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Hebauf am Metropol-Kino in Penzberg: Umbau kostet jetzt 5,6 Millionen Euro

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Von: Andreas Baar

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Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan sprach zum Richtfest am Metropol-Umbau. © Andreas Baar

Penzberg – Später fertig und nochmals teurer: Beim Umbau des Metropol-Kinos muss die Stadt Penzberg erneut umdisponieren. Jetzt war Hebauf.

An der Friedrich-Ebert-Straße erhebt sich eines der städtebaulichen Großprojekte in Penzberg: Das ehemalige Metropol-Kino wird von der Kommune zum Musik- und Kulturzentrum umgebaut. Im März 2020 war der Spatenstich. Doch der anvisierte Fertigstellungstermin am 24. November 2021 ließ sich nicht halten. Die verantwortliche Firma hatte die Löcher für die 80 Mikropfähle, die den Kubus in der Gebäudemitte tragen müssen, falsch gebohrt. Als neuer Termin wurde Ende 2021 der 1. Februar 2022 genannt, zuletzt bei einem Ortstermin im Mai war von einer Nutzung durch die Musikschule Ende März kommenden Jahres sowie einer endgültigen Fertigstellung im Sommer 2022 die Rede. Die Kosten wurden von den Verantwortlichen von anfänglich 4,13 Millionen Euro auf nunmehr 4,958 Millionen hochgesetzt.

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Früher Lichtspielhaus: Besichtigung im künftigen Konzertsaal der Musikschule. © Andreas Baar

Betrieb ab September 2022

Jetzt gibt es den nächsten Zeit- und Finanzplan. Anfang Juli soll das Gebäude fertiggestellt sein, die Musikschule soll ab dem neuen Schuljahr im September ihre Schüler in den Räumlichkeiten empfangen können. Die Gesamtkosten belaufen sich nun auf circa 5,6 Millionen Euro. Dies sagte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) beim Hebauf. Angesichts des ersten Ansatzes im Jahr 2007 sei man „mit der Preissteigerung gar nicht so weit weg“, so der Rathauschef. Immerhin fließen eine Menge Zuschüsse: Laut Korpan wird der Umbau mit 3,128 Millionen Euro gefördert – allein 2,016 Millionen Euro kommen von der Städtebauförderung. 1,06 Millionen Euro schießt der „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier 2019“ dazu, 50.000 Euro kommen aus dem EU-Leadertopf. Kein Wunder, dass sich das Stadtoberhaupt ausdrücklich bei den Geldgebern bedankte. „Wir haben einiges an Fördermitteln locker gemacht“, sagte Prof. Christian Schiebel, Leiter des Städtebau-Sachgebiets bei der Regierung von Oberbayern. Penzberg sei ein gutes Beispiel für förderwürdige Projekte: „Für uns ist es wichtig, dass die Qualität sehr hoch ist“, lobte Schiebel vorangegangene Vorhaben wie Bahnhofstraße und Stadthalle. „Die Stadt ist ein ganz wichtiger Kunde für uns in diesem Bereich“, schmunzelte der Regierungsvertreter.

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Sorgten für die musikalische Umrahmung beim Hebauf: Die Musikschule-Lehrer Holger Jung (l.) und Thomas Bouterwek. © Andreas Baar

Letzter Film lief 2001

Derweil erinnerte der Bürgermeister nicht nur an den langen politischen Weg, sondern auch an die gesellschaftliche Bedeutung des Lichtspielhauses. Das Gebäude wurde in den 1950er Jahren erbaut. Karl Bosch, der Kinofilme in der Gastwirtschaft von Engelbert Rott an der Ludwig-März-Straße zeigte, eröffnete an der Friedrich-Ebert-Straße das Metropol. Am 18. September 1952 lief der erste Film: „Die Försterchristl.“ Am 17. Januar 2001 endete mit „Die Braut ihr Vater und ich“ die Filmgeschichte. Berta Wilhelm, Tochter des Erbauers, saß bis zu ihrem 87. Lebensjahr im Kassenhäuschen im Foyer. Nach dem Auszug wurde das Gebäude von 2015 bis 2017 vom Karikaturisten Egbert Greven (gestorben 2018) für Ausstellungen genutzt.

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