Interessiert lauschten die Besucher den Ausführungen von Petra Stragies (l.) von der „Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel-Werdenfels“ und Martin Okrslar (daneben), Vorsitzender der Genossenschaft „Maro“. Foto: Gro

Demenz-WGs für Weilheim: Die Pläne kommen an

Weilheim - Der Plan, in Weilheim zwei Demenz-WGs zu bauen, scheint anzukommen: Rund 50 Interessente kamen am Mittwoch zur Aufaktveranstaltung, um sich über das Projekt zu informieren.

820 000 Euro braucht die Genossenschaft „Maro“, um ihre Pläne auf dem Grundstück hinter der ehemaligen Gärtnerei „Geith“ am Ende der Paradeisstraße zu verwirklichen, erklärte Vorsitzender Martin Okrslar. Zehn Prozent davon sind schon beisammen, denn die ersten Genossenschaftsmitglieder haben schon Anteile gezeichnet. 1500 Euro kostet eine Mitgliedschaft bei „Maro“, wer austritt, bekommt das Geld zurück. Wer mehr investiert, bekommt durch die Vermietung der Zimmer jährlich vier Prozent Dividende ausgeschüttet.

Zwei verschiedene Projekte sollen in Weilheim verwirklicht werden: Ein Haus für nachbarschaftliches Wohnen mit rund 12 bis 14 Wohnungen sowie zwei Wohngemeinschaften für je acht bis neun Demenzkranke. Am Mittwoch ging es erstmal nur um die Demenz-WGs. Okrslar erklärte, dass Selbstbestimmung das zentrale Merkmal der Wohngemeinschaften seien: Die Bewohner könnten ihren Alltag selbst gestalten, werden dabei aber 24 Stunden am Tag von zwei Betreuern begleitet.

Genauso wichtig wie die Bewohner seien aber die Angehörigen, so Okrslar: „Die Angehörigen haben die Entscheidungsmacht.“ Vorgesehen ist, dass sie sich in einem Gremium zusammenschließen, über die Gestaltung der WGs beschließen und Verträge mit dem Pflege- und Betreuungsdienst und mit dem Vermieter schließen. Sie sollen aber auch aktiv mithelfen, ob im Haushalt oder bei handwerklichen Arbeiten.

Auch die Kosten werden vom Angehörigengremium festgelegt. Okrslar hatte Beispiele von anderen Demenz-WGs dabei - 165 solcher Einrichtungen gibt es in Bayern. In Fuchstal beispielsweise zahlen die Bewohner 1850 Euro Eigenanteil pro Monat. Die Kosten seien vergleichbar mit einem stationären Heim, so Okrslar. „Der Unterschied ist, dass dort bis zu 25 Personen in einer Gruppe leben, in den WGs dagegen acht bis neun.“

Weitere Infos

gibt es unter 08841/488917 oder www.maro-zentrum.de.

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