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Neue Heimat: Penzberger Drohnenhersteller EMT ist bei Rheinmetall gelandet

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Von: Andreas Baar

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Der Hauptsitz von EMT liegt an der Straße „Im Thal“ in Penzberg. © EMT

Penzberg – Der insolvente Penzberger Drohnenhersteller EMT hat einen neuen Investor: Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern hat den Geschäftsbetrieb übernommen.

Es war im Dezember 2020 ein Paukenschlag: Der bekannte Drohnenhersteller EMT, mit Sitz in Penzberg und einem Standort in Iffeldorf, ging in Insolvenz (Rundschau berichtete). Das Amtsgericht Weilheim ordnete die vorläufige Eigenverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft an und bestellte einen Sachverwalter. Bislang war das mittelständische Unternehmen, 1978 von Hartmut Euer in Gauting gegründet, als ein führender Hersteller von unbewaffneten Drohnen zur militärischen Aufklärung von Erfolg zu Erfolg geeilt. Abnehmer sind die Bundeswehr sowie ausländische Streitkräfte. Das Unternehmen geriet jedoch unter anderem wegen Embargo-Problemen mit einem Kunden in finanzielle Schwierigkeiten. Am 1. März 2021 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung eröffnet. Sachwalter ist der Sanierungsexperte Ivo-Meinert Willrodt von der Ulmer Rechtsanwalts-Gesellschaft Pluta.

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EMT gilt als einer der führenden Hersteller von unbewaffneten Drohnen. Abnehmer sind die Bundeswehr und ausländische Streitkräfte. © EMT

Rüstungsschmiede aus Haifa

Bei der Investorensuche schienen die Oberbayern zunächst bei der israelischen Rüstungsschmiede Rafael Advanced Defence Systems aus Haifa fündig geworden zu sein. Doch Ende 2021 teilte der Düsseldorfer Konzern Rheinmetall stolz mit, dass er „im Zuge seiner Digitalisierungsstrategie“ die Aktivitäten von EMT übernehme. Eine Vereinbarung wurde im November unterzeichnet. Details zum Kaufpreis nannte man nicht – nur, dass die Übernahme in Form eines „Asset-Deals“ erfolge. Dabei werden einzelne Wirtschaftsgüter wie Grundstücke, Gebäude, Anlagen, Maschinen und vor allem Rechte und Patente erworben – allerdings keine Unternehmensanteile. Die Aktivitäten der EMT sollen bei der Tochtergesellschaft Rheinmetall Technical Publications in Bremen angesiedelt werden, hieß es.

Gläubigerausschuss gab Segen

Jetzt sei die Zukunft von EMT gesichert, teilen die beiden Partner mit. Der Gläubigerausschuss habe am 28. Dezember der Transaktion zugestimmt. Das Gremium war von der Gläubigerversammlung dazu ermächtigt worden. „Damit wurde die letzte Closing-Bedingung erfüllt und die Investorenlösung ist zum 1. Januar 2022 vollzogen“, heißt es.

Alle Mitarbeiter übernehmen

EMT hat vier Standorten in Penzberg (Hauptsitz seit 1987), Iffeldorf (seit 2007), Abenberg/Franken und Osterrönfeld/Schleswig-Holstein. „Alle 190 Mitarbeiter werden vom Erwerber übernommen“, heißt es in der Pressemitteilung. Die EMT-Beschäftigten an den Standorten hätten der Rheinmetall-Lösung ebenfalls zugestimmt. Generalhandlungsbevollmächtigten Dr. Oliver Liersch zieht zufrieden Bilanz: „Die Mitarbeiter haben mit uns an einem Strang gezogen und ihre Zustimmung zur vereinbarten Lösung erteilt. Und auch die Lieferanten und Kunden begleiteten den Weg und hielten dem Unternehmen die Treue.“

„Renommierter Investor“

Sachwalter Willrodt begrüßt die Entscheidung der Gläubiger als „sehr erfreulich“. Mit einem „renommierten Investor“ sei der Penzberger Drohnenhersteller für die Zukunft gut aufgestellt. Die EMT-Eigenverwaltung der vergangenen Monate sie „hier das passende Instrument für die Neuausrichtung“ gewesen.

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