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Habach: Eine Ortszufahrt wird dicht gemacht - knappe Entscheidung im Rat

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Von: Andreas Baar

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Einfahrt nach Habach: Diese Zufahrt von Antdorf her soll zurückgebaut werden, wenn die neue Querverbindung kommt. © Andreas Baar

Habach – Es bleibt dabei: Wenn Habach die Querverbindung von der B472 zur Antdorfer Straße bekommt, wird der östliche Ortseingang komplett dichtgemacht.

Eigentlich hatte der Habacher Gemeinderat sich bereits im August mit 10:3 Stimmen festgelegt: Sollte das Staatliche Bauamt über den bestehenden Kreisel die ersehnte Querverbindung von der Bundesstraße hoch zur Antdorfer Straße bauen – um auch das verkehrsgeplagte Dürnhausen zu entlasten –, dann wird die östliche Ortseinfahrt von der Staatsstraße 2038 nach Habach rein aus Sicherheitsgründen gleich mit dichtgemacht. „Ich habe eine große Niederlage eingesteckt“, sagte ein betrübter Bürgermeister Michael Strobl am Tag danach der Rundschau – der Rathauschef hatte sich immer wieder für ein Offenhalten des aus seiner Sicht gerade für die Landwirtschaft wichtigen Zugangs ausgesprochen. Der Beschluss stand, doch im Gemeinderat lag das Thema überraschenderweise wieder auf dem Tisch.

Bürgermeister gegen Schließung

Es habe sich im August nur um eine „Probeabstimmung“ gehandelt, begründet Bürgermeister Strobl auf Nachfrage seinen Schritt. „Ich wollte einen Trend haben.“ Vielleicht sei dies nicht ausreichend kommuniziert gewesen, räumt er ein. Nichtsdestotrotz gab es nun erneut eine lebhafte Debatte. Strobl nutzte die Gelegenheit, um nochmals für eine offene Zufahrt zu werben. „Wenn wir es zumachen, werden wir es wahrscheinlich nie wieder aufmachen“, warnte er. Zudem mahnte der Rathauschef an, dass sich in dem dann betroffenen Bereich der Straße bis zur Wohnbebauung auch Leitungen, Kanal und Wasser befänden. Zum Ausgleich für den weiter durch Habach rollenden Verkehr würde Strobl es mit grundsätzlich Tempo 30 auf der Durchgangsstraße und Rechts vor Links versuchen wollen – um auswärtige Verkehrsteilnehmer abzuschrecken.

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Die westliche Zufahrt nach Dürnhausen bleibt offen. © Andreas Baar

Gedanken, die Michael Leiß jun. überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Für ihn gibt es nur eine Lösung: die Ortseinfahrt komplett zu machen. Der Gemeinderat warnte ansonsten vor einem „erhöhtem Gefahrenpotiential“ durch den einfahrenden Verkehr von der Umfahrung. Am Ende wurde es knapp. Immerhin fünf Räte inklusive Bürgermeister votierten für die offene Variante, sechs Nein-Stimmen gab es, zwei Volksvertreter fehlten – damit wurde der August-Beschluss bestätigt.

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Geschlossen werden soll dagegen die östliche Zufahrt von der B472 nach Dürnhausen rein. © Andreas Baar

Entlastung für Dürnhausen

Einstimmig beschloss dagegen der Habacher Gemeinderat, im Zuge der neuen Querverbindung die östliche Zufahrt nach Dürnhausen von der B472 bei der ersten Bebauung zu schließen. Auch dafür hatte sich das Gremium bereits im August entschieden. Doch aus den Reihen der Dürnhauser Verkehrs-Bürgerinitiative war laut Strobl der Wunsch gekommen, lieber die Verbindung von der Antdorfer Straße in den Ortsteil zu kappen. Ein Ansinnen, dass jedoch im Rat auf wenig Gegenliebe stieß. Der Verkehrsdruck von Sindelsdorf her sei wesentlich größer, mahnte Josef Spensberger, auch mit Blick auf das künftige Gewerbegebiet bei den Nachbarn.

Im Idealfall ab 2023 bauen

Bis Jahresende hat die Gemeinde dem Staatlichen Bauamt seine Wünsche bezüglich der Antdorfer Straße sowie den B472-Ein- und Ausfahrten in Dürnhausen mitzuteilen. Wie berichtet, könnte die Behörde umgehend in das Planfeststellungsverfahren für die neue Querverbindung einsteigen. Im Idealfall könnte ab 2023 gebaut werden. Die Kosten schätzt das Bauamt auf rund eine Million Euro. Allerdings hakt das Projekt noch wegen eines fehlenden Grundstücks.

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