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Penzberg: Stadtplatz wird kein „Platz der Vielfalt“ - Nein zu Grünen-Antrag

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Von: Andreas Baar

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Der Stadtplatz ist Zentrum und Treffpunkt in Penzberg – und wird auch für Veranstaltungen wie (vor der Pandemie) den Freibierausschank zum Volksfest-Start genutzt. © Andreas Baar

Penzberg – Der Penzberger Stadtplatz wird nicht in „Platz der Vielfalt“ umbenannt. Der Stadtrat lehnte mit großer Mehrheit einen Antrag der Grünen-Fraktion ab.

Es hatte lange gedauert bis das Ansinnen auf der Tagesordnung landete: Bereits am 20. Februar 2021 hatte die Stadtratsfraktion der Grünen die Umbenennung der zentralen Örtlichkeit an der Bahnhofstraße/Karlstraße in „Platz der Vielfalt“ beantragt – am Dienstagabend (25. Januar) entschied das Lokalparlament nun darüber.

Im Oktober 2013 eingeweiht

Die Umgestaltung des Stadtplatzes, dem einst der traditionsreiche Staltacher Hof und das Stammlergebäude weichen mussten, war wegen seiner Dimensionen und Granitpflasterung nicht unumstritten gewesen. Im Oktober 2013 war das Areal an der Hauptkreuzung eingeweiht worden und entwickelte sich zu einem Treffpunkt und Veranstaltungsort. Die Grünen wollten aber mehr: Penzberg zeichne sich durch seine kulturelle Vielfalt, Toleranz und Offenheit aus, hieß es in dem Antrag. Ein „Platz der Vielfalt“ sei auch ein deutliches Zeichen gegen rechtes Gedankengut und Diskriminierung, begründeten die Grünen damals ihren Vorstoß.

Zeichen für „Zusammenhalt“

„Wir mögen den Stadtplatz“, warb Grünen-Rätin Katharina von Platen in der jüngsten Sitzung um Unterstützung unter ihren Kollegen. Es sei ein Platz in einer Stadt, „die sich gemausert hat“. Von Platen erinnerte an die mehr als 80 Nationen, deren Vertreter in Penzberg leben, und den „Zusammenhalt“, der das Stadtleben auszeichne. Genau daran sollte ein „Platz der Vielfalt“ erinnern.

Keine Begeisterung in Verwaltung

In der Verwaltung war das Ansinnen auf keine große Gegenliebe gestoßen. Das Areal werde in seiner Bedeutung und als städtische Bühne „idealtypisch der Funktion eines Stadtplatzes gerecht“, so Stadtbaumeister Justus Klement in seiner Stellungnahme. „Daher ergibt sich der Name aus sich selbst heraus.“ Klement zog zudem die „noch heterogene bauliche Umgebung“ des großen Areals heran: Diese optische Vielfalt können „zur fälschlichen Auslegung“ des beantragten Namens führen.

 Das ist ein Stadtplatz und jeder weiß, was gemeint ist.

CSU-Fraktionsvorsitzende Maria Probst

Während sich der Rathaus-Abteilungsleiter Sorgen um den sprachlichen Ruf des Standorts machte, sah es Maria Probst (CSU) ganz pragmatisch: „Die Bezeichnung ergibt sich aus der Lage. Das ist ein Stadtplatz und jeder weiß, was gemeint ist.“ Regina Bartusch (SPD) hatte die ganze Stadt im Blick: „Die Vielfalt zieht sich durch ganz Penzberg und die Gesellschaft durch.“ Armin Jabs (BfP) warnte vor einem bürokratischen Aufwand, „den wir uns sparen können“.

Nur die Grünen waren dafür

Am Ende folgte die große Mehrheit dem Beschlussantrag der Verwaltung und stimmte dafür, den Antrag auf Umbenennung abzulehnen. Die vier Grünen-Stadträte votierten dagegen.

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