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Penzberg: Bürger machen mobil gegen neue Hotel-Pläne auf Gut Hub

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Von: Andreas Baar

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Schreckensszenario: Ein Hotel bei Gut Hub wäre für manchen Bürger ein Graus (Symbolbild). © panthermedia/Changered

Penzberg – Gibt es einen neuen Anlauf für ein Hotel in Penzberg im Bereich von Gut Hub? Zumindest hat sich ein Interessent an das Rathaus gewandt.

Zweimal scheiterte ein Hotel-Neubau in Penzberg an einem mehrheitlichen Nein bei einem Bürgerentscheid: 2015 lehnten 53,5 Prozent einen Platz am Hubersee ab, im Jahr 2018 senkten 59,6 Prozent bei einem Standort an der Gut-Hub-Zufahrt den Daumen. Jetzt kommt das Thema wieder auf den Tisch. Vor rund vier Monaten meldete sich ein Interessent bei Bürgermeister Stefan Korpan (CSU). Es folgte ein Treffen im Rathaus, bei dem auch Markus Bocksberger (PM) und Hardi Lenk (SPD), die zweiten beziehungsweise dritten Bürgrmeister, mit am Tisch saßen. Auch das Bauamt war dabei. Der Interessent, nach Rundschau-Informationen ein heimischer Investor mit einer Gastronomie am Starnberger See, interessierte sich generell für städtische Flächen für einen Hotelbau.

Ins Spiel brachte er auch einen Standort auf Gut Hub, vor dem geplanten Solarpark und unweit des Café Extra. Womit er beim Rathauschef auf wenig Gegenliebe stieß. „Ich habe ihm gleich gesagt, dass das schwierig ist“, verwies Korpan auf die zwei negativen Bürgerentscheide und die grundsätzlichen Hotel-Debatten in jüngster Zeit. Die Stadtvertreter gaben dem Besucher andere Standortalternativen mit auf den Weg, diese wolle sich dieser anschauen, so der Rathauschef. Gegenüber der Rundschau macht Korpan klar, dass Gut Hub für ihn nichtin Frage kommt: „Das kann ich mir nicht vorstellen. Das war ein klarer Wille.“

Anruf bei Initiative

Zudem gab Korpan dem Interessenten den Tipp, sich mit der damaligen Bürgerinitiative „Kein Hotel am Huberer Weiher“ in Verbindung zu setzen. Was dieser auch tat. Bärbel Bierling, eine der Aktiven in der Initiative, erhielt einen Anruf. Er wolle „ein kleines, feines Hotel“ auf Gut Hub bauen, erfuhr die Penzbergerin – „ohne eine Wald zu zerstören“, wie sie ergänzt Die Initiative wurde auch zu einem Gespräch eingeladen, worauf man allerdings nicht antwortete. Allerdings „sind wir hellhörig geworden“, so Bierling gegenüber der Rundschau. Ergebnis: Bierling und ihre Mitstreiter Volker Hoensch und Hubert Helfenbein schickten einen Antrag an das Rathaus. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum neuen Flächennutzungsplan der Stadt, das Verfahren läuft, beantragen sie: Dass das gesamte Gebiet Vordermeier/Gut Hub, das insgesamt circa 100 Hektar – abzüglich 1,7 Hektar Bebauung (Kapellenwiese) – umfasst, „von jeglicher, weiteren Bebauung ausgeschlossen wird“.

Die Unterzeichner verweisen sowohl auf die geologischen und limnologischen Besonderheiten des Gebiets, dass ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Penzberger ist, als auch auf ökologische Bedeutungen der Niedermoorlandschaft und der Nasswiesen. Fazit: Das gesamte Gebete sei deshalb von jeglicher Bebauung freizuhalten „und im Sinne eines sanften Tourismus durch ein Rad- und Wandernetz einzubinden“.

Antrag wird behandelt

Eines haben die drei Hotel-Gener schon mal erreicht: Ihr Antrag wird im Rahmen des Aufstellungsvefahrens zum neuen Penzberger Flächennutzungsplan behandelt. Das erklärt der Bürgermeister auf Nachfrage. Dies ist laut Korpan auch bereits rechtlich mit dem Landratsamt so abgeklärt. Eine Entscheidung über das Ansinnen trifft letztendlich der Stadtrat. Seitens der Initiative hat man ein erneutes Bürgerbegehren nicht aus den Augen verloren. Sollte ihr Antrag abgelehnt werde, könnte man durchaus wieder aktiv werden, kündigt Bärbel Bierling schon mal an: „Ich denke, wir werden es dann wieder angreifen.“ Eine für ein Bürgerbegehren nötige Unterschriftensammlung mache man „von der Reaktion auf unsere Antrag abhängig“, teilt sie mit.

Nachlesen:

Den Antrag der Initiative können sich interessierte per E-Mail an bodyrollbierling@web.de zusenden lassen.

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