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Corona-Notbremse bei Krankenhäusern: Auch Klinikum Penzberg betroffen

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Von: Andreas Baar

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Penzberg Klinikum Haupteingang
Das Klinikum in Penzberg ist ein Covid-Schwerpunktkrankenhaus im Rettungszweckverband Oberland. © Andreas Baar

Region - Die Regierung von Oberbayern zieht die Notbremse: Die Covid-Schwerpunktkrankenhäuser müssen stationäre Behandlungen aufschieben - auch Kliniken in der Region.

Dr. Florian Brändle, Ärztlicher Direktor am Klinikum Penzberg, hatte bereits im Vorfeld gegenüber der Rundschau vor der angespannten Corona-Situation im medizinischen Bereich gewarnt. Man habe kaum noch Kapazitäten, das eigene Personal sei am Limit. „Die leisten eine Wahnsinnsarbeit, aber langsam geht die Kraft aus“, warnte Brändle. Ins gleiche Horn stieß am Montag (15. November) bei einem Pressegespräch Prof. Dr. Andreas Knez, Ärztlicher Direktor am Weilheimer Krankenhaus. Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) nutzte die Medienrunde, um nochmals an die Bürger zu appellieren: „Vermeidet mit einer Impfung eine Überfüllung der Intensivstationen.“ Die vierte Welle halten derlei Mahnungen allerdings nicht auf. Zum Redaktionsschluss meldete das Landratsamt am Donnerstagmittag (18. November) 220 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden in Weilheim-Schongau - es war ein Rekordwert für den Landkreis.

Krankenhaus Weilheim Nordseite
Auch das Krankenhaus Weilheim ist von der Anordnung der Regierung betroffen. © Archiv Kreisbote

Ärzte entscheiden

Am Mittwoch (17. November) reagierte die Regierung von Oberbayern auf die Corona-Welle. Angesichts „der höchst angespannten Lage in den oberbayerischen Krankenhäusern“, so Pressesprecher Wolfgang Rupp, wurden die Covid-19-Schwerpunktkrankenhäuser im gesamten Regierungsbezirk nach Stufe 3a des Notfallplans in die Pflicht genommen. Sie sollen bis 10. Januar 2022 von sämtlichen „unter medizinischen Aspekten aufschiebbaren“ stationären Behandlungen absehen. Dazu gehören orthopädische Eingriffe wie Knie- oder Hüftoperationen. Über die medizinische Dringlichkeit entscheiden die behandelnden Ärzte. Die stationären Kapazitäten werden für Notfälle, Corona-Fälle sowie Patienten, deren planbare Behandlung nicht verschoben werden kann, reserviert. Die Anordnung gilt im Rahmen des Rettungszweckverband Oberland für die Krankenhäuser in Penzberg, Weilheim und Schongau sowie die Stadtklinik Bad Tölz, die Kreisklinik Wolfratshausen, das Klinikum Garmisch-Partenkirchen und die Unfallklinik Murnau.

Versorgung aller Patienten sichern

Die Regierung begründet den harten Schritt damit, dass das Infektionsgeschehen „weiterhin ungebremst“ sei und mit einer Auslastung der Intensivbetten, die für Oberbayern bei 94 Prozent (Stand 17. November) liege. Auch die „massive Zunahme“ der Covid-Belegung auf den Normalstationen „machten eine sofortige Entscheidung im öffentlichen Interesse erforderlich“, so Sprecher Rupp. Durch die Anordnung soll zumindest eine ausreichende intensiv- und allgemeine medizinische Versorgung von allen Patienten sichergestellt werden – gerade bei Schlaganfällen und Herzinfarkten.

 „Die Entwicklung in den oberbayerischen Krankenhäusern gibt Anlass zu Besorgnis.“

Regierungspräsidentin Maria Els zur Corona-Lage.

Regierungspräsidentin Maria Els verteidigt die Entscheidung: „Die Entwicklung in den oberbayerischen Krankenhäusern gibt Anlass zu Besorgnis. Das Personal in den Kliniken arbeitet bereits seit geraumer Zeit an der Grenze der physischen und psychischen Belastung.“ Im Klinikum Penzberg lagen am Donnerstag 13 Corona-Patienten auf der Isolierstation, dazu zwei Verdachtsfälle. Intensiv wurde keiner behandelt, schwere Fälle werden auf andere Kliniken verteilt.

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