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Penzberg: Arbeiten in Kleingarten-Anlage Breitfilz laufen auf Hochtouren

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Von: Andreas Baar

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Brandschutz: Das Fundament für den Löschwasserteich in der Penzberger Kleingarten-Anlage Breitfilz wird errichtet. © Andreas Baar

Penzberg - Auf der Penzberger Kleingarten-Anlage Breitfilz werden Schutzhabitate für Eidechsen und ein Löschwassertank gebaut. Der Verein nimmt kräftig Mitglieder auf.

Penzberg – Marianne Fesl hat an diesem Samstag (23. Oktober) schon früh am Vormittag richtig Stress. Die 2. Vorsitzende des Vereins Freizeitgärten Breitfilz führt diverse Interessenten und Bewerber durch die Anlage. Nach Jahren der Ungewissheit kommt das Leben in den Freizeitgärten seit einigen Wochen „mächtig in Schwung“, freut sich Vereinschef Paul Hattemer. Am Samstag starteten rund 25 engagierte Mitglieder, unterstützt von der Stadt und einem lokalen Landschaftsbaubetrieb, mit wichtigen Arbeiten. Vier temporäre Schutzhabitate für Zauneidechsen werden herrichtet. Vier der jeweils circa vier Quadratmeter großen Werke aus Kies, Vlies, Steinen, Sand und Steinen entstehen. Dazu sechs große dauerhafte Anlagen. Insgesamt 350 Quadratmeter werden angelegt und 100 Tonnen Material verbaut. Alle sorgfältig verteilt auf dem 13 Hektar großen Gelände. Die Schutzzonen waren eine wesentliche Forderung der Unteren Naturschutzbehörde für den neuen Bebauungsplan. Dieser ist derzeit im Genehmigungsverfahren.

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Fleißige Mitglieder: Michael Zießelsberger (l.) und Thomas Szenjei bauen eines der Eidechsen-Habitate. © Andreas Baar

Stadt half Gartlern

Den Bebauungsplan hatte der Bauausschuss im Januar einstimmig auf den Weg gebracht. Im Juni wurden von den Behörden wichtige Entscheidungen gefällt. Das Landratsamt hatte seinen Beschluss für ein Verpachtungs- und Nutzungsverbot aufgehoben – die Pächter durften ihre Parzellen wieder offiziell betreten. Die Kreisbehörde ließ sich vom geplanten Bebauungsplan samt dem vorgesehenen Ausbau der Infrastruktur überzeugen. Zum 15. Juni führte die Stadtverwaltung per offizieller Bekanntmachung über den „Vollzug des Brandschutzes“ die Parzellenpächter zurück in die Normalität (Rundschau berichtete). Damit endete eine jahrelange Hängepartie. Der mangelhafte Brandschutz samt fehlender Rechtsgrundlagen gipfelte 2019 in einem von der Stadt verhängten Betretungsverbot sowie bereits 2018 in einem vom Landratsamt ausgesprochenen Verbot der Verpachtung. „Der Fortbestand des Breitfilz stand auf der Kippe und die Altpächter waren mehr als nur verunsichert“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Hattemer. Im September vergangenen Jahres wurde der Verein Freizeitgärten Breitfilz offiziell registriert. Die Stadt wollte statt vieler einzelner Pächter künftig einen festen Ansprechpartner haben.

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Schutzgebiet für Eidechsen: Die erste tempärere Anlage in der Kleingartenanlage ist fertig. © Andreas Baar

Pachtvorvertrag ist unterzeichnet

Anfang Juli war es endlich soweit: Hattemer und Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) unterzeichneten einen Pachtvorvertrag zwischen Stadt und Verein. Der Verein konnte nun Einzelgrundstücke vergeben und ab 1. September Mitglieder aufnehmen. Binnen kürzester Zeit Wochen konnten bereits mehr als 200 Mitglieder in den Verein aufgenommen und mit Grundstücken versorgt werden, berichtet der Vorsitzende. Insgesamt rechnet Hattemer mit einer Mitgliederstärke zwischen 300 und 400 Personen. Circa 300 Parzellen von 200 bis 500 Quadratmetern gibt es in der Anlage. „Penzberger und Bürger angrenzender Gemeinden haben jetzt Gelegenheit, sich um eine Mitgliedschaft und einen Unterpachtvertrag zu bewerben“, sagt Hattemer. Dieser gilt, bis es einen Generalpachtvertrag mit der Stadt gibt. Bürgermeister Korpan rechnet damit, dass dieser 2022 aufgesetzt wird. Dann soll auch der Bebauungsplan rechtskräftig werden. Laut Korpan sind „keine nennenswerten Schwierigkeiten zu erwarten“. Er betont: „Wir erfüllen die Auflagen.“

Besichtigungen möglich

Der Verein Freizeitgärten Breitfilz bietet Interessenten an einer Parzelle eigens Führungen an. Infos dazu finden sich in den Anschlagtafeln an den Eingängen zum Gelände.

Zwei Kilometer neue Wege

Noch muss aber an der Infrastruktur gearbeitet werden. Die Habitate sollen bis Jahresende stehen. Der Bau des Löschwasserbehälters mit seinen 48.000 Litern läuft ebenfalls. Bis kommendes Jahr sollen die breiteren Rettungswege stehen. Dafür wurde eigens ein Wegenetz mit über zwei Kilometern Länge entworfen. Für das Gesamtpaket hatte Rathauschef Korpan eine Summe von ungefähr 650.000 Euro in den Raum gestellt. Und eine Vereinshütte am Haupteingang ist geplant. Aber dafür steht noch kein Zeitplan. „Es wird aber sicherlich ein Muss sein“, betont Vorsitzender Hattemer ob der gewachsenen Aufgeben des Breitfilz-Vereins.

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