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Penzberg: Rheinmetall will beim Drohnenhersteller EMT einsteigen

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Von: Andreas Baar

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Der Hauptsitz von EMT im Thal in Penzberg. © EMT

Penzberg – Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern will die Aktivitäten des Penzberger Drohnenbauers EMT übernehmen. Die vier Standorte sollen erhalten bleiben.

Das mittelständische Unternehmen, 1978 von Hartmut Euer in Gauting gegründet, gilt als ein führender Hersteller von unbewaffneten Drohnen zur militärischen Aufklärung. Kunden sind die Bundeswehr sowie ausländische Streitkräfte. Das Unternehmen war jedoch Ende vergangenen Jahres unter anderem wegen Embargo-Problemen mit einem Kunden in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen befindet sich seit Dezember 2020 in Insolvenz in Eigenverwaltung. EMT beschäftigt nach eigenen Angaben rund 190 Mitarbeiter an den vier Standorten Penzberg (Hauptsitz seit 1987), Iffeldorf (seit 2007), Abenberg/Mittelfranken sowie Osterrönfeld in Schleswig-Holstein. Im Mai hieß es, dass die israelische Rüstungsschmiede Rafael Advanced Defence Systems aus Haifa als Investor gefunden worden sei.

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EMT gilt als einer der führenden Hersteller von unbewaffneten Drohnen. Abnehmer sind die Bundeswehr und ausländische Streitkräfte. © EMT

Konzern will Standorte erhalten

Doch jetzt kommt es anders: Rheinmetall übernimmt „im Zuge seiner Digitalisierungsstrategie“ die Aktivitäten von EMT, verlautete am Dienstag aus der Düsseldorfer Konzernzentrale. Eine entsprechende Vereinbarung hätten beide Seiten unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nur so viel wird mitgeteilt: Die Übernahme soll in Form eines „Asset-Deals“ erfolgen. Dabei werden einzelne Wirtschaftsgüter wie Grundstücke, Gebäude, Anlagen, Maschinen und vor allem Rechte und Patente einzeln erworben – allerdings keine Unternehmensanteile. Die Aktivitäten der EMT sollen künftig bei der Tochtergesellschaft Rheinmetall Technical Publications in Bremen angesiedelt werden. Der Konzern beabsichtigt nach eigener Aussage, die vier Standorte „zu erhalten und sie mit dem vorhandenen Personal in die Konzernstruktur zu integrieren“.

Kartellbehörden müssen prüfen

Ob mit den Übernahmeplänen der israelische Interessent ebenfalls aus dem Geschäft ist, darüber schweigen sich die Beteiligten aus. Eine entsprechende Anfrage der Rundschau an EMT-Generalhandlungsbevollmächtigten Dr. Oliver Liersch blieb unbeantwortet. Allerdings ist die Übernahme durch Rheinmetall noch nicht in trockenen Tüchern. Das Geschäft soll voraussichtlich zum Jahreswechsel 2021/22 wirksam werden und steht „neben den üblichen Gremienzustimmungen auch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung“, heißt es in einer abgestimmten Pressemitteilung beider Unternehmen. „Der Vertrag mit Rheinmetall steht noch unter Bedingungen. Die Gremien in dem laufenden Insolvenzverfahren werden sich hiermit beschäftigen“, sagt EMT-Generalhandlungsbevollmächtigter Liersch auf Rundschau-Anfrage.

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