1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. DasGelbeBlatt

Dringender Corona-Appell von Landratsamt und Klinik-GmbH: Impfen gehen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Pressegespräch Corona Weilheim Schongau Landrätin Andrea Jochner-Weiß
Pressegespräch: (v.l.) Ärztlicher Direktor Andreas Knez, Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lippmann, Gesundheitsamtsleiter Stefan Günther, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Impfzentrums-Leiter Christian Achmüller. © Antonia Reindl

Region – Landratsamt und Krankenhaus GmbH informierten über die Corona-Situation im Landkreis Weilheim-Schongau. Der Appell: Man solle sich impfen lassen.

Als Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) beim Pressegespräch um sich blickt, meint sie, dass man heute „hochkarätig“ besetzt sei. Da sitzen Christian Achmüller, Verwaltungsleiter des Peißenberger Impfzentrums der Johanniter, Dr. Stefan Günther, Leiter des Gesundheitsamts, Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, sowie der Ärztliche Direktor des Weilheimer Krankenhauses, Prof. Dr. Andreas Knez.

Vermeidet mit einer Impfung eine Überfüllung der Intensivstationen.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß
Impfquote Pressekonferenz corona weilheim schongau landrätin andrea jochner weiß
''Es braucht ganz dringend eine höhere Impfquote'', betont Landrätin Andrea Jochner-Weiß. © Antonia Reindl

Das Infektionsgeschehen habe sich „drastisch verändert“, sagt Jochner-Weiß. Die Lage sei auch in Weilheim-Schongau „sehr, sehr angespannt“. Sie appelliert an alle Bürger, einen Termin zu vereinbaren: „Vermeidet mit einer Impfung eine Überfüllung der Intensivstationen“, so die Landrätin. Denn das, was zu erwarten sei, „ist keine vierte Welle, sondern ein Tsunami, der auf uns zurast“, so Jochner-Weiß.

Inzidenz der Geimpften bei 111, der Ungeimpften bei 764

Gesundheitsamtschef Günther präsentiert Zahlen und Balkendiagramme. „Bei uns im Gesundheitsamt ist Feuer unterm Dach“, sagt er. Vergangene Woche seien 513 Fälle gemeldet worden, die Inzidenz Geimpfter liege bei knapp 111, Ungeimpfter bei etwa 764. Unter den Infizierten seien weniger Hochaltrige als Junge und Kinder. Erleichtert zeigt sich Günther, dass Kommunen Weihnachtsmärkte abgesagt haben oder darüber nachdenken. Kritik übt er an Ungeimpften, die „Freiheit mit Egoismus verwechseln“.

Einen Einblick in das Krankenhausgeschehen gibt Ärztlicher Direktor Knez. In Deutschland gebe es heuer 4000 Intensivbetten weniger, weil Pflegekräfte die Häuser verlassen hätten. Nächstes Jahr werden es wahrscheinlich noch weniger sein. „Die Mitarbeiter sind einfach erschöpft“, sagt Knez und appelliert, sich impfen und boostern zu lassen. Eine Impfung könne nicht davor bewahren, sich selbst und andere anzustecken, jedoch schütze sie vor schweren Verläufen – und könne damit verhindern, dass Krankenhäuser an ihre Grenzen kommen.

Krankenhauspersonal am Limit

„Krankenhauspersonal leistet Unmenschliches“, betont Lippmann. Der Geschäftsführer der GmbH appelliert, nicht allein mit Applaus Solidarität kundzutun. Man müsse „ein klares Zeichen für die Pflege setzen“. Was die in der Politik diskutierte Impfpflicht für Krankenhauspersonal betrifft, so zeigt er sich kritisch – dies müsste entweder für alle Häuser oder keins gelten. Von den rund 1300 Mitarbeitern der Krankenhaus GmbH seien derzeit 80 Prozent plus geimpft. „Ich finde es ein ganz heikles Thema“, so Ärztlicher Direktor Knez zur Impfpflicht.

Krankenhauspersonal leistet Unmenschliches.

Thomas Lippmann (Geschäftsführer Krankenhaus GmbH)

Einen Einblick in das Impfgeschehen gibt Christian Achmüller. Am vergangenen Wochenende habe man rund 1000 Personen geimpft, etwa 700 davon hätten Booster-Impfungen erhalten, so der Verwaltungsleiter des Impfzentrums. Momentan sei die Versorgung mit Impfstoffen noch zugesichert. Damit man niemanden abweisen müsse und auch besser planen könne, habe man wieder eine Terminvergabe eingeführt.

Wann ist „der Spuk vorbei“?

Kritik an der Politik wird nicht laut. „Ich möchte nicht im Politiker stecken“, sagt Knez. Niemand wisse, wann „der Spuk vorbei ist“. Dass es wieder spuken wird, sei aber klar gewesen. „Virologen und Mediziner haben das ja vorausgesagt, was jetzt eintritt“, erinnert der Ärztliche Direktor. Gegen Ende sagt Gesundheitsamtschef Günther etwas voraus: Dass sich ein jeder, dass „sich jedes Immunsystem mit dem Virus auseinandersetzen müssen wird“ – die Frage sei dann nur, ob als Geimpfter oder Ungeimpfter.

Auch interessant

Kommentare