Penzberg Gymnasium Realschule Max Weigand Psychologe Vortrag
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Knapp 100 Zuhörer lauschten Max Weigands Vortrag in der Penzberger Realschule.

Vom Torwart-Titan und Abraham Lincoln

Streben nach Glück: Max Weigand hält Vortrag für Penzberger Gymnasiasten

  • Max Müller
    VonMax Müller
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Penzberg – Der Psychologe Max Weigand hielt vergangenen Montag einen Vortrag zum Thema „Vom Streben nach Glück und Erfolg“ in der Penzberger Realschulaula.

Was ist eigentlich Glück? Wie kann ich glücklicher werden? Der gebürtige Penzberger Max Weigand hat für sich in seinem Psychologiestudium und seiner Arbeit als Life-Coach Antworten auf diese Fragen gefunden. Sein Wissen um den Ursprung des Glücks, mentale Workouts, und die sogenannte „Gewinnerstunde“ teilte Weigand im Rahmen eines Projekt-Seminars mit den Q11-Schülern des Penzberger Gymnasiums.

Weiter, immer weiter.

Oliver Kahn (Ehemaliger Bayern-Torwart)

Seit über zehn Jahren ist Weigand im Leistungssport aktiv. Im Laufen liegt seine Kraft und Motivation. Seine Laufphilosophie findet ihren Ursprung bei Torwart-Titan Oliver Kahn: „Weiter, immer weiter.“ Nach Weigands Berufung in die Nationalmannschaft im Jahr 2013 und der Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft fühlte der Penzberger ein nie dagewesenes Glücksgefühl. Doch die Euphorie hielt nicht lange an – ähnlich wie bei einem Lottogewinn.

Kann man Glücksgefühle beeinflussen?

Die abrupte Absenz des Glückes weckten das Feuer in Weigand und brachten ihn zum Psychologie-Studium. Nach dem Abschluss wollte er Menschen über die psychologischen Phänomen wie das Glück aufklären, so auch die Penzberger Gymnasiasten am vergangenen Montag.

Oliver Kahn und Abraham Lincoln: Viele bekannte Namen fielen in Weigands Vortrag.

Definitionen für Glück gibt es viele. Für Weigand ist es eindeutig: „Wahres Glück ist wie du dich fühlst wenn du mit dir selbst alleine bist.“ Wie man sich selbst alleine fühlt, wird laut dem Psychologen durch drei entscheidende Faktoren beeinflusst. 50 Prozent werden durch die eigenen Gene bestimmt, 40 Prozent durch das eigene Verhalten und nur zehn Prozent durch die äußeren Umstände. Folglich haben die meisten Menschen immerhin 40 Prozent aktive Einflussmöglichkeit auf das eigene Glücksgefühl.

Mentales Workout

Glück und Erfolg können laut Weigand beispielsweise durch ein mentales Workout positiv beeinflusst werden. Die Übung wird kurzerhand in der Realschulaula ausgeführt: Ein tiefer Atemzug wird von einem Identitätsstatement gefolgt (Wie willst du heute auftreten?). Danach sollen sich die Schüler mit geschlossenen Augen ihre größten Erfolge ins Gedächtnis rufen, sich vorstellen wie ihr Leben in Zukunft aussehen soll. Und sich klar machen, welche Schritte sie gehen müssen, um dieses zukünftige „Ich“ zu werden. Danach folgt erneut ein Statement zur eigenen Identität und ein langer, tiefer Atemzug.

Gib mir sechs Stunden um einen Baum zu fällen, und ich nutze die ersten vier um die Axt zu schärfen.

Abraham Lincoln (Ehemaliger US-Präsident)

Mentale Workouts sind nur eine Stellschraube, um glücklicher im Leben zu werden und die eigenen Ziele zu visualisieren. Ein Begriff, mit dem Weigand in seiner beruflichen Laufbahn immer wieder konfrontiert wird, ist die „Gewinnerstunde“. In Interviews und Podcasts mit Spitzensportlern, Ärzten und Psychologen fiel dem Penzberger ein Fakt ins Auge: Viele glückliche und erfolgreiche Personen legen unglaublichen Wert auf die erste Stunde nach dem Aufwachen. „Gib mir sechs Stunden um einen Baum zu fällen, und ich nutze die ersten vier um die Axt zu schärfen“, sagte bereits Abraham Lincoln.

Auf Klippen kraxeln in Portugal

Das Prinzip der Gewinnerstunde baut auf verschiedenen Techniken auf, die in den ersten 60 Minuten nach dem Aufstehen platz in der täglichen Morgenroutine finden können: Eine kalte Dusche, Frühsport, Meditation, Niederschreiben von Tages- oder Wochenzielen. Die Möglichkeiten hierbei sind breit gefächert, wichtig ist laut Weigand jedoch nicht in Perfektion zu sterben oder sich von seinen Ängsten aufhalten zu lassen: „Denn jeder gute Schritt ist besser als ein perfekter Schritt, den man nie macht.“

 Jeder gute Schritt ist besser als ein perfekter Schritt, den man nie macht.

Max Weigand (Psychologe)

Beispielhaft für das Überwinden von Ängsten erzählt Weigand den Schülern von seinem letzten Aufenthalt in Portugal. Als der Sportverrückte am Strand eine hohe Klippe erblickte, gab es nur eine Option: T-Shirt ausziehen und mit Tempo rauf zur Spitze. Oben angekommen, folgte der Blick nach unten: Menschen hatten sich am Strand versammelt, beobachteten und filmten den Penzberger. Der Abstieg wurde anstrengend und steil. Die Knie fingen an zu Zittern, die Angst überkam Weigand. Wie sollte er je wieder von dieser Klippe kommen? Dann fiel es dem Psychologen wieder ein: „Jeder gute Schritt ist besser als ein perfekter Schritt, den man nie macht“.

Angst überwinden: Auf dieser Klippe in Portugal wurde Weigand auf die Probe gestellt.

Rekordlauf im Schnee abgelehnt

Unlängst startete Max Weigand einen Rekordversuch der etwas anderen Art: Oberkörperfrei und ohne Schuhe machte sich der Läufer auf ins ehemaligen Stadion des FC Basel um einen Halbmarathon auf Schnee zu laufen. Bei 4 Grad auf schneebedeckter Ebene zog Weigand seine Runden und schlug die bisherige Bestzeit vom Norweger Jonas Felde Sevaldrud (1:44:58 Stunden).

Die neue Bestzeit des Penzbergers von 1:12:38 Stunden wurde vom Guinness World Records nicht anerkannt. Laut Weigand wollten die Offiziellen mehr Beweise als nur das Videomaterial. Die Kosten einen offiziellen Richter einzufliegen liegen bei 3000 Euro. Weigand plant den Rekordversuch zu wiederholen - unter Umständen in Penzberg.

Max Weigand lief den Weltrekordversuch in Basel bei Temperaturen von 4 Grad oberkörperfrei.

Weigand auf YouTube

Wer mehr über Max Weigand, seine sportlichen Herangehensweise, mentales Training und auch seine Podcasts erfahren will: All das gibt es auf seinem YouTube-Kanal „Max Weigand“ zu sehen. Dort können Interessierte auch seinen kompletten Weltrekordversuch bestaunen.

Quelle: DasGelbeBlatt

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