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Großweiler Gemeinderat: Absage an Denkmal für verendete Fische

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Rund 12.000 Fische waren wegen eines blockierten Zulaufs in der Fischzucht in Großweil verendet. © Polizeiinspektion Murnau

Großweil – Die Kommune Großweil errichtet kein Denkmal für die kürzlich verendeten Fische in einer örtlichen Fischzucht. Die Gedenkstelle wollten Tierrechtler haben.

Der Anblick war grausig. Hunderte Fische trieben an jenem Oktobertag an der Wasseroberfläche. Rund 12.000 tote Forellen und Saiblinge. Der Zulauf zu zwei Becken einer Großweiler Fischzucht war durch eine Art Staudamm verstopft worden. Es kam zu einem Mangel an Frischwasser und Sauerstoff. Die Tiere siechten dahin. Die Tierrechtsorganisation Peta wollte daraufhin ein Denkmal für die verendeten Fische errichten (Rundschau berichteten. Die Gemeinde aber entschied sich nun dagegen.

Schreiben von Peta

Ein monumentaler Steinblock, eine frischförmige Statue oder eine schlichte Stele? Alles wäre möglich gewesen. Denn wie genau das geforderte Denkmal, das an die verendeten Fische in den beiden Großweiler Fischzuchtbecken erinnern soll, aussehen könnte, wird in dem Schreiben von Peta an die Gemeinde Großweil nicht näher definiert. Der Vorschlag sei lediglich ein Denkmal mit einer Inschrift, überfliegt Bürgermeister Frank Bauer (FWG) das Schreiben, in dem Dr. Tanja Breining, Peta-Fachreferentin für Fische und Meerestiere, zitiert wird, noch einmal. Die Inschrift aber wird näher definiert, könnte diese in etwa lauten: „Zum Gedenken an 12.000 Fische, die hier qualvoll starben. Bitte leben Sie vegan.“ So zumindest der Vorschlag aus dem Schreiben.

Einstimmiger Tenor

In seiner jüngsten Gemeinderatssitzung diskutierte das Gremium nun über die Forderung. Am Ende „war der Tenor einstimmig“, so der Rathauschef. Die Peta-Fachreferentin habe er bereits telefonisch über den Entschluss der Gemeinde informiert, teilt Bauer wenige Tage nach der Sitzung mit. „Generell wird es aus unserer Sicht kein Denkmal geben“, sagt der Bürgermeister. Die Kommune wolle der Veganer-Organisation keine Plattform bieten. Die Entscheidung sei aber keineswegs leichtfertig gefällt worden, betont Bauer. Man habe lang recherchiert, sich intensiv unterhalten. Doch gerade das ausführliche Einholen von Hintergrundinformationen führte zu der klaren Entscheidung: Man habe die Recherchen zusammengetragen und auf deren Grundlage entschieden, erläutert der Bürgermeister, der in Auszügen aus diesen Recherchen, aus Medienberichten, verliest und Schlagzeilen, etwa über die gezielte Herbeiführung des Todes von Tieren, zitiert. Recherchen, die Zweifel geweckt zu haben scheinen.

Schutz an Weihern geplant

An den Fischweihern aber wird dennoch etwas errichtet werden – kein Denkmal, sondern vielmehr eine Art Schutzvorrichtung. Man plane gemeinsam mit dem Fischzüchter einen Zaun aufzustellen, so Bauer. Auch soll ein Schild auf die Becken und die darin lebenden Tiere hinweisen. Denn von der Stelle aus, an der die Blockade errichtet wurde, „sind die Weiher ja nicht einsehbar“, betont der Bürgermeister. Er glaubt, dass damals, an jenem Ort, zu jener Zeit, alle ungünstigen Umstände zusammengekommen seien und zu dem tragischen Fischsterben geführt hätten.

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