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„Ländliche Konzerte“ in Penzberg: Das Jubiläumsjahr endet mit einer Absage

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Von: Andreas Baar

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Vocalensemble und Sinfonieorchester hätten im Dezember auch bei Haydns „Jahreszeiten“ in Penzberg unter der Leitung von Günther Pfannkuch auftreten sollen. © Pfannkuch

Penzberg - Das 30-jährige Bestehen müssen die „Ländlichen Konzerte“ in Penzberg heuer ohne weiteres Konzert beenden. Schuld ist die Corona-Lage.

Am vergangenen Samstag (27. November), kurz nach 21 Uhr, verschickte Günther Pfannkuch die Mail mit dem betrüblichen Inhalt. Leider müsse das für 12. Dezember in der Christkönigskirche angesetzte Konzert mit Joseph Haydns „Die Jahreszeiten“ wegen der Corona-Problematik ausfallen, schrieb der künstlerische Leiter der „Ländlichen Konzerte Penzberg“. Es ist die zweite Absage, im vergangenen Jahr hätte die Aufführung im Sommer in der Benediktbeurer Basilika stattfinden sollen. Neuer Termin, neues Glück: Die „Jahreszeiten“ sind auf Sonntag, 17. Juli 2022, um 19 Uhr in der Penzberger Christkönigskirche angesetzt

Drei Termine für 2022 geplant

Pfannkuch ist über die Absage beziehungsweise Verschiebung untröstlich. „Viel, intensiv und spannend haben wir bisher dafür geprobt“, schreibt der künstlerische Leiter. Der logistische Aufwand für das Konzert war enorm gewesen. Mehr als 120 Mitwirkende waren vorgesehen. Das Vocalensemble Penzberg, das Sinfonieorchester Pfaffenwinkel sowie die Solisten hatten sich vorbereitet. „Etliche 100 Mails wurden für die Organisation hin und her gesandt“, so Pfannkuch. „Der Kartenvorverkauf war kurz vor Beginn – und wir haben alle gehofft...“ Aber das musikalische Leben soll weitergehen. Drei Termine stehen bei den „Ländlichen Konzerten“ im 31. Jahr ihres Bestehens für 2022 auf dem Programm: Am 3. April ist Mozarts „Requiem“ in Christkönig angesetzt, am 17. Juli dann die „Jahreszeiten“ und zum Abschluss am 11. Dezember 2022 Bachs „Weihnachtsoratorium“.

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Jesus Christ Superstar 1995 in Penzberg: Mit dabei Johannes Bauer (Kaiphas) und Tom Sendl (Simon). © Pfannkuch

Der künstlerische Leiter und seine Mitwirkenden können auf beeindruckende drei Jahrzehnte Penzberger Musikgeschichte zurückblicken. Die Konzertreihe wurde 1991 zunächst noch unter dem Namen „4 Ländliche Konzerte Penzberg“ von Johannes Meyer, Egbert Greven und Günther Pfannkuch gegründet. Unter anderem sollte für die sich abzeichnenden weiteren Konzerte des wachsenden Chors und Orchester ein musikalisches Forum gefunden werden, wie sich Pfannkuch erinnert. Der Penzberger Kulturpreisträger leitet die Reihe seit Anfang an künstlerisch. Seit seiner Gründung ist das Projekt eng mit dem Vocalensemble und dem Penzberger Kammerorchester/Sinfonieorchester im Pfaffenwinkel verknüpft.

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Circa 1230 Mitwirkende: Haydns „Schöpfung“ 2018 in der Christkönigskirche in Penzberg. © Pfannkuch

In bisher bald 300 Konzerten haben laut Pfannkuch nahezu 60.000 Zuhörer die Aufführungen besucht. Liederabende, Kammerkonzerte, Volksmusikaufführungen und große Oratorien, aufgeführt von Musikern und Sängern der Region, aber auch von Künstlern mit internationalem Ruf standen auf dem Programm. Klassische Moderne und das Musical hatten hier ebenso ihren Platz wie Volksmusik und hochkarätiger Jazz. Auch etliche Uraufführungen waren in den vergangenen drei Jahrzehnten zu hören. Kirchenmusikalische Werke erklangen meist in der Christkönigskirche oder der Stiftskirche St. Ulrich in Habach.

Zuschüsse und Spenden

Pfannkuch hebt neben den Mitgliedsbeiträgen und Zuschüssen der Stadt die Spenden von treuen Förderern hervor. Aber es seien nicht nur die Förderer, „die Kultur am Leben und lebendig erhalten“ – vielmehr auch die engagierten Personen, denen die Pflege der Musikkultur am Herzen liege. „Sehr fruchtbar“ sei zudem der Austausch im Vorstand der Musikfreunde Penzberg und Umgebung mit ihrem Vorsitzenden Martin Janner.

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