichterstattung. Steub nannte unter anderem die „Wiedervereinigung der Menschheitsfamilie“ als ein Ziel. Es sei wichtig, „den Spalt in der Gesellschaft“ zu schließen.

Protest im Kerzenschein

Im anschließenden „Spaziergang“ reihten sich Alt und Jung ein. Auch Kinder liefen mit. Vereinzelt flackerten Kerzen auf und einige Teilnehmer hielten Transparente in den Händen. Deren Botschaften reichten von „Keinen Impfzwang“ über „Deutschland hat seine Geschichte und die Ärzte ihren hippokratischen Eid vergessen“ bis zu „auch Erpressung ist strafbar“.

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Kleiner Widerstand: Zwei Damen plädierten während der Demonstration für einheitliche 2G-Regeln und eine Impfpflicht. © Andreas Baar

Kleine Gegen-Demo

An der Ecke zur Friedrich-Ebert-Straße bog der Tross der Corona-Demonstranten von der Bahnhofstraße ab. Vor der Sparkasse standen zwei Damen, die selbst gebastelte Plakate Richtung der Spaziergänger hielten. Um das Eskalationspotential möglichst niedrig zu halten, bildeten vier Polizisten sofort eine schützende Wand vor der kleinen Gegen-Demo. „Blöde Kommentare mussten wir uns trotzdem anhören“, sagte eine der Frauen.

Bis zum 22. Februar seid ihr eh tot.

Corona-Demonstrant.

Auf ihren Schildern warb das Duo für ein flächendeckendes 2G-Konzept und eine sofortige Impfpflicht. Einer der Spaziergänger rief ihnen zu: „Bis zum 22. Februar seid ihr eh tot.“ Die beiden Penzbergerinnen empfinden die „Spaziergänge“ als „schrecklich und beschämend“ – und wollen nächste Woche wieder ihre Opposition zu der „fortbewegenden Versammlung“ zeigen.

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